Bibliothek @deJohannes Weidenheim: Pannon regény. Katharina D. élete

Johannes Weidenheim: Pannon regény. Katharina D. élete

Möchten Sie über ähnliche Themen erfahren?
Drücken auch Sie ein Like auf die –> Zentrum Facebook-Seite

Über das Schicksal der Donauschwaben, die auf den Territorien der heutigen Vojvodina in Serbien, im südlichen Teil der Batschka gelebt haben, sind bislang zahlreiche historische und literarische Werke erschienen. Bei diesen geht es meistens um das friedliche Zusammenleben der verschiedenen Volksgruppen im multiethnischen Umfeld und/oder um das Leidensweg der Donauschwaben nach dem Zweiten Weltkrieg. Oft wird aber auch die Vertreibung, die Flucht und das Flüchtlingsleben thematisiert.

Johannes Weidenheim, der Autor des hier vorgestellten Werkes, ist als Johannes Ladislaus Schmidt 1918 in Batsch-Topola/Bačka Topola geboren. Er verbrachte seine Kindheit und Jugendzeit in Werbaß/Vrbas, wo er schon zu jener Zeit mit dem Schreiben anfing. Von dem Namen der Siedlung entnahm er auch sein Pseudonym (das serbische Wort Vrbas bedeutet Weide). Wie Tausende seiner Landsleute, lebte er auch in Österreich, später bis zu seinem Tode im Jahre 2002 in Westdeutschland. Er war als Redakteur, Lehrer, vor allem aber als Schriftsteller tätig. In mehr als der Hälfte seiner Werke behandelte er Themen der heimatvertriebenen Donauschwaben. Er zählte unter seinen Zeitgenossen zu den begabtesten und erfolgreichsten in der BRD lebenden donauschwäbischen Autoren der Nachkriegszeit.

Pannon regeny

Der hier vorgestellte Roman wurde ursprünglich mit dem Titel Lebenslauf der Katharina D. 1963, dann als Neuauflage 1991 mit dem Titel Pannonische Novelle: Lebenslauf der Katharina D. veröffentlicht. Der Roman wird auch als eines der bedeutendsten epischen Werke der donauschwäbischen Literatur bezeichnet, der sogar 1998 als allererster unter den donauschwäbischen Romanen ins Serbische übersetzt wurde. Das hier empfohlene Ausgabe ist die allererste ungarische Übersetzung aus Weidenheims Lebenswerk.

Wenn man die Erzählung mit einem Wort zusammenfassen möchte, dann könnte er sie mit dem Wort Verlust apostrophieren. Von der Kritik wurde das Werk auch als Epos der Heimatvertriebenen ohne eine Spur vom Revanchismus beurteilt. Wie auch der Titel hindeutet, geht es hier um das Schicksal einer Donauschwäbin, die nach ihrem Mann Katharina Delhaes heißt, und trotz ihres bescheidenen Bauernvermögens ein hartes Leben führen muss. Die Geschichte beginnt mit ihrem Geburt gerade im Milleniumsjahr des ungarischen Königreiches 1896 und endet 1962 in Österreich. Die historischen Ereignisse werden durch die Einzelschicksale der Protagonisten in der multiethnischen Dorfgemeinschaft später auf Katharinas Fluchtweg und auch während ihres Flüchtlingseins aus der Perspektive des kleinen Mensches dargestellt. Der Zerfall der K.u.k.-Monarchie, die Geburt des jugoslawischen Staates, der von einem aus dem „Reich” kommenden deutschen Volkskundler ausgelöste zunehmende Nationalismus, die „Rückkehr” des Gebiets zu Ungarn, der Zusammenbruch nach dem Zweiten Weltkrieg – diese Geschehnisse kann der Leser „hautnah” verfolgen. Durch den scharfen Kritik der alt gewordenen Frau, die mit dem Flüchtlingstreck in Österreich angekommen ist und anschließend als heimatvertriebene Donauschwäbin vegetiert, werden als Ursachen des Leidens schließlich der Nationalsozialismus und der sinnlose Krieg benannt.

Dieses Werk empfehlen wir allen, die sich mit dem Leidensweg und Schicksal der nach dem Zweiten Weltkrieg aus Jugoslawien geflüchteten Donauschwaben durch eine mitreißende Geschichte einer Donauschwäbin auseinandersetzen möchten.

Johannes Weidenheim: Pannon regény. Katharina D. élete
[Übersetzung ins Ungarische anhand der originellen Ausgaben der Bücher Lebenslauf der Katharina D. (1963) und Pannonische Novelle: Lebenslauf der Katharina D. (1991)]
Budapest : Cédrus Művészeti Alapítvány – Napkút Kiadó, 2017.
114 S.
Sprache: Ungarisch

Die empfohlenen Bücher sind in der Sammlung der Ungarndeutschen Bibliothek – wenn nichts weiteres Angegeben – nur zur Leihe zugänglich.
Weitere Informationen: info@bibliothek.hu
Webseite: www.bibliothek.hu

Ergebnisse des 2. Landesfinales des ungarndeutschen Gesangswettbewerbs

Heute wurde das zweite Landesfinale des Gesangswettbewerbs für ungarndeutsche SchülerInnen am Budapester Campus der Apor-Vilmos-Hochschule ausgetragen.

Kunst und Handwerk im Fokus

Die Wanderausstellung mit den Finalisten des Vorjahres vom ungarndeutschen Online-Fotowettbewerb Blickpunkt war in der Karwoche in Bohl zu sehen.

Eins, zwei, drei, Dramenfestival!

Auch in diesem Jahr wurde das regionale Dramenfestival in Ugod – mit der Teilnahme von etwa 150 SchülerInnen aus 11 ungarndeutschen Grundschulen aus Westungarn und der Hauptstadt – veranstaltet.

Die deutsche Nationalitätenliste hat kein Mandat errungen – der Bedarf an gemeinschaftlicher Vertretung bleibt weiterhin stark

Das Ergebnis zeigt auch, dass viele es für wichtig halten, dass ihre Gemeinschaft mit einer eigenständigen Stimme im öffentlichen Leben präsent ist.

Salamin András: Igazszólások V. / Herein Mária: Családi kör – 2

Diese besondere zweiteilige Publikation will nicht belehren, urteilen oder Geschichte erklären. Sie erzählt einfach wahre Geschichten und Lebenswege aus einem vergangenen Jahrhundert.

Ritter György: Végszó. Magyarországi németek elbeszélései az alávetettségükről, 1940-1970 (Band I und II)

Die beiden Bände richten sich an all jene, die die großen historischen Prozesse aus der Perspektive individueller Lebenswege verstehen möchten.

Irene Langemann: Das Gedächtnis der Töchter

Das hie empfohlene Buch ist ein tiefbewegender Roman über die Suche nach Identität in der Fremde, die vielen Facetten der Einsamkeit und die immer neu zu schöpfende Kraft, sie zu überwinden.