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„Ein armer Teufel, ein Vagant…”

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Villon-Abend mit Schauspieler Bálint Walter
im Rahmen der Programmreihe „deutschsprachige Kultur & Kulinarik“

Begegnungs- und Kennenlernmöglichkeit, verbunden mit einem modernen deutschsprachigen Schauspielerlebnis und einem feinen Dinner: Bereits zum vierten Mal lud die Deutsche Selbstverwaltung Fünfkirchen Ungarndeutsche und Deutschsprechende in das Lokal „Trafik” zu einem thematischen Abend ein. Kulinarische und kulturelle Genüsse ließen die Veranstaltung zu einem einmaligen Erlebnis für die Gäste werden.

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2019 startete die Deutsche Selbstverwaltung Fünfkirchen ihre Programmreihe „Kultur & Kulinarik“, die nach drei Veranstaltungen und einer längeren, pandemiebedingten Pause am 9. November 2021 fortgesetzt werden konnte.

„François Villon ist einer der bedeutendsten Dichter des Spätmittelalters. Sein Lebenswerk steht weit über dem bloßen Status europäischen Kulturguts: es ist bis heute eine Inspiration für Literatur, bildende und darstellende Kunst, sowie Musik“ – formulierte Schauspieler Bálint Walter, der eine Auswahl von Villons Gedichten auf Deutsch zum Besten gab. „Es gab zahlreiche Versuche, seine Gedichte ins Deutsche zu übersetzen, doch die meistgelungenen Übertragungen sind wohl eindeutig die des expressionistischen Dichters Paul Zech, der durch sein eigenes, sehr bewegtes Leben wohl auch das größte Einfühlungsvermögen für François Villons Werke entwickeln konnte. Daher bilden seine Textversionen die Hauptsäule meines Villon-Abends“, so der in Fünfkirchen geborene und derzeit in Salzburg schaffende Schauspieler, der nach seinem Abitur am Valeria-Koch-Bildungszentrum Germanistik und Hungarologie in Budapest studierte, und anschließend eine Schauspielausbildung an der Europäischen Theaterschule Bruneck absolvierte. Durch sein Spiel schälte sich die Figur des Dichters als eine in Räuberhöhlen und Hurenhäusern, gleichzeitig aber auch an der Universität und an Adelshöfen verkehrende Person heraus. Seine sprachlich hochraffinierten – und sehr beeindruckend rezitierten – Texte triefen von extremer Lebensfreude, Freiheitsliebe und Humor, aber auch Enttäuschung und Leid.

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„Die Werke des französischen Dichters, Villon wurden den Zuhörern trotz ihrer schwierigen Sprache auf unterhaltsame Weise präsentiert“, meinte Karina Klein-Pájer, die mit Freunden am Kultur-Kulinarik-Abend teilnahm. „Der literarische Abend brachte Freunde und Liebhaber der deutschen Sprache und Literatur zusammen. Es war eine qualitativ hochwertige Veranstaltung mit einer guten Atmosphäre. Ich freue mich auf die Teilnahme an künftigen Veranstaltungen.“

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Wir messen dieser Veranstaltungsreihe einen hohen Stellenwert bei“, so János Flodung, der Vorsitzende der Deutschen Selbstverwaltung Fünfkirchen, „denn die Reflexionen des Publikums waren bisher immer sehr positiv. Fünfkirchen ist eine Stadt der Ungarndeutschen, wo die deutschsprachige Schauspielkunst Traditionen hat. An diesen Traditionen wollten wir uns vor drei Jahren anknüpfen, als wir die Programmreihe Kultur & Kulinarik ausdachten. Leider sind voriges Jahr die geplanten Aufführungen ausgefallen, aber nach diesem Abend bin ich sehr zuversichtlich und hoffe, dass wir in der Zukunft weiterhin mit jährlich mindestens zwei Theaterabenden rechnen können. Unser Ruf ist nämlich sehr gut: die bisherigen Inszenierungen waren alle Uraufführungen.“

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Ausgezeichnet köstlich waren die aufgetischten französischen Spezialitäten: Entenbrust mit Honig und Ingwer, geschmorte grüne Bohnen und Butterkartoffelpüree, und zum Dessert Apfelkuchen aus der Normandie.

Die Deutsche Selbstverwaltung Fünfkirchen dankt an dieser Stelle allen Anwesenden für das Kommen.

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