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Für klare Ziele und mit klaren Mitteln setzte er sich für die Interessen seiner Volksgruppe ein

Otto Heinek wurde in Budapest die letzte Ehre erwiesen

Hunderte verabschiedeten sich von Otto Heinek und gaben ihm das letzte Geleit am 6. September in Budapest, in der Makovecz-Aufbahrungshalle des Farkasréti-Friedhofs. Der Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen verstarb nach langer, schwerer Krankheit am 20. August, im Alter von 58 Jahren. Seiner Trauerfeier wohnten neben Verwandten, Freunden und Mitarbeitern auch Staatspräsident János Áder, zahlreiche Persönlichkeiten, die sich für das Anliegen der Nationalitäten in Ungarn einsetzen, sowie viele Vertreter der deutschen Gemeinschaft bei.

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Otto Heinek wurde am 6. Februar 1960 in Mohatsch geboren. Er besuchte die Grundschule im Heimatort Borjad und maturierte am Deutschen Minderheitenklassenzug des Klara-Leőwey-Gymnasiums zu Fünfkirchen. Nach dem Armeedienst erwarb er an der Pädagogischen Hochschule in Fünfkirchen das Lehrerdiplom für deutsche und ungarische Sprache und Literatur. Anschließend war er Mitarbeiter der Neuen Zeitung, absolvierte dabei ein postgraduales Journalistikstudium, Fachrichtung Innenpolitik. Nach der Wende war er Regierungsrat im Amt des Ministerpräsidenten, dann Hauptabteilungsleiter im Regierungsamt für Nationale und Ethnische Minderheiten, und bekleidete die Position des stellvertretenden Vorsitzenden. 1999 wurde er zum hauptamtlichen Vorsitzenden der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen gewählt und zuletzt 2014 wiedergewählt. Gekonnt setzte er sich für die in Ungarn lebend deutsche Gemeinschaft ein: unter seiner Leitung erstarkten die deutschen Selbstverwaltungen und Zivilorganisationen landesweit, und gewannen die Bildungseinrichtungen an Eigenverantwortung; während seiner Amtszeit verankerte die Landesselbstverwaltung ihre Ziele in einer Strategie, und auch die Kontakte mit anderen Nationalitäten, sowie mit den deutschen Minderheiten der anderen Länder wurden intensiviert. Als Krönung seines Schaffens konnten die Ungarndeutschen 2018 einen Abgeordneten ins Parlament entsenden.

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​Die ersten Abschiedsworte an der Trauerfeier sprach die für den Schutz der Rechte der in Ungarn lebenden Nationalitäten zuständige Stellvertreterin des Ombudsmannes für Grundrechte, Dr. Erzsébet Sándor-Szalay, die lange Jahre hindurch mit Otto Heinek zusammenarbeitete: „Er war ein besonnener, rationaler, aber energischer Nationalitätenleiter, der sich für die Interessen der Ungarndeutschen durchgehend aufrichtig einsetze – im In- und im Ausland gleichermaßen. Er kämpfte für klare Ziele und mit klaren Mitteln, er argumentierte, vermittelte und diskutierte. Nicht nur die deutsche Gemeinschaft trauert um ihn: die ganze Nationalitätenpolitik Ungarns verlor durch seinen Tod eine herausragende Persönlichkeit. Eine maßgebliche Stimme verstummte für immer.“

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​Im Namen der Deutschen Botschaft Budapest würdigte Otto Heineks Person und Lebenswerk Gesandter Klaus Streicher. „Die Förderung der deutschen Minderheit wie der deutschen Sprache in Ungarn waren eng mit der Person Otto Heinek verbunden. Initiativen, die aus der Gemeinde kamen, fanden stets seine Unterstützung und er half bei der praktischen Umsetzung, wo er konnte. Sein feines Gespür für den richtigen Moment hat ihm immer dabei geholfen, die schwierige Gratwanderung zwischen Kontinuität und Fortschritt zu meistern.“

​Rührend verabschiedete sich auch Dr. Michael Józan-Jilling, Mitglied der LdU-Vollversammlung und einer der besten Freunde von Otto Heinek: „Trotz seines allzu kurzen Lebens ist sein Lebenswerk vollbracht und kein Torso: Seit der Wende setzte er sich unermüdlich für die Angelegenheiten der Nationalitäten ein. Ich kann mich noch zum Beispiel gut daran erinnern, dass wir Mitte der 90er viel über die vom Gesetzt ermöglichte kulturelle und Bildungsautonomie geträumt haben. Unter seiner Leitung kam schließlich ein ganzes Netzwerk von deutschen Selbstverwaltungen getragenen Bildungs- und Kulturinstitutionen zustande. Er war nicht nur ein guter Leiter, der die Gemeinschaft zusammenhalten konnte, sondern auch ein sensibler und liebevoller Freund.“

Die Landesselbstverwaltung wird ihrem Vorsitzenden ein ehrendes Andenken bewahren.

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