Bibliothek @deMárta Fata (Hrsg.): Melioration und Migration

Márta Fata (Hrsg.): Melioration und Migration

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Der hier vorgestellte, von Márta Fata herausgegebene Studienband Melioration und Migration. Wasser und Gesellschaft in Mittel- und Ostmitteleuropa vom 17. bis Mitte des 19. Jahrhunderts widmet sich einem zentralen, lange Zeit prägenden Element der vorindustriellen europäischen Landschaft, dem dauerhaft oder periodisch überfluteten Feuchtgebieten. Moore, Sümpfe und Bruchlandschaften waren nicht nur natürliche Gegebenheiten, sondern bereits seit der Frühen Neuzeit Schauplätze gezielter Meliorationsprojekte, deren Ziel die Ausweitung agrarischer Nutzflächen sowie die Intensivierung von Ackerbau, Handel und Verkehr war.

Im Mittelpunkt des Bandes steht die enge Verflechtung von Melioration und Migration. Die Beiträge zeigen, dass Eingriffe in die Natur häufig mit Wanderungsbewegungen und neuen Siedlungsgründungen einhergingen und tiefgreifende gesellschaftliche Transformationsprozesse auslösten. Vor diesem Hintergrund wird auch der Begriff „Kolonie“ in seinen unterschiedlichen Bedeutungsdimensionen (Kolonisierung, Kolonisation und Kolonialisierung) kritisch reflektiert und historisch differenziert eingeordnet.

Anhand von Beispielen aus Mittel- und Ostmitteleuropa wird verdeutlicht, wie Meliorationsprojekte ökonomische, demographische, ökologische und kulturelle Fragen miteinander verbanden. Neben dem zeittypischen Fortschrittsglauben treten dabei auch die Schattenseiten menschlicher Eingriffe in die Natur deutlich hervor. 

Der Studienband eröffnet somit einen facettenreichen Blick auf die historischen Wechselwirkungen von Wasser, Gesellschaft und Raum und leistet einen wichtigen Beitrag zum Verständnis frühneuzeitlicher Umwelt- und Migrationsprozesse.

Márta Fata (Hrsg.): Melioration und Migration
Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2022
Seiten: 346
Sprache: Deutsch

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