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Es ist nie zu spät, die alten ungarndeutschen Instrumente kennenzulernen

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21. Treffen der Musiker mit traditionellen Instrumenten
16.-18. Mai in Sankt Martin

Das Treffen der Musiker mit traditionellen Instrumenten ist eine der einzigartigen Veranstaltungen des Landesrates der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen. Franz Heilig und Johann Fódi haben diese Veranstaltung vor 22 Jahren ins Leben gerufen, um das Spielen auf alten ungarndeutschen Instrumenten zu erhalten und die ungarndeutsche Volksmusikkultur weiterzugeben.

Mitte Mai dieses Jahres, zum 21. Mal, erfüllten die Klänge von Mundharmonika, Knopf- und Tastenakkordeon sowie Hackbrett das Gemeinschaftshaus Sankt Martin. Wir freuten uns, die Musiker István Werb (Stefi), Dániel Kovács und János Kéri, die dieses Jahr zum ersten Mal dabei waren, in unserem Kreis begrüßen zu dürfen.

In seiner Begrüßungsrede sagte László Kreisz, Vorsitzender des Landesrates, dass unsere gemeinsame Aufgabe darin bestehe, diejenigen älteren Musiker zu finden, die noch über das instinktive musikalische Wissen verfügen, um die alten schwäbischen Instrumente zu spielen, deren Leidenschaft die ererbten Melodien sind und in deren Händen ein Knopfharmonika deshalb wie ein Instrument der Liebe klingt. Während des Treffens präsentierten sie authentisches Wissen, das jeder von seinen Eltern, Freunden oder einfach von Musikern aus der Region gelernt hatte. Die Anwesenden gedachten auch all derer, die in den 21 Jahren der Veranstaltung unsere Reihen verlassen hatten, denn leider hörten vierzehn von ihnen schon von oben dieses Konzert mit an.

Es ist interessant, den Proben des Treffens beizuwohnen und zu sehen, wie die Musiker zusammengeschliffen werden, wie sie ihre Instrumente aufeinander und auf die ausgewählten Lieblingslieder abstimmen, wie z. B. das diatonische Knopfharmonika und das unterschiedlich gestimmte Akkordeon. Beim Abschlusskonzert jedoch kommen alle Stimmen zusammen und die ungarndeutschen Melodien aus den verschiedenen Landesteilen werden zu einem einzigartigen gemeinsamen Auftritt zusammengeführt.

Die zwölf Darbietungen nahmen uns mit auf eine Zeitreise, zurück in den Alltag unserer Großeltern. Aber über das nostalgische Gefühl hinaus ist es erfreulich und ermutigend, dass die jungen Musiker des Treffens all dieses musikalische Wissen mit der Gegenwart und, mit Blick auf die Zukunft, mit der Zukunft verbinden. Auf diese Weise erhöhen sie den Wert unseres Dienstes, der die Kontinuität und das Überleben der Kultur unserer Nationalität sichert.

Als Gastgeberin des Festprogramms rief Erika Rierpl, stellvertretende Vorsitzende der örtlichen Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung, zunächst Ildikó Winhardt auf die Bühne. Ihr Hackbrettspiel wurde von Attila Dósa auf dem Akkordeon begleitet. Als einzigartige Melodie ihrer Darbietung trug sie auch ihre Eigenkomposition mit dem Titel „So ist das Leben…“ vor.

Ihnen folgten István Huber und István Szettele aus Hajosch auf Knopfharmonika, die hauptsächlich Polkas mitbrachten.

Dann betraten die Neulinge des Treffens, István Werb aus Nadasch und János Kéri aus Harast, mit ihren Knopfharmonikas die Bühne. István Werb, der Musiker der berühmten Nadascher „Stammtisch“-Kapelle, brachte Lieder aus seinem Heimatort mit. Das erste Mal mit dabei war auch János Kéri aus Harast, der ein lebendes Beispiel dafür ist, dass es nie zu spät ist, sich mit traditionellen schwäbischen Instrumenten, insbesondere dem Knopfharmonika, zu beschäftigen. Sein Kontakt zur deutschen Musik begann während seiner Bergwanderungen in Österreich und Deutschland. Er hörte gerne den Einheimischen zu, die in den Hütten und Gasthöfen Akkordeon spielten, und auf Anregung seiner Frau begann er vor knapp sechs Jahren, das Akkordeon spielen zu lernen und kaufte sich bald darauf eine Knopfharmonika. Er ist ein Autodidakt und hat seine Fähigkeiten in Kursen verfeinert. Vor zwei Jahren trat er dem Schorokscharer Männerchor bei, indem er als Sänger am Chorleben teilnimmt und seit einiger Zeit auch die Harmonikabegleitung übernahm. Wir heißen ihn im Kreis der traditionellen Instrumentalisten willkommen und hoffen, dass er ein ständiger Teilnehmer der Treffen wird.

