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Bad Niedernau – Ein Ort des Gedenkens

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Mit Unterstützung des St. Gerhards-Werks Stuttgart (GW) nahm zwischen dem 23.-28. April eine Schülergruppe aus Ungarn zum ersten Mal am Projekt „Sprache und Kultur intensiv” in Deutschland teil. Die Schüler und die Pädagogen aus Budapest freuten sich über die Programme zum Thema „deutsche Sprache bzw. deutsche, ungarndeutsche Kultur und Geschichte”. Dr. Rainer Bendel, Professor an der Universität in Tübingen, Stuttgart und Geschäftsführer des GW, hat die Gruppe über die gesamte Dauer ihres Aufenthalts begleitet. Alle Beteiligten lernten viel aus dieser Reise.

Der Aufenthalt in Baden-Württemberg umfasste Ausflüge und Wanderungen zur Erkundung von historisch und kulturell bedeutsamen Orten, und die Schüler hatten Gelegenheit zu sehen, von wo aus unsere deutschen Ahnen im 18. Jahrhundert aufgebrochen sind, um in der Zeit der habsburgischen Herrschaft Ungarn zu besiedeln. Auf dem Reiseplan standen Koblenz (Stadtrundgang mit Führung, auch zur Geschichte des Konzils von Konstanz), Straßburg in Frankreich (Besuch des Europaparlaments, Stadtrundgang), Bretzfeld (Besuch des Budaörser Heimatmuseums, Gespräch mit Zeitzeugen), Stuttgart (Besuch im Mercedes-Benz-Museum) und Ulm (Besuch des Donauschwäbischen Zentralmuseums, Stadtrundgang mit Führung). In Bretzfeld hatten die Schüler auch Gelegenheit, Berichte von Zeitzeugen zu hören und mit ihnen – mit den vertriebenen Wuderscher Landsleuten, Rosa Lustig geb. Winkler, Andreas Ritter, Elisabeth Deininger -geb. Winkler-, Theresia Deigner geb. Kaiser, der Witwe von Leopold Deigner, und Jakob Posch – ins Gespräch zu kommen. Das Podiumsgespräch wurde von Theresia Mann, der Vorsitzenden des Heimatvereins Budaörs, moderiert. 

Die Gruppe war während ihres Aufenthaltes in Bad Niedernau untergebracht, in den ehemaligen Zimmern der Nonnen. Die Gebäuden in Bad Niedernau waren früher ein Kurhotel, schließlich übernahmen es Nonnen der Armen Schulschwestern aus Filipowa. Sie waren Vertriebene, kamen aus Jugoslawien und Ungarn und arbeiteten vor allem als Lehrerinnen. Heute sind die Nonnen nicht mehr unter uns, und ein Teil des Kurhotels ist zur Zeit Unterkunft für Flüchtlinge aus der Ukraine. Bad Niedernau blieb dennoch ein Ort des Gedenkens. Denn in der Zeit großer Not während des Zweiten Weltkriegs, in den Vernichtungslagern auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens und anderen Orten des Leidens, auf der Flucht und während der Vertreibung war das Gebet der einzige Trost der Vertriebenen. Im Jahre 1946, als man das Leid auf seinen Höhepunkt glaubte, legten die Gläubigen, versammelt um P. Wendelin Gruber SJ, in der Pfarrkirche von Gakovo, Jugoslawien, ein Gelöbnis ab: „Wenn wir überleben, wollen wir wallfahren, und wenn wir wieder zu Hab und Gut kommen, wollen wir aus Dankbarkeit eine Kapelle bauen.” Nach Jahren der Heimsuche erinnerte die Gruppe der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau in Bad Niedernau ihre Landsleute an das Gelöbnis vom 24. März 1946 im Lager Gakovo und rief zur Verwirklichung des Versprechens auf. Die Kapelle wurde in Bad Niedernau aufgebaut: Sie ist damit ein Erinnerungsort an die Heimat, aus der die Nonnen vertrieben worden sind. Die Aufgaben der ehemaligen Nonnen – lernen, heilen, erinnern – möchte das St. Gerhards-Werk Stuttgart auch durch dieses Projekt fortsetzen. Für viele aus der Teilnehmergruppe war diese Reise eine einzigartige und einmalige Erfahrung, die mit Sicherheit ihre Sichtweise veränderte und für ihre kulturelle und sprachliche Bereicherung sorgte. Für seinen Einsatz und die wertvollen Gespräche danke ich Prof. Dr. Rainer Bendel, für die organisatorische Arbeit bedanke ich mich bei Lehrerin Rita Horváth herzlich.

Als Mitglied im Vorstand des St. Gerhards-Werks versuche ich eine Art „Brücke” zwischen den Generationen zu sein, auch zwischen Deutschland und Ungarn. Weitere Informationen diesbezüglich finden Sie hier >>>

Dr. Kathi Gajdos-Frank

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