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Die Deutsche Selbstverwaltung Budapest organisierte auch in diesem Jahr den traditionellen Europatag sowie die feierliche Eröffnung des Schuljahres für die Schulen und Kindergärten mit deutschem Nationalitätenunterricht in Budapest.
Am 26. September versammelten sich zahlreiche VertreterInnen der deutschen Nationalität in Kleinpesth, um gemeinsam einen Nachmittag im Zeichen der deutschen Sprache und Kultur zu verbringen.


Dr. Ulrich Ernst, der neue Gesandte der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Ungarn, begann seine Ansprache berührt: Zum ersten Mal hörte er die Ungarndeutsche Hymne – vorgetragen von einer Kindergruppe mit 30 Stimmen. In seiner Rede sprach er über die Bedeutung der deutschen Sprache, die die meistgesprochene Muttersprache in der EU ist, und hob hervor, wie einzigartig es sei, dass sie in Ungarn von Klein und Groß so engagiert gepflegt wird. Er betonte, dass es kaum ein Land gebe, in dem so viele hochmotivierte DeutschlehrerInnen tagtäglich für den Erhalt der Sprache arbeiten.
Miklós Soltész, Staatssekretär für Kirchen- und Nationalitätenangelegenheiten im Amt des Ministerpräsidenten, gratulierte nicht nur den PreisträgerInnen, sondern auch allen Anwesenden. Er würdigte die Gemeinschaft in Budapest, die durch ihren Einsatz zeige, dass die Pflege der ungarndeutschen Traditionen eine Aufgabe vieler sei. Zugleich ermutigte er Jung und Alt, die deutsche Sprache weiterhin aktiv zu gebrauchen.
Ein Höhepunkt des Nachmittages war die Verleihung der Auszeichnung „Deutschlehrerin des Jahres 2025“. Mit diesem Preis werden jedes Jahr PädagogInnen geehrt, die sich in besonderer Weise für die Anliegen der deutschen Nationalität einsetzen und zur Bewahrung der Sprache, des materiellen wie geistigen Kulturerbes und der Traditionen in ihren Institutionen beitragen. Über die Vergabe der drei Preise entschied die Vollversammlung der Deutschen Selbstverwaltung Budapest. Die Ehrung überreichten Staatssekretär Miklós Soltész und Hajnalka Lelkes, Vorsitzende der Deutschen Selbstverwaltung Budapest, an Lívia Minárik (Medgyessy Ferenc Deutsche Nationalitätenschule), Adrienn Rózsa Nagy (Pestszentlőrincer Deutsche Nationalitätengrundschule) und Renáta Ruff (Anton Grassalkovich Grundschule). Die Laudationen sind am Ende des Berichts zu lesen.
Daneben wurden sechs GymnasiastInnen mit einem Stipendium der Deutschen Selbstverwaltung ausgezeichnet: Maja Erika Kollár, Dóra Kovács und Leona Mercédesz Vámos (Deák-Gymnasium Kleinpesth), Zsófia Sinkó und Noel Nándor Weisz (Deutsches Nationalitätengymnasium Budapest) sowie József Koncz (Árpád-Gymnasium Altofen).

Im Laufe des Nachmittags präsentierten mehr als hundert Mitwirkende, wie lebendig die ungarndeutschen Traditionen in Budapest sind. Mit Liedern und Tänzen begeisterten SchülerInnen der Medgyessy Ferenc Deutschen Nationalitätengrundschule, der Pestszentlőrincer Deutschen Nationalitätengrundschule, des Deák-Gymnasiums, der Anton Grassalkovich Grundschule sowie der Erkel-Grundschule und ernteten dafür großen Applaus.
Dorottya Váradi-Bach
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Deutschlehrerinnen des Jahres 2025 in Budapest
Würdigungen
Deutschlehrerin des Jahres 2025 ist Lívia Minárik, seit 2017 Mitglied des Lehrerkollegiums der Medgyessy Ferenc Deutschen Nationalitätenschule im III. Bezirk. Seit drei Jahren leitet und koordiniert sie die Arbeit der Sprach-Arbeitsgemeinschaft. Sie spielt eine aktive Rolle bei der Organisation und Durchführung der jährlichen ungarndeutschen Programme an der Schule: Erntedankfest, Martinstag, Deutscher Rezitationswettbewerb.
Sie hat auch eine neue Tradition für die Aufnahme der Erstklässler geschaffen. Bei den Bezirkswettbewerben schneiden ihre Schüler jedes Mal gut ab. Sie ist regelmäßig bei der Jurierung der Wettbewerbe, die an den anderen Nationalitätenschulen des Schulamts stattfinden, mit dabei. Auch beim traditionsreichen Weihnachtsfest der Nationalitäten treten ihre Schüler oft mit niveauvollen Darbietungen auf.
Sie nimmt gerne an den außerunterrichtlichen Programmen der Arbeitsgemeinschaft teil, der Interpädagogica-Messe und den von dem Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek organisierten Veranstaltungen, die der fachlichen Weiterbildung dienen. Ihre Beiträge erscheinen in der Neuen Zeitung. Sie legt großen Wert auf die Talentförderung. Ihre Schüler nehmen jährlich am Ungarndeutschen Rezitationswettbewerb sowie am Wettbewerb für kleine Szenen teil.
