Bibliothek @de„Dahoam”. Gedichte und Geschichten von Franz Zeltner

„Dahoam”. Gedichte und Geschichten von Franz Zeltner

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2022 veröffentlichte die Deutsche Selbstverwaltung Ödenburg den Band Dahoam mit Werken von Franz Zeltner. Anlässlich seines 110. Geburtstages wollte man an seine Person und sein Werk erinnern, und so entstand die Idee, dieses Buch zusammenzustellen.

Franz Zeltner wurde 1911 in Brennberg geboren. Die männlichen Vorfahren seiner Familie arbeiteten alle im Bergbau, und so war auch ihm dieses Leben vorbestimmt. Wegen eines Unfalls verlor er jedoch das Augenlicht auf einem Auge und musste einen anderen Beruf suchen. Seit seiner Kindheit interessierte er sich für den Lehrerberuf, da ein Lehrer auf dem Lande immer hoch angesehen war. 1928 wurde er in die deutsche Lehrerbildungsanstalt aufgenommen, musste aber sein Studium nach einem Jahr abbrechen. Der Tod seiner Mutter machte es notwendig, dass er für den Unterhalt der Familie aufkommt, so dass er eine Ausbildung zum Kaufmann machte und bis zu seiner Pensionierung in diesem Beruf arbeitete.

Während in der Welt vieles geschehen ist, versorgte er die Menschen mit dem, was sein Geschäft zu bieten hatte. Zum Lesen und Schreiben blieb ihm wenig Zeit, da er sich hauptsächlich mit Rechnungen und Lieferscheinen beschäftigte. Doch als er 1973 in der Neuen Zeitung eine Anzeige für einen literarischen Wettbewerb sah, schickte er der Redaktion ein paar Verse als Erinnerung an seine jugendlichen Schreibversuche. Die Jury verlieh ihm für sein Gedicht Leut’, Sautanz ist heut’ einen Sonderpreis, und er wurde zur Preisverleihung nach Budapest eingeladen. Das gab ihm den Anstoß und den Mut, im Ruhestand zur Feder zu greifen und alles niederzuschreiben, was er erlebt hatte, was um ihn herum geschah, was ihn beschäftigte und was ihn innerlich bewegte. Er schrieb mehr und mehr für das ungarndeutsche Wochenblatt und hatte das Gefühl, dass seine Texte ein Erlebnis für den Leser waren, obwohl er das literarische Schreiben nie gelernt hatte.

Dieser Band enthält neunundfünfzig seiner Gedichte, die meisten davon in Mundart, sowie eine Kurzgeschichte und die Bergwerksgeschichte von Brennberg. Seine Gedichte decken ein breites Themenspektrum ab, von Alltagssituationen bis zu vergessenen Helden. Beim Lesen spürt man, dass er seine Gedanken bereits als alter, weiser und erfahrener Mann zum Ausdruck bringt. In der Kurzgeschichte schildert er seine Erfahrungen in Kirgisistan, das er 1926 besuchte.

Stolz beschreibt Franz Zeltner in seiner Biografie, wie er dank der Ermutigung im Ruhestand das verwirklichen konnte, was er sich als Kind vorgenommen hatte, nämlich aktiv zu bleiben, zu schaffen und zu unterhalten, solange er konnte. Wir empfehlen diesen Band auch als Ermutigung all jenen, die unerzählte Geschichten haben, diese lebendig zu halten, denn es ist nie zu spät, diese weiterzugeben.

„Dahoam”. Gedichte und Geschichten von Franz Zeltner 
Herausgeber: Deutsche Selbstverwaltung Ödenburg, 2022
133 Seiten
Sprache: Deutsch

Die empfohlenen Bücher sind in der Sammlung der Ungarndeutschen Bibliothek – wenn nichts weiteres Angegeben – nur zur Leihe zugänglich.
Weitere Informationen: info@bibliothek.hu
Webseite: www.bibliothek.hu

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