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Ein Stück Heimat

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Dr. Maria Werthan, Präsidentin des Frauenverbands im Bund der Vertriebenen e.V., hat uns zur internationalen Begegnungstagung Ungarndeutsche, donauschwäbische Frauen – gestern und heute vom 2. bis 4. August 2024 in die Bildungsstätte Heiligenhof in Bad Kissingen eingeladen.

14 Millionen Deutsche wurden in den Kriegs- und Nachkriegsjahren aus den jeweiligen Siedlungsgebieten im Osten und Südosten bzw. Ostdeutschland deportiert oder vertrieben. Sie durften nicht zurückkehren. Unterstützung und Hilfestellung in diesen Situationen war lebenswichtig. Daher gründeten 1959 engagierte Frauen den Frauenverband im Bund der Vertriebenen e.V., um einander zu helfen und Orientierung zu geben. Im Sinne eines friedlichen Miteinanders in einem geeinten Europa pflegt der Frauenverband regelmäßig Gedankenaustausch bei seinen Reisen und Tagungen und trifft sich mit den Heimatverbliebenen sowohl in den Herkunftsländern als auch bei seinen Seminaren in Deutschland. Die Auslandstagung des Frauenverbandes im Mai 2023 führte zum Beispiel zu den Ungarndeutschen nach Wudersch/Budaörs, ins Jakob Bleyer Heimatmuseum. Nun konnten wir, Wuderscher und das Team des Heimatmuseums, an der diesjährigen Begegnungstagung des Frauenverbandes als Referenten mit dabei sein.

Am Freitag, dem 2. August, hielt Dr. Maria Werthan einen spannenden Vortrag über die identitätsstiftenden Momente der donauschwäbischen Geschichte. Der nächste Referent, Jürgen Harich, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Donauschwaben und Gymnasiallehrer, gab uns interessante Einblicke in die wechselhafte Geschichte der Ungarndeutschen und Donauschwaben nach 1919. Vor dem Abendessen konnten wir noch am Online-Vortrag von Dr. Agatha Schwarz, der emeritierten Professorin für Literatur und moderne Sprachen der Universität Ottawa, teilnehmen und berührende Bücher zum Thema „Kindheit, Krieg und Neuanfang – die donauschwäbische Erfahrung aus der Frauenperspektive erzählt” kennenlernen sowie mehr über verschiedene Weisen der Bekämpfung von Traumen erfahren. 

Am darauffolgenden Tag waren vor allem wir, Ungarndeutsche im Fokus: meine Kollegin Gabi Jaszmann, Leiterin des Informationszentrums ungarndeutscher Heimatmuseen, präsentierte die schönsten Heimatstuben und Heimatmuseen, die dank eines lebendigen Netzwerks auch für die ungarndeutsche Erinnerungskultur sehr wichtig sind. In meinem Vortrag Ungarndeutsche Frauen in Lagern betonte ich, dass wir, die sog. Enkelgeneration, das Schicksal der verschleppten, vertriebenen, internierten ungarndeutschen Frauen für die Nachwelt festhalten sollten. An diesem Samstagvormittag konnten wir noch berührende (Familien-)Geschichten von Thomas Dapper, dem Presse- und Öffentlichkeitsreferenten der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen zum Thema „Todeslager für Deutsche in Jugoslawien und das Narrativ von den donauschwäbischen NS-Anhängern” hören bzw. nach den Vorträgen wertvolle Gespräche über die Folgen der Nachkriegsjahre in Jugoslawien, Rumänien und Ungarn in Bezug auf die deutsche Minderheit führen. Am Nachmittag begann die Arbeit in drei Workshops: bei Gabi Jaszmann ging es um kreative Auseinandersetzung mit Volksgut mit Hilfe des Märchens „Ti Hausschlange” von Robert Becker, Dagmar Österreicher lehrte Volkstanz und mit unseren Landsleuten, Andor Szakács und seiner Ehefrau, Ágnes Zengl aus Wudersch, konnten die Teilnehmer Gulaschsuppe kochen.

Nach dem Abendessen sowie am nächsten Tag, am 4. August, nach dem Frühstück wurden die Ergebnisse der Workshops vorgestellt und die Ziele der Tagung besprochen. „Sehr herzlich war die Verabschiedung und hoffentlich mit einem Wiedersehen”, schrieb auch Theresia Mann, Vorsitzende des Budaörser Heimatvereins Bretzfeld, frühere Leiterin unseres Partnermuseums, des Budaörser Heimatmuseums in Bretzfeld. Wir konnten mit Frau Mann, Frau Werthan, Herrn Harich, Herrn Dapper und mit vielen Teilnehmern der Begegnungstagung gute, zukunftsweisende Dialoge führen und sowohl die bunte Fotoausstellung über die Sudetendeutschen im Treppenhaus in Heiligenhof als auch die Kurstadt Bad Kissingen besichtigen. 

Heiligenhof ist 1923 als Landhaus erbaut worden und gehört seit 1952 dem Sudetendeutschen Sozialwerk e.V.: Als Bildungs- und Begegnungsstätte (seit 2007) führt Heiligenhof schwerpunktmäßig Seminare zum Thema „Die Deutschen und ihre östlichen Nachbarn” für Interessente aus dem In- und Ausland durch und bleibt seinen Wurzeln verpflichtet „ein Stück Heimat in der Vertreibung”.

Hiermit möchte ich Dr. Maria Werthan für die erfolgreiche Begegnungstagung in Heiligenhof herzlichst gratulieren und ihre lieben Zeilen an meine Kollegen und Landsleute, vor allem an Gabi Jaszmann und an das Ehepaar Szakács als Dankeschön weiterleiten: „Liebe Kathi, Du und Dein Team, ihr habt einen perfekten Auftritt hingelegt, Vorträge, Tanz, Märchenstunde und ein köstliches Gulasch.” Diese drei Tage haben uns alle bereichert!

Dr. Kathi Gajdos-Frank
Direktorin, Jakob Bleyer Heimatmuseum

Foto: Theresia Mann, Dr. Kathi Gajdos-Frank

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