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Am 29. November 2025 veranstaltete der Verband der Deutschen Selbstverwaltungen des Komitats Bács-Kiskun den 25. Batschkaer Ungarndeutschen Kulturtag mit der Verleihung der Auszeichnung Für das Ungarndeutschtum im Komitat Bács-Kiskun. Der Ort wird immer aufgrund der Bindung der ausgezeichneten Person ausgewählt. Auf Waschkut fiel die Wahl schon zum vierten Mal. Ein weiterer Grund zum Feiern war das 30-jährige Gründungsjubiläum des Komitatsverbandes.
Am frühen Nachmittag erwartete die Waschkuter Deutsche Nationalitätenselbstverwaltung die Gäste zu einer deutschsprachigen Messe mit Blasmusik, zelebriert von den Pfarrern Matthias Schindler und Tibor Szűcs. Im Anschluss erwartete die örtliche Anton Kraul Blaskapelle mit Musik das Publikum im Veranstaltungsraum.


Das kulturelle Programm begann mit dem gemeinsamen Singen der Hymnen. Bürgermeister Zoltán Alszegi und Csaba Vörös, Vorsitzender der örtlichen deutschen Selbstverwaltung, begrüßten die von weit und nah angereisten Zuschauer als Gastgeber. Josef Manz, Vorsitzender des Komitatsverbandes, eröffnete die Veranstaltung.



Als Auftakt spielte die Anton Kraul Blaskapelle unter der Leitung von György Huzsvay ungarndeutsche Melodien. Der Singkreis des Vereins der Waschkuter Deutschen unter der Leitung von Eva Huber brachte mit der „Hymne der Batschka”, Kehr ich einst zur Heimat wieder, auch das Publikum zum Singen. Begleitet wurden sie auf Knopfharmonika von Hans Knipf.


Die Kindertanzgruppe des Hartauer Traditionspflegenden Kulturvereins präsentierte unter der Leitung von Andrea Iván Hartauer Kinderspiele und Tänze. Auf Akkordeon spielte Árpád Vértes. Anna Kajtár-Stráhl erzählte dann eine Geschichte von Barbara Péter in Waschkuter Mundart.


Die Anwesenden erhielten einen kurzen Einblick in die Geschehnisse der vergangenen 30 Jahren im Leben des Verbandes der Deutschen Selbstverwaltungen des Komitats Bács-Kiskun.
Als Höhepunkt der Veranstaltung wurde die Auszeichnung Für das Ungarndeutschtum im Komitat Bács-Kiskun zum 25. Mal verliehen. Die verdiente Persönlichkeit war diesmal Julia Vörös geb. Bohner, ehemalige langjährige Vorsitzende der Waschkuter Deutschen Selbstverwaltung und ehemaliges Vorstandsmitglied des Verbandes. Frau Vörös ist auch heute sehr aktiv im Leben des ungarndeutschen Dorfes. Ihre Würdigung ist am Ende des Berichts zu lesen.
Der Chor Heidenröschen aus Katschmar unter der Leitung von Ildikó Nagy und Erzsébet Gulyás-Gyetvai sangen ungarndeutsche Lieder, und zu Ehren der Ausgezeichneten den Irischen Segen. Sonja Kubatov trug danach eine Mundartgeschichte von Barbara Péter vor. Als Abschluss des Kulturprogramms trat die Waschkuter Ungarndeutsche Traditionspflegende Tanzgruppe unter der Leitung von Rita Krix auf die Bühne. Ihre Produktion begleitete die Waschkuter Blaskapelle.
Josef Manz hob in seinen Schlussgedanken die Wichtigkeit der parlamentarischen Vertretung hervor.
Wir danken Aliz Munding und Balázs Engi für die gekonnte Moderation.
Andrea Knoll-Bakonyi





Laudatio auf Julia Vörös
„Für das Ungarndeutschtum im Komitat Bács-Kiskun“
Julia Vörös geborene Bohner lebt seit ihrer Geburt in ihrem Heimatdorf Waschkut. Ihre schwäbischen Wurzeln brachte sie von zu Hause mit. Sie arbeitete lange Jahre als Leiterin des Postamtes im Dorf, ab den 90er Jahren wurde sie Unternehmerin.
Ihr ganzes Leben lang stand sie stolz zu ihrer Zugehörigkeit zum Ungarndeutschtum und widmete ihre Freizeit vollständig der Bewahrung des Waschkuter schwäbischen Dialekts, der Pflege der örtlichen schwäbischen Traditionen und dem Zusammenhalt der in der Gemeinde lebenden Ungarndeutschen.

Eines der ersten Ansiedlungsdenkmäler wurde 1993 in Waschkut errichtet, an dessen Gestaltung sie ebenfalls beteiligt war.
Sie war maßgeblich am Zustandekommen der ersten Deutschen Minderheitenselbstverwaltung im Jahre 1994 beteiligt und arbeitete anschließend zwölf Jahre lang als Vorsitzende und weitere acht Jahre als Abgeordnete der Nationalitätenselbstverwaltung. Unter ihrer Leitung konnte das kulturelle Leben in Waschkut aufrechterhalten werden. Sie arbeitete eifrig daran, dass die Deutsche Selbstverwaltung ein geeignetes Büro erhält, sowie trug tatkräftig dazu bei, der Anton Kraul Blasmusikkapelle einen Proberaum zu schaffen. Sie initiierte zahlreiche Veranstaltungen und Gedenkfeiern, an deren Verwirklichung sie auch mitwirkte. Sie ließ Wegkreuze renovieren, damit die religiösen Denkmäler weiterhin erhalten bleiben.
Auch heute ist sie noch bei der Pflege der deutschsprachigen Partnerschaften der Gemeinde sowie der Kulturgruppen aktiv tätig. Sie nimmt regelmäßig an den Nationalitätentagen im Kindergarten und in der Grundschule teil, sie kocht mit den Kindern traditionelle schwäbische Speisen, wobei sie auch über die Traditionen erzählt.
Auf Komitatsebene war sie ebenfalls engagiert. So war sie in der ersten, zugleich auch bedeutendsten Wahlperiode Vorstandsmitglied im Verband der Deutschen Minderheitenselbstverwaltungen des Komitats Bács-Kiskun, als die Grundsteine des Verbandes gelegt wurden.
Mit ihrer Mitwirkung konnten mehrere ungarndeutsche Vorentscheide des Nationalitätenjugendfestivals auf Komitatsebene in Waschkut veranstaltet werden.
Auch gegenwärtig setzt sie sich aktiv für die Nationalitätenangelegenheiten ein. Sie unterstützt die Deutsche Selbstverwaltung und die Vereine mit ihren Ratschlägen.
Die Bewahrung des Waschkuter Dialekts ist ihr besonderes Anliegen. So nahm sie 2022 in Vertretung von Waschkut mit einem Mundartvortrag an der Veranstaltung Ret‘wi tr ham in Nadwar teil.
Für ihre beispielhafte Tätigkeit wird Julia Vörös vom Verband der Deutschen Selbstverwaltungen des Komitats die Auszeichnung Für das Ungarndeutschtum im Komitat Bács-Kiskun verliehen.
Fotó: Káposzta Lajos



