Neue Zeitung @deAnton Rittinger (1937 - 2019)

Anton Rittinger (1937 – 2019)

Nachruf

Traurigen Herzens und tief ergriffen gab die Führung der Stadt und der Deutschen Selbstverwaltung Bonnhard bekannt, dass Anton Rittinger am 26. Feber 2019, im Alter von 81 Jahren, verstorben ist. Rittinger war von 1994 – 2006 Vorsitzender der städtischen Deutschen Selbstverwaltung, von 2002 – 2006 Vizebürgermeister von Bonnhard und nahm aktiv am öffentlichen Leben der Kleinstadt teil. Anton Rittinger wurde am 4. März auf dem evangelischen Friedhof in Bonnhard zu Grabe getragen.

Rittinger Anton

Rittinger verbrachte seine Kindheit und Jugendzeit im kleinen Branauer Dorf Ofala, das – von der Vertreibung verschont – eine rein deutsche Gemeinde geblieben ist, wo überall die Mundart gesprochen wurde, nur in der Schule war das nicht erlaubt! Wegen der geringen Arbeitsmöglichkeiten war die Familie – Frau und zwei Kinder – gezwungen, nach Bonnhard zu ziehen.

Anton Rittinger erwarb sich im neuen Wohnort Freunde im Kreise der Ureinwohner, mit denen er 1965 Mitinitiator der Einführung des deutschen Sprachunterrichts in der Vörösmarty-Grundschule war. Es gelang, innerhalb der Patriotischen Volksfront den Nationalitäten-Unterausschuss zur Pflege der Kultur und Traditionen des Deutschtums in und um Bonnhard zu gründen. Zum Vorsitzenden wurde Anton Rittinger gewählt. Ermutigt durch das gute Beispiel entstanden in den umliegenden deutschen Gemeinden, so in Maratz/Mórágy, Hedjeß/Hőgyész und Großmanok/Nagymányok, ähnliche Aktivitäten. Im Leben der Ungarndeutschen waren dies in den 60er und 70er Jahren die ersten vorsichtigen Schritte. 1972 wurde unter seiner Leitung – unter den ersten im Lande –, der Deutschklub von Bonnhard gegründet, der im örtlichen Bildungszentrum ein Zuhause fand. Zum wichtigen Ziel des Klubs gehörte, die Kultur und Traditionen der Deutschen auch aus der Umgebung neu zu beleben und das Identitätsbewusstsein besonders in den jüngeren Generationen zu erwecken. Dem Deutschklub entwuchs der Bonnharder Deutsche Singchor, der bis heute erfolgreich tätig ist. Anton Rittinger war in zwei Zyklen Vorstandsmitglied und Vorsitzender der Tolnauer Sektion des Verbandes der Ungarndeutschen.

Nachdem sich die gesetzliche Grundlage veränderte, gründete man den Bonnharder Deutschen Gesang- und Lieder-Kulturverein, dessen Vorsitz Rittinger bis 2012 innehatte. Der Verein kaufte mit Unterstützung des „Hauses des Deutschen Ostens“ (München) ein typisch ungarndeutsches Haus und ließ es renovieren. Hier haben die deutsche Gemeinschaft und ihre Kulturgruppen ein neues Heim gefunden. Nach den ersten Minderheitenwahlen 1994 wurde Anton Rittinger zum Vorsitzenden der Deutschen Minderheitenselbstverwaltung von Bonnhard gewählt. 1994 – 2002 leitete er als Vorsitzender die Arbeit des Verbandes der Deutschen Minderheitenselbstverwaltungen der Tolnau. Er war von 1994 – 2006 Mitglied der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen.

Anton Rittinger trug mit seinem Lebenswerk zur Erhaltung des Deutschtums und zur Stärkung dessen Identität in der Tolnau bei. Für seine Verdienste erhielt er den Minderheitenpreis (1994), die Ehrennadel in Gold für das Ungarndeutschtum (1997) und den Niveaupreis für das Ungarndeutschtum in der Tolnau (2012).

Foto: Neue Zeitung/Monika Hucker

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Heute wurde das zweite Landesfinale des Gesangswettbewerbs für ungarndeutsche SchülerInnen am Budapester Campus der Apor-Vilmos-Hochschule ausgetragen.

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Die deutsche Nationalitätenliste hat kein Mandat errungen – der Bedarf an gemeinschaftlicher Vertretung bleibt weiterhin stark

Das Ergebnis zeigt auch, dass viele es für wichtig halten, dass ihre Gemeinschaft mit einer eigenständigen Stimme im öffentlichen Leben präsent ist.

Salamin András: Igazszólások V. / Herein Mária: Családi kör – 2

Diese besondere zweiteilige Publikation will nicht belehren, urteilen oder Geschichte erklären. Sie erzählt einfach wahre Geschichten und Lebenswege aus einem vergangenen Jahrhundert.

Ritter György: Végszó. Magyarországi németek elbeszélései az alávetettségükről, 1940-1970 (Band I und II)

Die beiden Bände richten sich an all jene, die die großen historischen Prozesse aus der Perspektive individueller Lebenswege verstehen möchten.

Irene Langemann: Das Gedächtnis der Töchter

Das hie empfohlene Buch ist ein tiefbewegender Roman über die Suche nach Identität in der Fremde, die vielen Facetten der Einsamkeit und die immer neu zu schöpfende Kraft, sie zu überwinden.