Nachrichten„Das gemeinsame Singen kann für unsere Jugendlichen nur von Nutzen sein“

„Das gemeinsame Singen kann für unsere Jugendlichen nur von Nutzen sein“

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Großes Finale:
Ungarndeutscher Gesangswettbewerb krönt seine ersten Sieger in Budapest

Die Bewahrung und Weitergabe traditioneller Lieder der Ungarndeutschen war das Ziel des landesweiten Volksliedwettbewerbs, dessen Endrunde am 28. März auf dem Budapester Campus der Apor Vilmos Katholischen Hochschule stattfand. Die Veranstaltung ist ein zentrales Element der Kulturstrategie der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, die sich für authentische Darbietungen und die Stärkung der nationalitätenspezifischen Volksliedkultur einsetzt.

Ein langgehegter Wunsch ging mit dem Landesfinale in Erfüllung. Schon vor mehreren Jahren wurde von den Regionen der Wille geäußert, ihre regional angelegten Wettbewerbe mit einem Landesentscheid zu krönen. Denn schon seit Jahrzehnten gab es in einigen Regionen (z. B. Branau, Wesprim) solche Gesangswettbewerbe. Nach zweijähriger Planung und Vorbereitung könnte das Landesfinale endlich stattfinden.

Der großangelegte Wettbewerb wurde in mehreren Runden ausgetragen: Schülerinnen und Schüler der Grund- und Mittelschulen traten zunächst in den Komitatsentscheiden an, dann in den Regionalrunden, um sich schließlich für das landesweite Finale zu qualifizieren. Insgesamt nahmen 8 Duos und 19 Chöre an der Endrunde teil, die 24 verschiedene Schulen aus dem ganzen Land vertraten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren Kinder und Jugendliche, die entweder eine ungarndeutsche Bildungseinrichtung besuchen oder zu Hause die ungarndeutsche Volksliedtraditionen pflegen.

Die Wettbewerbsteilnehmer konnten ihr Talent in sechs Kategorien unter Beweis stellen: In den Altersgruppen der Unter- und Oberstufe bzw. Mittelschule traten Duos sowie Kleingruppen von 3 bis 9 Sängerinnen und Sängern gegeneinander an. Jede Darbietung musste mindestens zwei ungarndeutsche Volkslieder aus authentischen Quellen enthalten. Die maximale Vortragszeit betrug sechs Minuten, wobei eine Live-Instrumentalbegleitung – beispielsweise auf dem Akkordeon – erlaubt war.

„Ich bin Mitglied des zehnköpfigen Chores des Werischwarer Heimatwerks“, stellte sich Johanna Richolm zu Beginn des Wettbewerbs vor. „Jeden Dienstag haben wir eine einstündige Probe, wir singen immer verschiedene Lieder, und aus den vielen Liedern, die wir kennen, haben wir für diesen Wettbewerb ‚Beim alten Lindenbaum‘ und ‚Amoi is a Mau kweist‘ ausgewählt. Beim Regionalwettbewerb rieten uns die Jurymitglieder, während der Darbietung etwas mehr zu lächeln – darauf möchten wir auf jeden Fall achten, sowie darauf, schön artikuliert zu singen.“

Die Jury setzte sich aus anerkannten Fachleuten des ungarndeutschen Musiklebens zusammen: Eva Priegl, Viktor Pócsik, Gábor Halmi, Sándor Kaszás, Katalin Kovács-Bokodi und Josef Emmert bewerteten die Darbietungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Josef Emmert, Jurymitglied, zählte die wichtigsten Bewertungskriterien auf: „Vor allem achteten wir darauf, wie sauber die Kandidaten gesungen haben. Die ungarndeutschen Volkslieder sind zweistimmig, und beide Stimmen müssen sauber vorgetragen werden. Wir haben die Dynamik und den Rhythmus, die Genauigkeit, den Wechsel der Lautstärke sowie die Struktur des vorgetragenen Liederstraußes bewertet. Außerdem war die deutliche Aussprache des Textes wichtig, und es konnten zusätzliche Punkte erzielt werden, wenn das Lied in der Mundart gesungen wurde oder wenn die Sänger in originaler Tracht auf der Bühne standen. Natürlich spielte auch die Liedauswahl eine wesentliche Rolle – was übrigens keine leichte Aufgabe ist, da glücklicherweise ein großes Sortiment an Volksliedern zur Verfügung steht.“

„Die Arbeitsgruppe, die für die Umsetzung der Kulturstrategie der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen verantwortlich ist, griff diese Idee auf “, betonte Eva Waldmann-Baudentisztl, stellvertretende Vorsitzende der LdU und Leiterin der genannten Arbeitsgruppe. „Wir selbst haben auch die Umsetzungsschritte ausgearbeitet. Unser vorrangiges Ziel war es, die Jugend und unsere ungarndeutschen Traditionen einander näherzubringen. Da wir seit Jahren erleben, dass dies beim landesweiten Rezitationswettbewerb immer sehr gut gelingt, dachten wir, es wäre von Vorteil, auch für unsere Chöre den Nachwuchs zu sichern – zumal das gemeinsame Singen für unsere Jugendlichen nur von Nutzen sein kann!“

Ziel des Wettbewerbs war neben der Talentförderung auch die Bewahrung des reichen Liedguts der Ungarndeutschen. Die Organisatoren hoffen, dass diese Veranstaltung für die Teilnehmenden nicht nur ein Wettbewerb, sondern auch ein gemeinschaftliches Erlebnis und ein Fest der Traditionen war.

Der Gesangswettbewerb wurde mit der Unterstützung des deutschen Bundesministeriums des Innern und für Heimat (BMI) durchgeführt; die Ergebnisse sind hier nachzulesen >>>

Quelle: LdU-Presse

Fotos: Ludwig Grund/Zentrum.hu
Weitere Bilder >>>

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