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„Das Geheimnis der Kirche liegt in der Gemeinschaft“
Kemend/Máriakéménd ist ein bedeutender Wallfahrtsort der Ungarndeutschen im Komitat Branau, dessen Entstehung einer wundersamen Marienerscheinung im April 1740 zu verdanken ist. Der Legende nach wurden Kemender Mädchen zu jener Zeit auf eine glänzende Staute der Mutter Gottes mit Jesu auf ihrem Arm aufmerksam, als sie bei der Ruine der früheren St. Nikolauskirche spielten. Die Statue verschwand plötzlich, als man sie aufrichten wollte. Die Nachricht der Erscheinung von Maria verbreitete sich schnell, bereits 1753 wurde an jenem Ort eine katholische Wallfahrtskirche errichtet und der Gottesmutter Maria geweiht. Kemend gehört seit 1776 zur Diözese Fünfkirchen, seit dem 18. Jahrhundert ist die Kirche außerhalb des Dorfes nachweislich als Wallfahrtsort dokumentiert. Die Deutschen wurden übrigens schon etwas früher, ab 1725 aus der Gegend von Fulda in Kemend angesiedelt. Die Ungarndeutsche Wallfahrt findet hier jedes Jahr um den 8. September (Mariä Geburt) statt.
Mehrere hundert Anwesende, darunter die Bewohner von Kemend, Pilgerer, Vertreter der im Ort und in der Umgebung lebenden Nationalitäten, christliche und weltliche Würdenträger und Gesandte versammelten sich am 7. Mai in der Wallfahrtskirche zur Segnung des Wallfahrtsortes nach der langjährigen Renovierung. Um die zwei Jahre haben die Renovierungsarbeiten an der äußeren Fassade und dem Dach der Kirche in Anspruch genommen, es wurden außerdem auch neue Fenster eingebaut. Der mehrere Hektar große Kirchengarten wurde ebenfalls erneuert und der Wallfahrtsort erstrahlt heute wieder in seinem alten Glanz. Bischof László Felföldi aus Fünfkirchen segnete die Kirche und zelebrierte anschließend den Festgottesdienst.
„Eine Kirche ist in sich leer, das Geheimnis der Kirche liegt in der Gemeinschaft und das Geheimnis der Gemeinschaft in der Bibel und dem Altar, aus denen wir Nahrung und Kraft schöpfen und durch deren Kraft wir unser Leben gestalten können und müssen“ sagte Bischof Felföldi. In Kemend ist es tatsächlich der Kraft der Gemeinschaft zu verdanken, dass der Wallfahrtsort so lebendig ist: Es ist allen voran der Verdienst der Deutschen Selbstverwaltung Kemend, der Selbstverwaltung Máriakéménd und des Freundeskreises „Für die Wallfahrtskirche“, die sich stets um Förderungen bemüht haben, aber auch ihre Mitglieder und Abgeordneten selber keine Zeit und Mühe gescheut haben, ihren Wallfahrtsort neu zubeleben und zu renovieren.

Festreden hielten der Staatssekretär für Kirchen- und Nationalitätenangelegenheiten, Miklós Soltész, der ungarndeutsche Parlamentsabgeordneter Emmerich Ritter, Bürgermeisterin Rita Fábián-Mester sowie Endre Gábor Biki, der Kirchendiener des Wallfahrtsortes. In der Messe sang der Intermelody Chor aus Surgetin. Weitere Renovierungsarbeiten sind in Zukunft auch im Kircheninneren vorgesehen.

Der Wallfahrtsort steht den Besuchern offen. Im Kirchengarten befindet sich auch eine Pilgerunterkunft. Die wichtigsten Feste des Wallfahrtsortes Kemend sind: das Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel (15. August) sowie Mariä Geburt (8. September), außerdem Mariä Lichtmess (2. Februar), Mariä Verkündigung (25. März), Mariä Heimsuchung (2. Juli), Mariä Namen (12. September) und das Gedächtnis der Schmerzen Mariens (15. September).
Text: Gabriella Sós
Fotos: Endre Gábor Biki











