default @deLiteratur mal anders erleben

Literatur mal anders erleben

Möchten Sie über ähnliche Themen erfahren?
Drücken auch Sie ein Like auf die –> Zentrum Facebook-Seite

Am milden Altweibersommer-Abend am 18. Oktober fand bereits das dritte Programm der fünften Saison der Veranstaltungsreihe Zentrum Programme im HdU statt, welches der ungarndeutschen Literatur gewidmet wurde.

IMGP4563

Diesmal wurde ein Hörbuch von den darauf Mitwirkenden selbst vorgestellt. Nach der Eröffnungsrede von Zentrum-Direktorin Monika Ambach, die sich sehr freute, dass die CD Hilfsverbissima im Haus der Ungarndeutschen uraufgeführt werden konnte, übergab sie Zoltán Ágoston das Wort. Er sprach über die Entstehung des Hörbuches. Als praktizierender Literaturredakteur, aber ohne ungarndeutsche Wurzeln hat er sich wie Pontius Pilatus im Credo bei der Auswahl der Werke gefühlt. Er war jedoch bestrebt solche Werke auszuwählen, in denen es um die Schicksalsprobleme der Ungarndeutschen geht. Andererseits war aber sein Auswahlkonzept, dass es in den Werken allgemeine menschliche Fragen – wie Vergänglichkeit oder Liebe – behandelt werden sollen, weil diese von der jeweiligen historischen Situation unabhängig sind. Humorvoll und spielerisch sollen sie auch sein, damit sie den Hörern auch in schwersten geschichtlichen oder persönlichen Umständen Kraft geben.

IMGP4629

Die Zusammenstellung soll einerseits die Ungarndeutschen ansprechen, andererseits wird sie auch einem breiteren Publikum gewidmet. Dabei ist es ebenso wichtig, dass die Auswahl den Menschen von heute und  auch die jüngeren Generationen ansprechen kann. Den größten Teil des Materials machen die Werke ungarndeutscher Dichter und Schriftsteller der vergangenen Jahrzehnte aus, aber es sind frühere deutsche Werke mit ungarischem Bezug wie z.B. einige Gedichte von Nikolaus Lenau darauf zu hören.
Die Anzahl der männlichen Autoren in der ungarndeutschen Literatur ist viel größer. Um ein Gleichgewicht zwischen den Geschlechtern anzustreben, wurde das Lebenswerk von Valeria Koch besonders hervorgehobe

IMGP4610

Bei der erlebnishaften Rezeption des literarischen Materials hilft einem über die sachkundige schauspielerische Vorführung hinaus auch die hervorragende musikalische Untermalung. Die schon bekannten musikalischen Formen wie der Tango, die Polka, oder der Walzer wurden in einer sogenannten „weltmusikalischen Auffassung” von Tamás Rozs komponiert. Er ist einer der kreativsten Schöpfer zeitgenössischer Theatermusik und ein Mitglied des Ensembles „Szélkiáltó”. In dieser Auffassung wurde auch ein Gedicht in der Form eines Raps bearbeitet und von Raul Ionescu auf der CD vorgetragen. Bei der Aufnahme wurde darauf geachtet, dass die Werke männlicher Autoren von einem Schauspieler und die von Autorinnen von einer Schauspielerin vorgetragen werden. So sind Kilian Klapper und Ildikó Frank auf der Platte zu hören.

Im Rahmen der Veranstaltung  las Ildikó Frank die Werke vor. Zwischen den Gedichten und Kurzprosawerken wurden auch einige musikalische Stücke von den auf der CD mitwirkenden Musiker Tamás Rozs (Cello), Péter Puskás Wágner (Akkordeon) und János Mazura (Tuba) vorgetragen bzw. das Volkslied Die Donau fliesst begleitet. Folgende Gedichte waren zu hören: Ahnerls Lied von Erika Áts, Fazit, Hilfsverbissima sowie Lenaus Lied von Valeria Koch. Der Vortrag einer professionellen Schauspielerin ermöglichte eine ganz andere Wahrnehmung der Bedeutung der Werke, als wenn man sie still für sich liest. Die Prosawerke Unser Tisch von Christina Arnold und Bekenntnisse eines Birkenbaumes von Valeria Koch dienten dem Publikum auch zur besseren Vorstellung, nach was für einem Konzept die CD zusammengestellt wurde.

Beim anschließenden Empfang erfuhr man auch, dass die Schöpfer des Hörbuches auch das pädagogische Ziel haben, die Schüler und Studenten zu erreichen.
Die CD wird nicht in den Handel kommen, aber wird Bildungsinstitutionen zur Verfügung gestellt. Bald wird sie auch in der Ungarndeutschen Bibliothek zugänglich sein.

Nándor Frei

Weitere Bilder >>> 

Organisiert vom:
Ungarndeutsches Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek (Zentrum)

Förderer der Veranstaltung:
Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen
Ministerium für Humanressourcen (NEMZ-KUL-EPER-17-0421)

Screen Shot 2017-08-30 at 18.33.09

Ergebnisse des 2. Landesfinales des ungarndeutschen Gesangswettbewerbs

Heute wurde das zweite Landesfinale des Gesangswettbewerbs für ungarndeutsche SchülerInnen am Budapester Campus der Apor-Vilmos-Hochschule ausgetragen.

Kunst und Handwerk im Fokus

Die Wanderausstellung mit den Finalisten des Vorjahres vom ungarndeutschen Online-Fotowettbewerb Blickpunkt war in der Karwoche in Bohl zu sehen.

Eins, zwei, drei, Dramenfestival!

Auch in diesem Jahr wurde das regionale Dramenfestival in Ugod – mit der Teilnahme von etwa 150 SchülerInnen aus 11 ungarndeutschen Grundschulen aus Westungarn und der Hauptstadt – veranstaltet.

Die deutsche Nationalitätenliste hat kein Mandat errungen – der Bedarf an gemeinschaftlicher Vertretung bleibt weiterhin stark

Das Ergebnis zeigt auch, dass viele es für wichtig halten, dass ihre Gemeinschaft mit einer eigenständigen Stimme im öffentlichen Leben präsent ist.

Salamin András: Igazszólások V. / Herein Mária: Családi kör – 2

Diese besondere zweiteilige Publikation will nicht belehren, urteilen oder Geschichte erklären. Sie erzählt einfach wahre Geschichten und Lebenswege aus einem vergangenen Jahrhundert.

Ritter György: Végszó. Magyarországi németek elbeszélései az alávetettségükről, 1940-1970 (Band I und II)

Die beiden Bände richten sich an all jene, die die großen historischen Prozesse aus der Perspektive individueller Lebenswege verstehen möchten.

Irene Langemann: Das Gedächtnis der Töchter

Das hie empfohlene Buch ist ein tiefbewegender Roman über die Suche nach Identität in der Fremde, die vielen Facetten der Einsamkeit und die immer neu zu schöpfende Kraft, sie zu überwinden.