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Agnes Amrein-Pesti, Direktorin des Valeria-Koch-Bildungszentrums in Fünfkirchen, wurde für weitere fünf Jahre in ihrem Amt als Schulleiterin bestätigt. Mit ihr hat Viktória Tóth, Journalistin von bama.hu, über den Alltag der Bildungseinrichtung, die Rolle des Nationalitätenunterrichts und die heutigen Herausforderungen der Pädagoginnen gesprochen.
– Wie haben Sie Ihre Ernennung vor fünf Jahren erlebt?
– Unerwartet und früher als geplant bin ich in diese Rolle gekommen. 2019 wurde unsere damalige Direktorin,Ibolya Hock-Englender, Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen und übergab mir daher den Stab. Obwohl ich zuvor fünf Jahre lang Leiterin des Gymnasiums war, bedeutete es dennoch eine neue Aufgabe, die Verantwortung für die gesamte Institution zu übernehmen, zu der zwei Kindergärten, eine Grundschule, das Gymnasium und das Schülerwohnheim gehören.
– Wie ist der Unterricht am Valeria-Koch-Bildungszentrum aufgebaut?
– Wir sind eine deutsche Nationalitäteneinrichtung mit zweisprachigem Profil. Die Grundlagen werden bereits im Kindergarten gelegt: Seit mehr als zehn Jahren läuft bei uns ein nahezu einzigartiges Programm, das die deutschsprachige Erziehung zum Ziel hat. Die Kinder, die aus den Kindergärten kommen, beginnen die Schule bereits mit fertigen Satzstrukturen und einem reichen Wortschatz. Natürlich sind wir aber für alle offen, die Teil der Kultur und Gemeinschaft der Ungarndeutschen werden möchten.
In der Grundschule gibt es pro Jahrgang drei Klassen, von denen eine eine sogenannte einsprachige Klasse ist. Dort bemühen wir uns noch bewusster darum, dass auch die praktischen Fächer – wie Musik, Kunst oder Werke – auf Deutsch unterrichtet werden. Aber die fünf Wochenstunden deutsche Sprache und Literatur sowie das Fach „Volkskunde der Ungarndeutschen“ sind von der ersten bis zur zwölften Klasse für alle verpflichtend. Ergänzt wird dies durch die Einbindung der ungarndeutschen Traditionen sowohl in die Lehrpläne als auch in den Alltag.
– Mit welchen Ergebnissen schließen die SchülerInnen ihre Bildung ab?
– In der achten Klasse legen die SchülerInnen die deutsche staatliche DSD-I-Prüfung – in der Regel mit sehr guten Ergebnissen – ab, was dem Niveau B1 entspricht. In der zehnten Klasse erreichen sie das Mittelstufenniveau (B2), und zum Abitur erwerben 90% unserer SchülerInnen das Oberstufenniveau (C1). Darüber hinaus verlassen viele auch mit einer Englischprüfung die Schule nach dem Abitur. Ein großer Erfolg für uns ist, dass wir im vergangenen Jahr im landesweiten Gymnasialranking den 67. Platz erreicht haben und damit das beste Gymnasium im Komitat Branau wurden.
– Welche Herausforderungen und Ziele sehen Sie für die kommenden fünf Jahre?
– Als ich Direktorin wurde, kam fast sofort die Corona-Pandemie, und damit wurde die Organisation des digitalen Unterrichts zur größten Herausforderung. Wir mussten herausfinden, wie wir den Unterricht in digitaler Form umsetzen und welche guten Praktiken wir aus dieser Zeit weiterführen können. Sicher ist: Angesichts der heutigen Herausforderungen sind die Entwicklung von Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kompetenzen Schlüsselfragen. Ich bin überzeugt, dass – künstliche Intelligenz hin oder her – in den unterschiedlichsten Arbeitsbereichen weiterhin Fachleute gebraucht werden, die Sprachen gut beherrschen. Im Bereich der Kompetenzentwicklung hat die Schule ein eigenes Lernmethodikprogramm erarbeitet, um gezielt die Forschungs-, Datenverarbeitungs- und Präsentationsfähigkeiten der Schülerinnen und Schüler zu fördern.
Wir sind stolz auf das, was wir in den letzten 30 Jahren erreicht haben: dass wir im Bildungswesen der Ungarndeutschen eine Vorreiterrolle einnehmen. Neben der Pflege von Tradition und Kultur bleibt unsere Hauptaufgabe die hochqualitative Sprachvermittlung – sie ist das A und O von allem.
Mehr zu diesem Thema kann man auch im kürzlich erschienenen, ungarischsprachigen Podcast von bama.hu hören, in dem es um Nationalitätenprojekte, Programme und die Geschichte des Schulzentrums geht.
Quelle: bama.hu


