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Karl-Peter Krauss: Mord an der Donau

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In dieser Woche bieten wir den Lesern der Ungarndeutschen Bibliothek ein Buch über die Geschichte eines tragischen Vorfalls an, in dem die Umstände eines 1812 in Tscheb begangenen Mordes beschrieben werden.

Der Autor des Buches, Karl-Peter Krauss, ist am Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde in Tübingen Leiter des Forschungsbereichs Demographie/Sozialgeographie sowie Lehrbeauftragter am Geographischen Institut der Universität Tübingen. Die Schwerpunkte seiner Forschungen sind historische Demographie, historische Anthropologie, wirtschafts- und sozialgeschichtliche Themen der Migrationsgeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts sowie Sozialgeographie.

Mehr als ein Dutzend Männer des in der Batschka gelegenen Dorfes Tscheb haben sich verschworen, um an einem Septemberabend des Jahres 1812 ihren Grundherrn Leopold von Márffy gemeinschaftlich zu ermorden. Das Opfer war auf dem Weg nach Hause, als der wütende Mob seine Kutsche rammte und ihn erschoss. Die Menschen waren so wütend, dass sie ihren Unterdrücker nach den Schüssen auch noch auf andere Weisen verletzten. Die Täter konnten die Behörden erst nach Überwindung einer Mauer des Schweigens ermitteln. Unterdessen zeigten ihre Akten vor allem eines auf: die vorherige Willkürherrschaft eines Adeligen, der seine Stellung und Beziehungen dazu genutzt hatte, um Ausbeutungen, Misshandlungen und sexuelle Missbräuche schlimmster Sorte ungeahndet durchzuführen. Jahrelang hatte er seine Untertanen ausgepresst, Mädchen und Frauen auf das Schlimmste missbraucht, Männer und sogar schwangere Frauen durchprügeln lassen. Vorangegangene Prozesse der Untertanen, ja auch Eingaben bei Kaiser und König Franz I. sowie beim Erzbischof – nichts schien den Grundherrn zu bändigen. Karl-Peter Krauss wirft von dem mikrogeschichtlichen Geschehen aus die Fragen von Recht und Rechtswirklichkeit in der adeligen Selbstverwaltung im Königreich Ungarn und im neuen Kaisertum Österreich für die Achsenzeit um 1800 ganz neu auf. 

Jeder sollte nach diesem Buch greifen, der die namen- und gesichtslosen Akteure einer Epoche aus nächster Nähe kennenlernen möchte, aber es ist auch für diejenigen lesenswert, die die Staatlichkeit und das diffizile Funktionieren des Habsburgerreiches in der frühen Neuzeit besser verstehen möchten.

Karl-Peter Krauss: Mord an der Donau. Leopold von Márffy und die deutschen Untertanen in Tscheb (1802-1812) Eine Mikrogeschichte der Gewalt
Berlin : De Gruyter Oldenbourg, 2018
306 Seiten
Sprache: Deutsch

Die empfohlenen Bücher sind in der Sammlung der Ungarndeutschen Bibliothek – wenn nichts weiteres Angegeben – nur zur Leihe zugänglich.
Weitere Informationen: info@bibliothek.hu
Webseite: www.bibliothek.hu

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