Der in Saar lebende Dániel Kovács hat tiefe familiäre Wurzeln in der schwäbischen Musik: Er wurde in Werischwar geboren und sein Urgroßvater spielte Akkordeon. Die enge Beziehung zu seinem Großvater und die in Obergalla verbrachten Kindheitsjahre spielten eine entscheidende Rolle für die Entwicklung seines Musikgeschmacks. Er ist viel umgezogen und kam dadurch mit mehreren ungarndeutschen Gemeinschaften in Kontakt: In Adam ermutigten ihn seine älteren Musikerfreunde, sich mit dem diatonischen Harmonika nach der Mundharmonika zu beschäftigen. Er ist der schwäbischen Musikkultur sehr verbunden und pflegt das Erbe seines Großvaters, indem er den Chor in Obergalla begleitet. Er singt auch im Schorokscharer Männerchor und lebt derzeit in Saar, einer weiteren Wiege der ungarndeutschen Musikkultur. Wir begrüßten ihn letztes Jahr beim Treffen in Seetsche zum ersten Mal und hoffen, dass wir ihn bei vielen Gelegenheiten in unserem Kreis noch willkommen heißen können.

Der nächste Musiker war ein Vertreter der jüngeren Generation, Balázs Dani aus Bonnhard, der auf der steirischen Zither zusammen mit seinem Mentor, Tibor Németh aus Großmanok, der auf der Konzertzither spielte, alte Melodien vortrug.

Dann konnten wir wieder ein Knopfharmoinka-Trio mit József Mehringer aus Raab, János Knipf aus Waschkut und Dániel Kovács aus Saar hören. Das Instrument von János Knipf, das 200 Jahre alte Wilhelm-Lubich-Knopfharmoika seines Großvaters, ist zu einem unverzichtbaren Instrument bei den Treffen geworden.

Auch beim nächsten Programmpunkt stand das Akkordeon im Vordergrund als János Knipf und Vilmos Steinmann aus Úny auftraten, Herr Steinmann spielte eine im Jahr 1931 gebaute Knopfharmonika.

Es folgten Lieder, vorgetragen vom Branauer Frauenchor, begleitet von Gábor Pappert auf dem Akkordeon. Dann schneller Wechsel wieder zum Akkordeon: József Mehringer, Vilmos Steinmann und Dániel Kovács standen erneut auf der Bühne.

Die Produktion des Vater-Tochter-Duos aus Salkau ist seit Jahren ein fester Bestandteil des Treffens. Es ist herzerwärmend zu sehen, wie sich Jahr für Jahr die besondere Beziehung zwischen Anna Pappert und Gábor Pappert vor unseren Augen formt, die auch durch das ungarndeutsche musikalische Erbe ihrer Vorfahren geschmiedet wurde.

Das Programm wurde mit einer Darbietung aus Wemend fortgesetzt. Tamás Hergert spielte auf dem Akkordeon und sang zusammen mit János Hahn.

Vor dem letzten Lied kamen alle Akkordeonisten des Treffens – Tamás Hergert, János Knipf, Dániel Kovács, József Mehringer, Gábor Pappert, Vilmos Steinmann und István Werb – auf die Bühne. Das Treffen wurde durch gemeinsames Singen und Musizieren der Teilnehmer beendet.

Die Veranstaltung wurde am Sonntagmorgen mit einer traditionellen heiligen Messe in der römisch-katholischen Kirche von Sankt Martin abgeschlossen. Es war ein Zusammentreffen der Generationen, als die 92-jährige Tante Lisi und die Teenagerin Anna Pappert nacheinander von der Kanzel lasen. Diese kleine Szene symbolisiert auch, dass unser Erbe eine Zukunft hat, es ist nur wichtig, es im Alltag zu leben und es authentisch an unsere Kinder weiterzugeben.

Die Veranstaltung wurde durch das Bundesministerium des Innern (BMI), die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU), die Regierung Ungarns und die Deutsche Nationalitätenselbstverwaltung der Stadt Sankt Martin gefördert.

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Foto: Attila Székely

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