Mit ihren Lerngruppen bereiten sie regelmäßig stimmungsvolle kleine Szenen vor, die nicht nur für die Zuschauer, sondern auch für sie selbst echte Freude bedeuten. Jedes Jahr ist sie die aktive Organisatorin und Durchführende der DSD-Prüfung an der Schule.
Lívia Minárik pflegt sowohl zu ihren Schülern als auch zu den Eltern eine freundliche und kooperative Beziehung. Mit der Organisation von gemeinschaftlichen Programmen in guter Stimmung baut sie die ungarndeutsche Gemeinschaft der Schule auf. Als Expertin unterstützt sie ihre Kollegen.
Mit ihrer Menschlichkeit, Zuverlässigkeit und Kollegialität hat sie sich den Respekt und die Anerkennung des Lehrerkollegiums sowie der Fachgemeinschaft verschaffen.
Deutschlehrerin des Jahres ist Adrienn Rózsa Nagy. Sie unterrichtet seit mehr als 20 Jahren an der Deutschen Nationalitätengrundschule in Pestszentlőrinc. Sie arbeitete zwei Jahre lang als stellvertretende Leiterin, seit 2019 ist sie als Direktorin tätig. Ihr pädagogisches Wirken wird durch jahrzehntelange Erfahrung und Fachkenntnis bestimmt. In ihren kommunikations- und erlebnisorientierten Deutschstunden ist sowohl die ungarndeutsche Literatur als auch die Geschichte und Kultur der Ungarndeutschen präsent. Die Traditionen werden von ihr nicht nur unterrichtet, sondern auch gelebt. Sie nahm an der Vorbereitung und Realisierung der Projekte Wanderbündel und Wanderschlüssel mit Freude teil. Aus ihrem Kalender fehlen nie solche Programme wie das Christkindl-Spiel, die Ostereiersuche und der TrachtTag. Sie hält es für wichtig, dass die Kinder in möglichst viele Siedlungsgebiete reisen und die Bräuche sowie die Baukultur der Ungarndeutschen hautnah kennenlernen können.
Sie bereitet sämtliche Lernende von Jahr zu Jahr mit Erfolg auf die Sprachprüfung DSD I vor, aber auch an dem landesweiten deutschen Sprachwettbewerb für Grundschulen nimmt sie mit den Schülern regelmäßig teil. Frau Nagy ist offen für allerlei Neuigkeiten, ist begeisterte Teilnehmerin von Weiterbildungen.
Der ungarndeutsche Rezitationswettbewerb hat für sie eine besondere Bedeutung. Ihre SchülerInnen sind nicht nur beim Wettbewerb auf Bezirksebene, sondern auch auf hauptstädtischer Ebene mit dabei. Der Wettbewerb auf Bezirksebene wird von ihr organisiert und abgewickelt.
Das Liebgewinnen und die Pflege der ungarndeutschen Tanz- und Musikkultur durch die Kinder liegen ihr am Herzen, was man auch an den schulischen Tanzhausprogrammen wahrnehmen kann.
Sie arbeitet erfolgreich mit der deutschen Nationalitätenselbstverwaltung und den ungarndeutschen Organisationen des Bezirks zusammen. Seit 2020 ist sie aktives Mitglied des Ungarndeutschen Stammtisches.
Ihr genauer, präziser, hilfsbereiter und liebevoller Charakter ist ein gutes Beispiel für uns alle, ihre anspruchsvolle Fachkenntnis sind unbestreitbar.
Deutschlehrerin des Jahres 2025 ist Renáta Ruff. Sie arbeitet seit 2011 als Deutschlehrerin und Klassenleiterin an der Anton Grassalkovich Grundschule in Schorokschar/Soroksár, wo sie Deutsch und Volkskunde unterrichtet. Durch ihre Persönlichkeit, bewusste pädagogische Tätigkeit spielt sie eine entscheidende Rolle in der Bildungseinrichtung. Ihre Arbeit ist sorgfältig, anspruchsvoll und konsequent. Für ihre Stunden bereitet sie sich gründlich vor, und sie verfügt über ein breites methodisches Wissen, wodurch die Kinder motivierter werden. Während ihrer Stunden benutzt sie interaktive Mittel, die für die heutigen Schüler zur Erhaltung der Aufmerksamkeit unerlässlich sind. Sie vermittelt den Kindern von der 5. bis zur 8. Klasse die Schönheiten, aber auch die Schwierigkeiten der deutschen Sprache.
Die Schüler, die Frau Ruff unterrichtet, erreichen hervorragende sprachliche Leistungen. Sie hat die Fähigkeit, Talente zu erkennen. Dank ihrer Arbeit erreichen ihre Schüler an den Sprach- und Rezitationswettbewerben hervorragende Ergebnisse. Sogar auch auf Landesebene. Die Achtklässler bereitet sie erfolgreich auf die Sprachprüfung DSD I vor.
Frau Ruff hat ungarndeutsche Wurzeln, kennt die ungarndeutschen Bräuche und Traditionen. Diese Identität kommt in ihrer alltäglichen Arbeit zum Vorschein. Die Pflege der Schorokscharer Bräuche liegt ihr besonders am Herzen.





