Hauptnachricht„Wir laden Sie ein, die Kräfte zu bündeln und gemeinsam zu planen“

„Wir laden Sie ein, die Kräfte zu bündeln und gemeinsam zu planen“

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Renoviertes Lenau Haus:
das deutsche Kulturzentrum in Südtransdanubien offiziell eröffnet

Am 3. Oktober fand die feierliche Einweihung des erneuerten Lenau Hauses statt. Das Kulturzentrum der Ungarndeutschen in Südtransdanubien wurde mit Hilfe von staatlichen und deutschen Fördermitteln renoviert. Das ehemalige Wohnhaus im Zentrum von Fünfkirchen ging Ende des 20. Jahrhunderts in den Besitz des Kulturvereins Nikolaus Lenau über und wird seit mehr als drei Jahrzehnten in seiner jetzigen Funktion genutzt. Die längst überfällige Sanierung hat die Fassade und den Innenhof erneuert, wobei die Innenräume nicht nur schöner geworden sind, sondern auch besser genutzt werden können.

LdU-Vorsitzende Ibolya Hock-Englender

Die Anwesenden auf der feierlichen Einweihung wurden von der Vorsitzenden der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen begrüßt. Die LdU hat nämlich in die Renovierung des Lenau Hauses investiert und ist seit kurzem Eigentümer des Gebäudes. Ibolya Hock-Englender dankte der Regierung Ungarns für die Bereitstellung von 750 Millionen Forint und für die Förderung durch das Bundesministerium des Innern und für Heimat. Laut LdU-Chefin Hock-Englender habe die Landesselbstverwaltung seit Langem mit dem Lenau Verein über die Zukunft des Kulturzentrums verhandelt; man sei sich über die Bedeutung und Notwendigkeit einer Zusammenarbeit zwischen den beiden Institutionen einig gewesen: „Es war an der Zeit, dass sich der Verein und das Haus erneuern. Auch in unserer Situation sind Veränderungen eingetreten, wir müssen danach trachten, die Botschaft einer neuen Zeit zu verstehen, und nach ihr zu handeln. Wir haben Aufgaben, was das Bekenntnis zu unserer Herkunft betrifft, was den Gebrauch unserer Muttersprache angeht, und auch bei dem Heranziehen unserer Jugendlichen, die all das, was unsere Vorfahren erkämpft haben, weiterführen. Dabei kann der Lenau Verein viel tun. Der erste Schritt, nämlich der erneuerte Sitz, das renovierte Haus ist getan. Jetzt muss es erneut mit Leben gefüllt werden.“ 

Miklós Soltész, für Kirchen- und Nationalitätenbeziehungen zuständiger Staatssekretär

Miklós Soltész, der für Kirchen- und Nationalitätenbeziehungen zuständige Staatssekretär, betonte in seiner Festansprache die Bedeutung der Deutschen in Ungarn. Er unterstrich unter anderem, dass das vergangene Jahrhundert unseres Landes voller Tragödien, Zerstörung, Ideologien und Leid gewesen sei und die deutsche Gemeinschaft, die ein bedeutender und wertvoller Teil Ungarns gewesen sei, zu Unrecht als Sündenbock behandelt worden sei. Mit der Vertreibung der Deutschen habe unser Land eines seiner beständigsten, fleißigsten und in vielerlei Hinsicht nachahmenswertesten Mitglieder verloren. Er verwies auch auf die Bedeutung des Verhältnisses zwischen den vertriebenen und den in der Heimat verbliebenen Deutschen: „Die Generation der Vertriebenen hat noch Erinnerungen an die alte Heimat, an die hiesige Gemeinschaft, an den katholischen und evangelischen Glauben und an vieles andere. Leider stirbt diese Generation langsam aus und mit ihr das starke Band, das in den vergangenen Jahrzehnten bestand: der regelmäßige Kontakt zu den vertriebenen Verwandten und Freunden. Dabei haben sie uns sehr geholfen. Wir verdanken ihnen wirtschaftliche Verbindungen und die Erneuerung vieler Kirchen, Gemeindezentren und gegebenenfalls Gemeinschaften.“

Auch der Parlamentsabgeordnete und Regierungsbeauftragte Dr. Péter Hoppál hielt im Rahmen der Zeremonie eine Rede. Er würdigte unter anderem die hervorragende Qualität des Tanzes, den die Kindergartenkinder des Valeria-Koch-Bildungszentrums in Fünfkirchen aufführten, sowie die Darbietung der jungen Musiker András Kramm, Marcell Haraszti und Bálint Brückner. „Ich selbst erinnere mich noch an die Frauen in den schönen Faltenröcken in vielen Dörfern der Branau, die kaum ungarisch gesprochen haben und für die die ’schwäbische‘ Muttersprache eine Selbstverständlichkeit gewesen ist. Heute ist das nicht mehr der Fall, aber ihre Nachkommen tragen das Erbe ihrer Urgroßeltern weiter. Es ist offensichtlich eine tiefe Verwurzelung, die ihnen eingepflanzt wurde und die sie weiterführen.“

Parlamentsabgeordneter und Regierungsbeauftragter Dr. Péter Hoppál

Der letzte Redebeitrag des Festaktes kam vom Vorsitzenden des Kulturvereins Nikolaus Lenau, der dazu aufrief, das Lenau Haus in würdiger Weise fortzuführen: „Viele landesweite Initiativen, die heute zum Alltag der ungarndeutschen Gemeinschaft gehören, sind unter dem Dach dieses Hauses entstanden“, so János Flodung. „Es gab und gibt keinen Vorsitzenden, keine Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, der bzw. die das Lenau Haus und den Geist des Hauses nicht als einen der ersten inspirierenden Faktoren ihres späteren Erfolgs bezeichnen würde.“

János Flodung, Vorsitzender des Kulturvereins Nikolaus Lenau

Der Vorsitzende betonte, dass der Verein seine Aktivitäten auch während des Umbaus des Hauses fortsetzte, die aber durch den baubedingten Ausfall von Veranstaltungen weniger sichtbar waren. „Diesen Herbst beginnt aber eine neue Ära, da der Verein seine Tätigkeit in einem modernen, den Anforderungen des 21. Jahrhunderts entsprechenden Haus fortsetzen kann“, so János Flodung. „Damit auch die nächsten Jahrzehnte ein Erfolg werden, laden wir alle Vereinsmitglieder ein, ihre Kräfte zu bündeln und gemeinsam zu planen. Unsere Vorfahren haben uns einen großen Dienst erwiesen, indem sie die Werte beleuchteten, die das tägliche Leben unserer Ahnen prägten. Die Generationen, die ihnen folgten, haben sich meist damit begnügt, nur die Schattenbilder der vom Licht erhellten Dinge zu kennen. Möge der Lenau Verein die Gemeinschaft sein, die sich im Sinne des Höhlenspruchs des griechischen Philosophen Platon weiter vorwagt, um die Ursprünglichkeit dessen zu entdecken, was hinter den Schattenbildern liegt.“

Quelle: LdU-Presse

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