Nachrichten30 Jahre Verband der Deutschen Selbstverwaltungen des Komitats Bács-Kiskun

30 Jahre Verband der Deutschen Selbstverwaltungen des Komitats Bács-Kiskun

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Wie schon darüber berichtet, feierte der Verband der Deutschen Selbstverwaltungen des Komitats Bács-Kiskun Ende November, am 25. Batschkaer Ungarndeutschen Kulturtag, sein 30-jähriges Bestehen. Im Rahmen des Programms wurde auch an die Vergangenheit und Gegenwart des Verbandes sowie die Errungenschaften der vergangenen drei Jahrzehnte erinnert. Nun veröffentlichen wir diesen Rückblick.

Am 24. März 1995 gründeten zwölf deutsche Selbstverwaltungen den Verband der Deutschen Minderheitenselbstverwaltungen des Komitats Bács-Kiskun. Ziel war und ist noch heute die umfassende Vertretung, der Schutz, die Anerkennung sowie die Förderung der gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Bestrebungen der in den Komitaten Batsch-Kleinkumanien und Tschongrad (heute: Tschongrad-Tschanad) lebenden Ungarndeutschen.

Die Zusammensetzung des Verbandes hängt immer von den Kommunalwahlen ab. Zurzeit, in der achten Legislaturperiode, sind 26 deutsche Nationalitätenselbstverwaltungen Mitglieder. Die Vollversammlung besteht aus den Delegierten der Selbstverwaltungen. Der Vorstand zählt sieben Personen.

Der erste Vorsitzende war zwischen 1995-1999 Simon Kishegyi. Ihn folgte von 1999 bis 2007 Franz Schőn. Seit 2007 bekleidet Josef Manz dieses Amt. Die Arbeit des Verbandes wir vom Regionalbüro der Geschäftsstelle der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen unterstützt.

Die Programme für Kinder und Jugendliche spielen eine wichtige Rolle im Leben des Verbandes, da die Erziehung und die Motivierung des Nachwuchses eine hervorgehobene Aufgabe sind. Es wurden Theatertreffen, Zeichenwettbewerbe veranstaltet. Der Verband organisiert den Rezitationswettbewerb auf Komitatsebene, der seit 2005 zugleich auch der Vorentscheid des Landesrezitationswettbewerbs ist. Zweijährlich wurden die Kinder- und Jugendfestivals in Zusammenarbeit mit dem Komitat veranstaltet, die letzten drei wurden vom Verband selbst organisiert. Es fanden Jugendcamps für die Grundschüler in Neu-Ulm, Sombor, sowie in Waschludt, Litowr und Nadwar statt. Für Mittelschüler wurden Stipendien vergeben. 2018 organisierten wir ein Camp für Jugendliche, um sie ins Nationalitätenleben miteinzubeziehen.

Die kulturelle Tätigkeit des Verbandes ist vielseitig. Hier sollen nur die wichtigsten erwähnt werden: Seit 2001 wird der Batschkaer Ungarndeutsche Kulturabend veranstaltet, verbunden mit der Verleihung der Auszeichnung „Für das Ungarndeutschtum im Komitat Bács-Kiskun”. Dieses Jahrwurde die 25. verdiente Persönlichkeit mit dem Preis geehrt. Am Tag des Beitritts in die EU wurde ein Blaskonzert mit 140 Mitwirkenden veranstaltet. Es wurde eine aus 33 Puppen bestehende Trachtensammlung zustande gebracht, die seit 2006 vom Hajoscher Heimatmuseum beherbergt wird. 2017 wurde in Baje eine Ausstellung über schwäbische Adventstraditionen verwirklicht. Es wurden für Kindergärtnerinnen, Dramenpädagogen und Tanzlehrer Fortbildungen auf Komitats- und Landesebene veranstaltet. Der Nationalitätenreferent des Komitats, István Hajdu, organisierte zahlreiche Schulungen für Nationalitätenvertreter.

Zur Glaubensausübung werden deutsche Messen auf Komitatsebene zelebriert, 2019 wurde eine Wanderfahne eingeweiht. In demselben Jahr wurden die Vorstellungen des Johannespassionsspiels der Fünfkirchner Schüler organisiert.

Es wurde auch zur würdigen Gedenkkultur der traurigen Geschehnisse des Ungarndeutschtums beigetragen: Ein Besuch der Waggonausstellung in Baje wurde organisiert, bzw. der Verband koordinierte die Wanderbündelausstellungen des Komitats.

Die Arbeit der ehrenamtlich tätigen Personen wurde nicht nur vom Verband anerkannt, es wurden mehrere Personen und Organisationen zu Auszeichnungen auf Komitats- und Landesebene vorgeschlagen.

2000 wurde ein eigenes Wappen geschaffen, mit den maßgebenden Symbolen des Batschkaer Ungarndeutschtums.

Seit 2007 hat der Verband eine eigene Webseite, seit 2014 eine Facebook-Seite.

Nach der Modifizierung des Nationalitätengesetzes wurde 2016 der Name des Verbandes geändert, und der Sitz ins Ungarndeutsche Bildungszentrum in Baje verlegt.

Der Verband nominierte immer die örtlichen Nationalitätenvertreter und stellte die Komitatsliste. Um diese Tätigkeit weiterführen zu können, wurde dieses Jahr der Verband zum Nationalitätenverein. 

Seine Hauptsponsorförderin ist die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen. Zur Verwirklichung seiner Veranstaltungen und Projekte nutzt der Verband die für die Nationalitäten ausgeschriebene Bewerbungsmöglichkeiten.  

Zur Fortsetzung und Weiterentwicklung dieser reichen und wertvollen Tätigkeit wünscht Vorsitzender Josef Manz allen Funktionsträgern und Mitwirkenden viel Erfolg und gute Gesundheit. 

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