Am 21. Januar ist der anerkannte ungarndeutsche Kapellmeister Johann Fódi verstorben.
Johann Fódi ist 1933 in Pering/Tósokberénd im Komitat Wesprim/Veszprém geboren. Sein Musikstudium begann er auf Klarinette, studierte Chorleitung und wurde Musiklehrer. Ab 1963 unterrichtete er an der Tscholnoker Musikschule, später wurde er ihr Direktor. Er war mehr als 50 Jahre lang Dirigent der Tscholnoker Blaskapelle, er ging 2015 in den Ruhestand.
Der bekannte und beliebte Kapellmeister war eine bedeutende Figur des ungarndeutschen Musiklebens. Er war Mitbegründer des Landesrates der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen. Innerhalb des Landesrates gründete er das ungarndeutsche Jugendauswahlorchester, aber ihm ist auch die Idee für das Treffen der Musiker mit alten Instrumenten zuzusprechen.
Sein Lebenswerk wurde mit mehreren Preisen gewürdigt, 2002 erhielt er die „Ehrennadel in Gold für das Ungarndeutschtum” von der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, 2006 wurde er mit dem Josef-Gungl-Preis des Landesrates ausgezeichnet.
Johann Fódi war ein hervorragender Musikant, Pädagoge, aber vor allem war er ein selbstloser und netter Mensch, der sich sein ganzes Laben lang für die ungarndeutsche Gemeinschaft und die Weitergabe der musikalischen Traditionen seiner Volksgruppe einsetzte.

