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Eine großangelegte Veranstaltung wurde in Kalas veranstaltet, um der vor drei Jahrhunderten angesiedelten deutschen Vorfahren zu gedenken und ihr Erbe zu ehren. Am 6. August konnten sich die Besucher über das Programm mit Sicherheit nicht beklagen.
„Die Feier haben wir in der Evangelischen Kirche mit einer Messe begonnen und während des Tages gibt es an mehreren Orten im Dorf Programme, man kann das Heimatmuseum besichtigen, an Dorfführungen Kalas besichtigen oder sogar mit der Kutsche durch die Straßen fahren”, erzählte Bürgermeisterin Monika Mayer-Kovács.
Volkskundeforscher Bence Ament-Kovács hielt einen ausführlichen Vortrag über die Ansiedlung der Deutschen in Kalas bzw. auf dem Landsgut des Grafen Mercy. 1941 lebten im Dorf noch 823 Menschen, davon 784 Nachfahren der einstigen deutschen Siedler, nach dem Krieg wurden sie vertrieben und Sekler bzw. Oberungarn angesiedelt.
Heute hat Kalas weniger als 150 Einwohner. Trotz der partiellen Entvölkerung besteht Hoffnung, denn immer mehr Leute mit mehr oder weniger Bezug zum Dorf entdecken dieses Schmuckkästchen voller ungarndeutscher Bauernhäuser. Nach dem Kauf der Immobilien sanieren sie diese und lassen die Gebäuden in alten Prunk wieder erstrahlen. Regisseur Norbert Pálinkás dreht zum Beispiel ein Vlog und lässt die Zuschauer die Renovierung seines alten Hauses im Internet mitverfolgen.
In der Béke Straße steht ein wunderschön hergerichtetes Bauernhaus, welches Johann Lux 1942 fertigstellte. Von der Enteignung nach dem Zweiten Weltkrieg blieb die Familie nicht verschont. 64 Jahre dauerte es, bis im Jahr 2009 die Pforte wieder in Familienbesitz kam. Die zwei Enkelinnen und ihre Gatten – Erzsébet Csorba-Lux, Károly Csorba und Margit Pankotai-Lux, Csaba Pankotai – kauften das Haus zurück. Die Lies-Kammer mit der ständigen Ausstellung über die Familie und mit ungarndeutschen Trachten und Gegenständen bzw. die Johann-Lux-Stallgalerie sind heute Treffpunkt für die sich für Volkskunde und Kultur interessierenden Menschen.
Anlässlich des großen Festes in Kalas wurde in der Stallgalerie diesmal eine Fotoausstellung aus den Bildern von Rudolf Hartmann eröffnet. Der Leipziger Volkskundeforscher bereiste zwischen 1925 und 1943 ganz Ungarn und hinterließ ein Material von zehntausend Bildern, darunter auch Aufnahmen von unschätzbarem Wert von Kalas und Kalaser Menschen. In der Ausstellung waren auch Bilder aus dem Lux-Familienarchiv bzw. einige Trachten aus der eigenen Kleidersammlung zu sehen, sowie eine Auswahl von Maria Tills in Tolnauer deutschen Trachten gekleideten Puppen zu bewundern.
Die Ausstellung wurde von Monika Ambach, der Direktorin des Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrums und Bibliothek, eröffnet. Sie gab einen Überblick über die Geschichte der Fotografie aus volkskundlichem Aspekt, würdigte die Arbeit der Ehepaare Csorba-Lux und Pankotai-Lux, die ihr Versprechen einlösten und aus dem Lux-Haus eine Vorzeigebegegnungsstätte zauberten.
Von dieser Entwicklung und der blühenden Arbeit der InhaberInnen ließen sich auch die Keramiker Mónika Ágoston-Papp und Gábor Papp aus Murgau zu einer Keramik inspirieren. Ihr Werk, das neben dem Eingang der Lux-Stallgalerie enthüllt wurde, stellt einen florierenden Garten dar. Hoffentlich bleibt dieses Werk für lange Zeit nicht nur für das Lux-Haus, sondern auch für ganz Kalas ein Symbol.
Text: Zentrum.hu
Foto: Zentrum.hu – Attila Kovács


























