NachrichtenVier Jahrzehnte, eine Gemeinschaft: Der Lenau-Verein feierte sein Jubiläum

Vier Jahrzehnte, eine Gemeinschaft: Der Lenau-Verein feierte sein Jubiläum

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Am 31. November fand im Lenau-Haus in Fünfkirchen die Feier zum 40-jährigen Bestehen des Nikolaus-Lenau-Kulturvereins statt. In würdigem Rahmen erinnerten wir uns an die vergangenen vier Jahrzehnte und an all jene, die über lange Jahre hinweg mit Herz und Engagement für die Bewahrung unserer ungarndeutschen Traditionen gearbeitet haben.

Jubiläumsfeier im Lenau-Haus

Der erste Redner des Abends war Vereinsvorsitzender János Flódung. In seiner Ansprache rief er die Umstände der Gründung im Jahr 1985 und jenen mutigen, wegweisenden Geist in Erinnerung, der damals die Selbstorganisation der ungarndeutschen Gemeinschaft prägte. Er betonte, dass der Lenau-Verein von Beginn an eine wichtige Mission übernommen habe: die Pflege der Muttersprache, die Bewahrung der Traditionen und die Sichtbarmachung der ungarndeutschen Kultur in der Branau – all dies in einer Zeit, in der dieses Engagement gesellschaftlich wie politisch besondere Verantwortung bedeutet habe. Er erinnerte daran, dass die Gründergeneration – die Nachkommen der einstigen Ansiedler sowie die ihre Identität erneut bekennenden „Babyboomer“ – entscheidend dazu beigetragen habe, dass das Ungarndeutschtum nicht in Vergessenheit geriet. Eines der stärksten Motive seiner Rede war jene bis heute lebendige, symbolische Frage, die bei vielen schwäbischen Begegnungen erklingt: „Na, seid’r aa too?” („Seid ihr auch hier?“) Eine Frage, die das gesamte historische Erlebnis und die Zusammengehörigkeit vieler Generationen in sich trägt. Zum Jubiläum wünschte Flódung, dass diese Frage noch lange Ausdruck des lebendigen Fortbestands unserer Gemeinschaft sein möge.

János Flódung

Anschließend hielt Ibolya Hock-Englender, Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU), ihre Festrede. Sie hob hervor, dass der Lenau-Verein seit vier Jahrzehnten eine prägende Institution des ungarndeutschen Kulturlebens sei: ein Begegnungsort, ein Zuhause und ein Gemeinschaftsraum für Vertriebene wie für Heimatverbliebene gleichermaßen, und Gastgeber unzähliger bedeutender Veranstaltungen. Sie erinnerte an die langjährige, enge Zusammenarbeit zwischen der LdU und dem Verein, die sich unter anderem in der Renovierung des Gebäudes im vergangenen Jahr und der kontinuierlichen Unterstützung des Vereins widerspiegelt. Sie betonte, dass nun die Zeit gekommen sei, das erneuerte Lenau Haus wieder mit Leben zu füllen – mit Programmen, Veranstaltungen sowie Angeboten für Jugend und Senioren. Abschließend rief sie die Mitglieder dazu auf, den Geist des Vereins weiterzutragen und dieses Erbe an die nächsten Generationen weiterzugeben.

Ibolya Hock-Englender

Das Festprogramm bereicherte das Männertrio „Die Drei Schwowe“ mit einem authentischen ungarndeutschen Liedstrauß. Im Anschluss sahen die Gäste einen Rückblicksfilm, den Dr. Eva Gerner, Vorstandsmitglied des Vereins, aus dem Archivmaterial des ungarndeutschen TV-Magazins „Unser Bildschirm“ zusammengestellt hatte. Den musikalischen Ausklang des Abends gestaltete die in den ungarndeutschen Kreisen äußerst beliebte Schnaps Kapelle.

dr. Gerner Éva

Wir gratulieren dem 40-jährigen Lenau Verein von Herzen und wünschen weiterhin viele erfolgreiche und inhaltsreiche Jahre im Dienste unserer Gemeinschaft! 

Kristina Szeiberling

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Fotos: Réka Acél, Lenau-Haus

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