SchnellnachrichtenDenkmal in Hajosch zur Erinnerung an die Vertriebenen eingeweiht

Denkmal in Hajosch zur Erinnerung an die Vertriebenen eingeweiht

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Viele versammelten sich an einem heißen Julinachmittag, am 16. Juli, auf dem Köztársaság Platz in Hajosch/Hajós. Ein schönes Denkmal ziert seit diesem Tag die Stadt.

Die Idee des Denkmals stammt von Dr. Josef Schindler, dem Vorsitzenden der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung Hajosch, unterstützt wurde sie von Bürgermeisterin Elisabeth Estók-Szalczer. Obwohl seit der Wende alle Nationalitäten die Möglichkeit haben, Gedenkstätten zu errichten, gab es in Hajosch bislang kein würdiges Denkmal für die Vertriebenen.

Dieses nun eingeweihte Denkmal ist einzigartig in dem Sinne, dass die Namen der aus Hajosch Vertriebenen darauf stehen. „So erscheint neben der traumatisierten Gemeinschaft auch das Individuum”, sagte Dr. Josef Schindler in seiner Rede. Die deutsche Selbstverwaltung spielte eine bedeutende Rolle in der Aufzeichnung der mehr als 500 Namen und in der Spendensammlung. Auf ihre Bitte trugen die Bürgermeister von Uttenweiler und Unlingen (Baden-Würtemberg/Deutschland), Werner Binder und Gerhard Hinz, mit einer bedeutenden Summe zur Verwirklichung des Denkmals bei.

Die Festrede hielt Dr. Susanne Gerner, Honorarkonsulin der Bundesrepublik Deutschland aus Fünfkirchen. Sie ließ uns erinnern, dass das Innenministerium damals die Errichtung von 22 Sammel- und Internierungslagern vorschlug – eines davon in Hajosch -, um die Vertreibung der Ungarndeutschen vorzubereiten. So wurden 150.000 Personen ungarndeutscher Abstammung in die amerikanische und 50.000 Personen in die sowjetische Besatzungszone des zerstörten Deutschlands vertrieben.

Das Werk des Szegediner Bildhauers László Bánvölgyi wurde von Honorakonsulin Dr. Susanne Gerner, Parlamentsabgeordnetem Gábor Bányai, dem  Vizepräsidenten der Bezirkversammlung des Komitats Batsch-Kleinkumanien/Bács-Kiskun Dr. Kornél Mák, Bürgermeisterin Elisabeth Estók-Szalczer, DNSV-Vorsitzendem Dr. Josef Schindler, dem Pfarrer der Stadt Sándor Kosik und dem Bildhauer selbst enthüllt. Dabei leisteten in Volkstracht gekleidete Kinder aus der Hajoscher Sankt Emmerich Grundschule und dem Kindergarten Hilfe. Der Hajoscher Schwäbische Liederkreis – geleitet von Maria Schön – sang auf Knopfharmonika begleitet schwäbische Lieder.

Bilder vom neuen Hajoscher Denkmal (Fotos: Judit Beck)

Hajosch freut sich über das Denkmal. Das Ziel der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung ist, dass die schrecklichen Geschehnisse der Nachkriegszeit nicht in Vergessenheit geraten. Unsere gemeinsame Verantwortung ist groß, wir dürfen nicht zulassen, dass solche Grausamkeiten wieder vorkommen. So schön schrieb Valeria Koch: „[…] stoppt schon den kleinsten Haß und sagt rechtzeitig Halt […]”.

Dr. Erika Schindler-Geiger
Mitglied der Hajoscher Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung

Fotos: Judit Beck, Dr. Erika Schindler-Geiger, Pál Szilágyi

Video: Hajós TV

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