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Kinder werden nicht allein zweisprachig!

Sprachvermittlung mit dem Prinzip „Eine Person – eine Sprache“

Die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen
hat in diesem Schuljahr eine Online-Fortbildung
im Förderbereich Erhaltung der deutschen Sprache gestartet.

Ziel ist die Qualitätsförderung der deutschsprachigen Erziehung in den Nationalitäten-kindergärten.

Ziel ist die Qualitätsförderung der deutschsprachigen Erziehung in den Nationalitäten-kindergärten.

Es haben sich 15 Kindergartenpädagoginnen dazu entschieden, sich mit dem Sprachvermittlungsmodell „Eine Person – eine Sprache“ vertraut zu machen, und ihre Sprachkenntnisse praxisbezogen zu erweitern und dieses Prinzip parallel in der eigenen Gruppe einzuführen. Dieses Modell kommt aus dem Familienbereich, wo die Sprachen in der Familie bestimmten Personen zugeteilt sind. Ein Elternteil bevorzugt die Umgebungssprache, meistens die Sprache des Landes, in dem sie leben, der andere Elternteil spricht die eigene Muttersprache. In einem zweisprachigen Kindergarten spricht eine Kindergärtnerin die Umgebungssprache, also in unserem Fall ungarisch, die andere Kindergärtnerin die neue Sprache, die deutsche Nationalitätensprache. Dies sollte konsequent umgesetzt werden, ohne damit zu verkrampft umzugehen. Bei diesem Sprachvermittlungsmodell übernimmt die ungarndeutsche Kindergärtnerin in der Gruppe die Rolle der „deutschsprachigen Kindergärtnerin“. Sie geht so damit um, dass sie die Kinder in ein Sprachbad eintaucht, in jeder Situation konsequent nur auf Deutsch spricht und kontinuierlich nur die deutsche Umgangssprache benutzt. Die Rolle der „deutschsprachigen Kindergärtnerin“ – in der Fachliteratur „Immersionsfachkräfte – setzt eine ungarndeutsche Kindergärtnerin, die sichere Sprachkenntnisse beherrscht, pädagogisch bewusst, konsequent und engagiert ist, voraus, wobei Kinder gerne als „Dolmetscher“ auftreten dürfen, wenn sie dies möchten.

Die Online-Form ermöglicht, dass praktizierende Kindergartenpädagogen vom ganzen Land aus Jula/Gyula, Elek, Taks/Taksony, Iklad, Budapest, Hanselbek/Érd, Hajosch/Hajós, Wardom/Várdomb, Kischludt/Kislőd an der Fortbildung teilnehmen können, aber laut Rückmeldungen der Teilnehmer wurde eine gemischte Form von Online- und persönlicher Teilnahme effektiver.

Brigitta Cseri und Erika Katók-Rest meinen, dass der erste Schritt war, sich dieses Sprachvermittlungsprinzip klar zu machen. Es kam auch vor, dass mehrere Kindergärtnerinnen aus demselben Kindergarten für den Kurs Interesse zeigten. Sie waren der Meinung, dass man das Gelernte untereinander besser besprechen und aufarbeiten kann. Sogar ist die Möglichkeit entstanden, die Methode schrittweise einzuführen. In diesem Prozess konnten sie einander gleichzeitig unterstützen, Erfahrungen austauschen, einander ermutigen und anderen die Methode vorstellen.

Der fachliche Austausch mit den Kolleginnen, die Wissensteilung spielten auch bei Bernadett Balog eine bedeutende Rolle: „Ich habe konkrete Ideen und methodisch-didaktische Anweisungen bekommen, wodurch meine Arbeit niveau- und inhaltsvoller geworden ist. Ich wurde dazu motiviert, die Kenntnisse mit meinen Kolleginnen zu teilen und dass die Sprache in meinem pädagogischen Alltag einen festen Bestandteil bekommt und immer präsent ist.”

„Die Methodik war mir dabei sehr hilfreich, meine junge Kollegin, die dieses Jahr mit mir in der Gruppe arbeitet und jetzt die deutsche Ausbildung für Kindergärtnerinnen angefangen hat, sie bei ihrem Studium und bei ihrer Arbeit besser und bewusster unterstützen zu können.“ – meinte Monika Manga-Beck aus Hajós.

„Ich habe mehr Mut, neuen Schwung und Motivation bekommen, noch mehr mit den Kindern und auch mit den Kolleginnen deutsch zu sprechen.“ – teilte Monika Manga-Beck auch mit.

„Mein Wortschatz hat sich viel entwickelt, so kann ich meine sprachliche Modellrolle bewusster übernehmen.” – schrieb Bernadett Balog.

Der erste Schritt wurde getan. Der Kurs hat die Teilnehmerinnen angespornt, konsequentes Sprachverhalten zu praktizieren, die Schlüsselfunktion der Kindergartenpädagogin in der Sprachvermittlung zu erkennen, die eigenen Sprachkenntnisse auch im Bereich Fachsprache zu entwickeln. Der Mühe ist es wert!

Der Online-Kurs „Eine Person – eine Sprache“ konnte durch die Förderung des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat durchgeführt werden.

Ergebnisse des 2. Landesfinales des ungarndeutschen Gesangswettbewerbs

Heute wurde das zweite Landesfinale des Gesangswettbewerbs für ungarndeutsche SchülerInnen am Budapester Campus der Apor-Vilmos-Hochschule ausgetragen.

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Die Wanderausstellung mit den Finalisten des Vorjahres vom ungarndeutschen Online-Fotowettbewerb Blickpunkt war in der Karwoche in Bohl zu sehen.

Eins, zwei, drei, Dramenfestival!

Auch in diesem Jahr wurde das regionale Dramenfestival in Ugod – mit der Teilnahme von etwa 150 SchülerInnen aus 11 ungarndeutschen Grundschulen aus Westungarn und der Hauptstadt – veranstaltet.

Die deutsche Nationalitätenliste hat kein Mandat errungen – der Bedarf an gemeinschaftlicher Vertretung bleibt weiterhin stark

Das Ergebnis zeigt auch, dass viele es für wichtig halten, dass ihre Gemeinschaft mit einer eigenständigen Stimme im öffentlichen Leben präsent ist.

Salamin András: Igazszólások V. / Herein Mária: Családi kör – 2

Diese besondere zweiteilige Publikation will nicht belehren, urteilen oder Geschichte erklären. Sie erzählt einfach wahre Geschichten und Lebenswege aus einem vergangenen Jahrhundert.

Ritter György: Végszó. Magyarországi németek elbeszélései az alávetettségükről, 1940-1970 (Band I und II)

Die beiden Bände richten sich an all jene, die die großen historischen Prozesse aus der Perspektive individueller Lebenswege verstehen möchten.

Irene Langemann: Das Gedächtnis der Töchter

Das hie empfohlene Buch ist ein tiefbewegender Roman über die Suche nach Identität in der Fremde, die vielen Facetten der Einsamkeit und die immer neu zu schöpfende Kraft, sie zu überwinden.