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Märchenhaftes Erbe, abenteuerliches Gewerbe

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Kindergärtnerinnen erlebten Möglichkeiten der Überlieferung
traditioneller ungarndeutscher Handwerke mit

Am 5. Februar stand im Kindergarten des Valeria-Koch-Bildungszentrums in der Szőnyi Straße in Fünfkirchen im Rahmen eines besonderen Basisinstitutionsprogramms die Bewahrung von Traditionen im Mittelpunkt: Während die Kinder auf spielerische Weise traditionelle ungarndeutsche Handwerke kennenlernen konnten, zogen Kindergärtnerinnen methodische Impulse für ihre eigene Fortbildung. Das Hauptziel des Programms bestand darin, deutschen Nationalitätenkindergärtnerinnen Orientierungshilfe und Inspiration in den Bereichen pädagogische Innovation und Vermittlung von kulturellem Erbe zu bieten und zugleich den Austausch von Erfahrungen sowie die Zusammenarbeit zwischen Einrichtungen mit ähnlichem Profil zu fördern.

Basisinstitutionen des Bildungsamtes sind jene Kindergärten und Schulen, die auf einem bestimmten Fachgebiet oder in der pädagogischen Praxis eine herausragende Rolle spielen. Indem sie ihre bewährten Praktiken und Erfahrungen teilen, tragen sie zur fachlichen Weiterentwicklung anderer ähnlicher Einrichtungen und Fachkräfte bei. Zu diesen Flaggschiffen gehört auch das Fünfkirchner Valeria-Koch-Bildungszentrum der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen: In allen Einheiten des Bildungszentrums (Kindergärten – Schule – Schülerwohnheim) teilen die Pädagogen ihre Erfahrungen im Bereich der ungarndeutschen Erziehung und Bildung regelmäßig mit anderen Institutionen.

Die Teilnehmer des Basisinstitutionsprogramms im Kindergarten in der Szőnyi Straße wurden von der Hauptdirektorin des Valeria-Koch Bildungszentrums, Agnes Amrein-Pesti, begrüßt. Im Mittelpunkt des Fachtages standen vier traditionelle „schwäbische“ Handwerke; in Bezug auf diese konnten die Kinder zahlreiche interessante Tätigkeiten ausprobieren und erlernen: Sie erfuhren, was Spinnen, Weben und Häkeln bedeutet, probierten unter anderem das Aufrollen von Garn, machten sich mit der Verwendung des Webstuhls vertraut und verfolgten unter Anleitung einer erfahrenen Frau die Techniken des Häkelns und Strickens. In einer zweiten Gruppe wurde die traditionelle Blaufärber-Drucktechnik vermittelt, während die Kinder unter anderem ihre eigene Tischdecke oder ihr Lesezeichen mit traditionellen Blaufärbermotiven verzieren konnten. In der dritten Gruppe erhielten sie Einblicke in die Geheimnisse des Schusterhandwerks, lernten die Herstellung des Patschkers – des gestrickten Schuhwerks der ungarndeutschen Volkstracht – kennen, und hatten anschließend die Gelegenheit, selbst die Sohlengebung und Verzierung dieser Fußbekleidung auszuprobieren. Im vierten Gruppenraum stand die Lebkuchenherstellung im Mittelpunkt: Die Kinder machten sich mit den gängigsten Verzierungstechniken und Motiven vertraut und konnten im Rahmen eines Rollenspiels an einem Marktstand ihre süßen Kreationen anbieten.

Den Höhepunkt des Vormittags bildete eine Schattentheateraufführung, in der traditionelle Handwerkskünste auf märchenhafte Weise zum Leben erweckt wurden.

„Neben der Tatsache, dass derartige Programme und kreative Methoden den Kleinsten unvergessliche Erlebnisse bieten, tragen sie auch zur Stärkung ihrer Identität, zur Erweiterung ihres Wortschatzes sowie zu ihrer sozialen und emotionalen Entwicklung bei“, hob Anita Kaitz, die Leiterin der Valeria-Koch-Kindergärten, hervor. „Tag für Tag bemühen wir uns, schon bei den Jüngsten mit der Bewahrung unserer Traditionen zu beginnen. Es ist uns wichtig, all dies in spielerischer Form zu vermitteln, sodass nicht nur das kulturelle Erbe bewahrt wird, sondern auch die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder gefördert wird.“

Valeria Hirt erklärte, es sei das erste Mal gewesen, dass sie an dem Basisinstitutsprogramm der Valeria-Koch-Kindergärten teilgenommen habe, aber sicherlich nicht das letzte Mal: „Ich habe von ausgezeichneten Fachleuten, die sich für die deutsche Nationalitätenerziehung engagieren, viele Anregungen zu diesem Thema bekommen, die ich in meine Arbeit einfließen lassen kann“, so die deutsche Nationalitätenkindergärtnerin am Evangelischen Kindergarten „Blauer Elefant“ in Fünfkirchen.

Das Valeria-Koch-Bildungszentrum bleibt auch in Zukunft bestrebt, den Akteuren der deutschen Nationalitätenbildung und -erziehung fachliche Unterstützung zu bieten und sie zu inspirieren, während in dieser Bildungseinrichtung nach wie vor sehr gerne Raum für die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Einrichtungen mit ähnlichem Profil geschaffen wird – im wörtlichen wie übertragenen Sinne.

Valeria-Koch-Bildungszentrum

teszt

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