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Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte des Valeria-Koch-Bildungszentrums in Fünfkirchen gedachten gemeinsam mit aktiver Beteiligung der Kinder und Jugendlichen dem 80. Jahrestag der Verschleppung der Ungarndeutschen. Zu den bewegendsten Momenten der Veranstaltung gehörten das Vorlesen von Zeitzeugenberichten, die es den Jugendlichen ermöglichten, die tragischen Kapitel der Geschichte beinahe hautnah zu erleben.
Am 17. Januar 2025 – anlässlich des Gedenktages der Verschleppung und Vertreibung der Ungarndeutschen – versammelten sich Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler in der Sporthalle der von der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen getragenen Institution, um gemeinsam der Opfer zu gedenken und dieses dunkle Kapitel der Geschichte ins Bewusstsein zu rufen. Unterstützung erhielten sie dabei von Historikerin Dr. Beata Márkus, die in ihrem Vortrag das Thema der Verschleppung beleuchtete. Sie schilderte, wer aus welchen Gründen in die sowjetischen GUPVI-Lager zur Zwangsarbeit deportiert wurde, und hob insbesondere die Verschleppung von Menschen deutscher Abstammung hervor, unter denen sich auch Jugendliche in einem ähnlichen Alter befanden wie die Zuhörer der Veranstaltung.






Ein zentrales und prägendes Element des Gedenkens war der Moment, als Gymnasiasten selbst ihren Mitschülern zeitgenössische Erinnerungen vorlasen. Während des Vortrags der Berichte herrschte im Saal eine ergreifende Stille:
„Mit den Tagen und Wochen begann uns langsam zu dämmern, was mit uns geschehen war. Wir waren von allem und jedem getrennt, als wären unsere Lieben plötzlich gestorben. Es gab kein warmes Zuhause mehr, keine Kirche, keinen Lebensmittelladen, keine Bäckerei mit dem Duft frischer Semmeln, ganz zu schweigen von der vertrauten, zerstörten Stadt. Wir wussten nicht, an wen wir uns wenden oder wo wir Hilfe suchen konnten, und die fremde Sprache machte es unmöglich, unser Leid und unseren Schmerz zu schildern…“ – ein Auszug aus den Erinnerungen von Franz Olbitz.
Aus Ungarn wurden Hunderttausende Menschen zur Zwangsarbeit, zur sogenannten „Malenkij Robot“, in die Sowjetunion verschleppt. Nur die Glücklichen, die die Strapazen überlebten, kehrten Jahre später zurück. Hauptdirektorin Agnes Amrein-Pesti betonte die Wichtigkeit dessen, dass Kinder und Jugendliche nicht nur aus Schulbüchern über die Geschichte lernen, sondern durch persönliche Geschichten auch verstehen, welche Auswirkungen die damaligen Ereignisse auf das Leben der Menschen hatten: „Unser Ziel ist es, dass unsere Schülerinnen und Schüler zu empathischeren und verantwortungsvolleren Menschen heranwachsen, die das Andenken ihrer Vorfahren achten und pflegen“, fügte die Direktorin hinzu.









Durch das Erinnern bietet sich die Möglichkeit, eine authentische Erinnerungskultur zu schaffen und frühere Tabuthemen aufzuarbeiten. Vertreterinnen und Vertreter aller Schulklassen legten vor der Gedenktafel in der Aula des Bildungszentrums Blumen und Kerzen nieder, um die Opfer zu ehren und die Kraft des Zusammenhalts und der Erinnerung zu symbolisieren.
Valeria-Koch-Bildungszentrum


