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Studierende des Seminars Regionalität, Kultur und Medien am Germanistischen Institut der ELTE Budapest besuchten unter der Leitung von Dr. Rita Nagy das Haus der Ungarndeutschen (HdU), um sich aus erster Hand über die ungarndeutschen Aktivitäten im HdU zu informieren. Wir veröffentlichen Berichte der Besucher.
Besuch in der Lendvay-Straße
Am 23. April scheint die Sonne über Budapest, als die Studierenden das Ungarndeutsche Kultur- und Informationszentrum in der Lendvay-Straße 22 besuchen. Neugier und Erwartung prägen die Stimmung. Zu Beginn wohnen die Studierenden einer Präsentation von Angelika Erdélyi-Pfiszterer, der Direktorin des Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrums und Bibliothek, zum kulturellen Hintergrund der Ungarndeutschen und des Zentrums bei. Sie erfahren, wie diese Nationalität lebt, welche Traditionen sie pflegt und welche Rolle die deutsche Sprache und Kultur heute noch spielen. Die Einführung zeigt Wirkung: Alle sind tief berührt und warten gespannt auf die Fortsetzung.
Danach führt der Weg in die Redaktionsräume des Wochenblattes Neue Zeitung. Wenn man das Büro betritt, hat man das Gefühl, in einer ganz anderen Welt angekommen zu sein: Der Raum verströmt den typischen Duft von Büchern und Tinte, der nicht nur die Vergangenheit mit der Gegenwart verbindet, sondern auch die Anwesenden – ganz ohne Unterschied. Die Gruppe bekommt eine interessante Führung von Chefredakteur Johann Schuth, lernt den Redaktionsalltag kennen und stellt Fragen zur journalistischen Arbeit. Als Andenken erhalten alle ein aktuelles Osterexemplar der Zeitung. Die Neue Zeitung, ein wichtiges Presseorgan der deutschen Nationalität in Ungarn, gibt es seit 1957. Sie unterstützt die Kommunikation, die Sprach- und Kulturpflege der Ungarndeutschen. Das Blatt erscheint jede Woche auf 20 Seiten, davon sind acht Seiten den Kindern (NZjunior) und eine Seite der Jugend gewidmet. Es gibt auch Beilagen wie Ungarndeutsche Christliche Nachrichten, einmal im Jahr die Literatur- und Kunstbeilage Signale und BUSCH-Trommel für Deutschpädagogen. Die Teilnehmer sind interessiert und begeistert, als sie erfahren, dass man in der Redaktion ein Praktikum machen kann. Diese Möglichkeit besteht nicht nur für Interessierte aus Ungarn, sondern es kommen auch ständig Studenten aus Deutschland.
Anschließend entdecken die Studierenden die Bibliothek. Dort finden sie neben Literatur über die Ungarndeutschen und deutschen Minderheiten auch aktuelle Zeitungen und Magazine sowie CDs mit ungarndeutscher Musik. Die Vielfalt beeindruckt alle. Die meisten Leser hier sind zweisprachig und möchten mehr über Geschichte, Kultur und Sprache der Ungarndeutschen erfahren. Hier kann man Familienforschung betreiben. Die Bibliothek legt viel Wert auf eine regelmäßige Aktualisierung des Bestandes.
Am Ende des Programms versammelt sich die Gruppe draußen und macht ein gemeinsames Foto – ein schönes Andenken an einen lehrreichen und spannenden Tag in der Welt der ungarndeutschen Kultur. Die im Haus der Ungarndeutschen verbrachten Stunden tragen wesentlich dazu bei, dass die Studenten die Bedeutung der Kultur verstehen.
Lilla Sepely
Im Haus der Ungarndeutschen
Nach den Frühlingsferien hatte eine Gruppe von Germanistik-Studierenden der ELTE die Möglichkeit, das Haus der Ungarndeutschen zu besuchen. Das Gebäude liegt in der Nähe von mehreren Botschaften und anderen kulturellen Institutionen im Herzen der Hauptstadt.
Beim Eingang empfängt uns eine große Tafel mit den Namen der im HdU tätigen Organisationen. Die Räume dienen auch als Veranstaltungsort und Ausstellungsstätte (damals lief eine Schau mit Werken des Malers Gábor Kovács-Gombos). Am Anfang der deutschsprachigen Führung erzählen Johann Schuth und Angelika Erdélyi-Pfiszterer über die Geschichte des Hauses von der Gründung bis in die Gegenwart. Beim Durchblättern der Zeitung ahnt man, wie viel Energie die Redaktion dafür einsetzt, alle Generationen der Ungarndeutschen anzusprechen, zu informieren und zu unterhalten.
An der Wand des Büros des Chefredakteurs hängt eine große Landkarte mit den ungarndeutschen Ortsnamen und mit Volkszählungsdaten zur ungarndeutschen Gemeinschaft. Hier erfahren wir, dass die Mitarbeiter im Home-Office ihre Aufgaben erledigen, um von Woche zu Woche eine vielseitige Zeitung mit interessanten Artikeln zusammenzustellen.
Als letzte Station unseres Besuches steigen wir wieder die Treppen hinauf zur Ungarndeutschen Bibliothek, die eine reiche Auswahl zum ausführlichen Recherchieren in allen Bereichen der deutschen Minderheiten umfasst. Beachtlich ist die Zahl der Bücher zur ungarndeutschen Geschichte und Identität. Die Bibliothek bietet auch Gelegenheit, nach der Herkunft von ungarndeutschen Familien(namen) zu forschen. Nach der Führung hat unsere Seminargruppe genug Zeit, den Bücherbestand der Bibliothek zu entdecken oder sich in der Bibliothek anzumelden.
Wir bedanken uns für die Möglichkeit, einen Einblick in das Leben des Zentrums und der Redaktion zu bekommen und die Wichtigkeit ihrer Tätigkeit persönlich zu erfahren.
Csenge Csiszár – Nikolett Palkovics
Journalismus nähergebracht
Der Besuch in der Redaktion Neue Zeitung vermittelte einen spannenden Einblick in die journalistische Arbeit. Nach der freundlichen Begrüßung durch Chefredakteur Johann Schuth wurden die verschiedenen Abteilungen der Redaktion im Rahmen einer Führung besichtigt. Außerdem konnten die StudentInnen früher veröffentlichte Werke und Zeitungen und anschließend auch die Ungarndeutsche Bibliothek im HdU kennenlernen.
Der Besuch war besonders informativ und vermittelte einen realistischen Eindruck davon, wie professioneller Journalismus funktioniert und wie viel Arbeit hinter einem Zeitungsartikel steckt. Gleichzeitig wurde den StudentInnen der Journalistenberuf nähergebracht – vielleicht als Motivation für einen potentiellen Nachwuchs.
Lea Ruscsák
Erschienen in: Neue Zeitung, 22/2025


