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Die große Herausforderung bei der Bewahrung des ungarndeutschen Erbes besteht darin, jungen Menschen die traditionelle ungarndeutsche Musikwelt näherzubringen und sie in ihre Sprache zu übersetzen und anzupassen. Musiklehrer und Chorleiter versuchen, junge Menschen von klein auf durch bewusste Musikausbildung und zahlreiche Gemeinschaftserlebnisse einzubeziehen und ihr Interesse für die Traditionen unserer Volksgruppe zu wecken. Familientraditionen bilden die Grundlage dafür, aber wenn neben den familiären Bindungen die Beziehungen zu Gleichaltrigen immer wichtiger werden, kann das Engagement für die Pflege der Traditionen nachlassen.
Die Musiklehrer, Mentoren und traditionsbewussten jungen Erwachsenen spielen eine wichtige Rolle dabei, die Jugendlichen durch ihr Vorbild und gemeinsame Erlebnisse in den ungarndeutschen Musikgruppen, Chören oder sogar Tanzgruppen zu halten. Die Nachwuchsförderung und die Weitergabe des wertvollen Kulturerbes sind der Schlüssel zum Fortbestand des ungarndeutschen Erbes.
Zwei großartige Fachmänner, engagierte Förderer der ungarndeutschen Volksmusik, haben dies erkannt und beleben Jahr für Jahr, indem sie immer mehr junge Menschen ansprechen, das JAO-Jugendblasorchester neu. Das Sommercamp erfreut sich erneut wachsender Beliebtheit.
Das Ziel des Camps ist unter anderem, den Nachwuchs für das 2003 gegründete Jugendauswahlorchester (JAO) zu sichern. In erster Linie werden junge Menschen in das Orchester aufgenommen, die bereits über grundlegende Kenntnisse im Bereich der Blasmusik verfügen. Im Rahmen des einwöchigen Camps liegt der Schwerpunkt auf der Weiterentwicklung der Blasmusikkünste der Jugendlichen und dem Kennenlernen und Erlernen der besonderen Stilmerkmale ihrer Volksmusik.
Die vor allem für die Altersgruppe von 9 bis 19 Jahren organisierte Fachwoche fügt sich nahtlos in das Fortbildungssystem des Landesrates der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen ein, in dem großer Wert auf die Entwicklung der musikalischen Fähigkeiten der ungarndeutschen Jugendlichen und die Ausbildung des Nachwuchses gelegt wird.


Balázs Kozek und Sándor Kaszás, die fachlichen Leiter des Camps, differenzierten während der Woche geschickt und überbrückten mühelos die Unterschiede, die sich aus dem Alter und den musikalischen Kenntnissen der Jugendlichen ergaben. Sándor Kaszás, Vorsitzender der Kapellensektion und fachlicher Helfer von Balázs Kozek im Camp, sammelte alle Noten, arrangierte sie und passte sie den Fähigkeiten der jungen Musiker an. Aufgrund des Altersunterschieds wurde für das Abschlusskonzert eine spezielle kleinere Formation zusammengestellt, in der die jüngsten Musiker gemeinsam spielten. Es ist wichtig, dass auch sie so schnell wie möglich lernen, Melodien zu spielen, aufeinander zu achten und ihre Darbietung auf hohem Niveau zu präsentieren.
Während des Camps spielten sie vor allem Stücke von unbekannten ungarndeutschen Komponisten. Darüber hinaus konnten die Musikschüler auch verwandte Blasmusikstücke sowie böhmisch-mährische Blasmusik aus Tschechien und Volksmusik aus Österreich kennenlernen.



Beim Abschlusskonzert bescherten die Jugendlichen dem Publikum ein großartiges Erlebnis mit ihrem Programm aus Walzern, Polkas sowie etwas schon in Vergessenheit geratenen Mazurkas.
Da die Kapelle aus 9- bis 19-jährigen Musikern bestand, wurde aufgrund des großen Altersunterschieds die jüngere Altersgruppe separat unterrichtet. Das Hauptziel von Balázs Kozek war es, dass auch die Jüngsten lernen, Melodien zu spielen, aufeinander zu achten und ihre Stücke live vorzutragen. Beim Abschlusskonzert spielten sie einen Walzer und eine Polka und präsentierten damit, was sie während der Woche gelernt hatten.
Eine innovative Bereicherung des Abschlusskonzerts war das Duo von Balázs Kozek und Márton Liszátz. Márton sang die ohnehin schon anspruchsvolle zweite Stimme und bewies, dass er auch in Terzen singen kann. Balázs Kozek äußerte sich anerkennend über die Gesangskünste des Jugendlichen.
Der Campleiter betonte, dass die Jugendlichen mit großer Aufmerksamkeit und Begeisterung an der Arbeit im Orchester teilgenommen, viel geübt und sich weiterentwickelt hätten. Ein echter Farbtupfer des Camps war Josef Hermann (Szepi), der die ganze Woche über Tuba gelernt hatte und beim Abschlusskonzert das Spiel der Jugendlichen unterstützte.
Balázs Kozek meinte in seinem Schlusswort, dass das JAO-Blasmusikcamp wichtig sei, um junge Menschen musikalisch zu bilden, ihnen das Erbe ihrer Vorfahren näherzubringen und ihnen zu vermitteln, dass sie die Melodien ihrer Eltern und Großeltern lernen oder sogar sammeln sollten, da in ihnen durch sie das ungarndeutsche Musikerbe bewahrt wird. Auch 2026 werden die Jugendlichen wieder mit neuer Musik und interessanten Programmen erwartet.
Die Veranstaltung wurde durch das Bundesministerium des Innern, die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen und die Regierung Ungarns gefördert.
LandesratForum





Foto: Attila Székely



