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Die Parlamentswahlen 2026
standen im Mittelpunkt der Februar-Vollversammlung
der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen
Die Vollversammlung der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) fasste umfassende Beschlüsse zur Sicherung der finanziellen Stabilität, zur Funktionsfähigkeit der Institutionen und zur zukünftigen Interessenvertretung der Gemeinschaft. Das höchste Entscheidungsgremium der ungarndeutschen Gemeinschaft behandelte auf seiner Sitzung am 21. Februar in Budapest als zentrales Thema die Vorbereitung auf die Parlamentswahlen 2026, die auf eine weitere Stärkung der parlamentarischen Präsenz der Ungarndeutschen abzielt.
Neben organisatorischen und betrieblichen Fragen verabschiedete die Vollversammlung den Haushalt für 2026. Mit einem Gesamtvolumen von rund 13,2 Milliarden Forint gewährleistet er eine stabile und planbare Funktionsfähigkeit des ungarndeutschen Institutionensystems. Der Großteil der Mittel dient der Finanzierung von Bildungs- und Kultureinrichtungen, der Deckung von Löhnen und Betriebskosten sowie der Umsetzung gemeinschaftlicher und kultureller Programme. Gleichzeitig stärkt der Haushalt durch Rücklagenbildung und Entwicklungsressourcen die finanzielle Sicherheit.
Vorbereitung auf die Wahlen und einheitliche Interessenvertretung
Die Vollversammlung befasste sich als Schwerpunkt mit den bevorstehenden Parlamentswahlen sowie mit der integrierten Wahlkampfkommunikation. Zudem verabschiedete das Gremium die Grundsätze der Zusammenarbeit zwischen der LdU und dem künftigen Parlamentsvertreter der ungarndeutschen Gemeinschaft, Gregor Gallai. Das Dokument hält fest, dass die parlamentarische Vertretung transparent, einheitlich und politisch unabhängig erfolgen soll. Es unterstreicht die strategische Partnerschaft zwischen der LdU als höchster öffentlicher und kultureller Vertretung der Ungarndeutschen und dem Parlamentsvertreter, insbesondere in den Bereichen Nationalitätenpolitik, Bildung, Kultur, Kommunikation und Jugendpolitik. Hervorgehoben werden parteipolitische Unabhängigkeit und Kooperation: Der Abgeordnete ist bereit, mit allen demokratischen Akteuren zusammenzuarbeiten, während die Vertretung nationalitätenspezifischer Interessen nicht parteipolitischen Erwägungen untergeordnet wird. Besondere Bedeutung kommt der Abstimmung in Fragen der Identitätsbewahrung zu – etwa bei Sprachgebrauch, Nationalitätenbildung, kultureller Autonomie und dem Status der Selbstverwaltungen – sowie in gesellschaftspolitischen Themen, die die Gemeinschaft insgesamt betreffen. Grundlage der Partnerschaft sind kontinuierlicher Dialog, gegenseitige Konsultation und transparente Kommunikation; zugleich bekennen sich die Partner zur Wahrung der Einheit der ungarndeutschen Gemeinschaft und unterstützen keine Initiativen, die diese spalten könnten.
„Die Wahl 2026 ist von entscheidender Bedeutung für unsere Gemeinschaft. Beteiligung und geschlossenes Auftreten bestimmen, wie stark unsere Stimme im Parlament sein wird“, betonte Ibolya Hock-Englender, Vorsitzende der LdU. Sie fügte hinzu: „Unser Ziel ist es, dass die parlamentarische Vertretung der Ungarndeutschen parteipolitisch unabhängig bleibt und den Interessen der gesamten Gemeinschaft dient. Dafür braucht es breiten Zusammenhalt und eine aktive Wahlbeteiligung.“
Bildungsautonomie und Ausschreibungen für Leitungsstellen
Die Vollversammlung unterstützte die Übernahme der Trägerschaft des Regenbogen Deutschen Nationalitätenkindergartens und Kulturhauses durch die Deutsche Nationalitätenselbstverwaltung von Eickau sowie des Kindergartens und der Küche Napsugár in Jerking durch die örtliche deutsche Selbstverwaltung ab dem Bildungsjahr 2026/2027. Diese Entscheidung stärkt die Verantwortung der örtlichen Gemeinschaften und sichert die Nachhaltigkeit der deutschen Sprachförderung und Traditionspflege.
Aufgrund des Auslaufens der Mandate wurden Ausschreibungen für die Position des Hauptdirektors des Deutschen Nationalitätengymnasiums und Schülerheims sowie für die Leitung des Ungarndeutschen Pädagogischen und Methodischen Zentrums veröffentlicht. Ziel ist es, die hohe fachliche Qualität der Leitung und die langfristige Weiterentwicklung des ungarndeutschen Bildungswesens zu gewährleisten.
Institutionelle Stabilität und verantwortungsvolle Haushaltsführung
Wie aus der entsprechenden Vorlage hervorging, stellte die staatliche Energiekompensation in Höhe von mehr als 440 Millionen Forint eine wesentliche Unterstützung für die von Nationalitätenselbstverwaltungen getragenen Einrichtungen dar, um die gestiegenen Energiekosten zu bewältigen. Dank transparenter Abrechnung konnten nicht verwendete Mittel erneut verteilt werden.
Der Bericht über die Tätigkeit der Ausschüsse im Jahr 2025 bestätigte, dass kulturelle, bildungspolitische und Jugendprogramme, finanzielle Kontrolltätigkeit sowie institutionelle Entwicklungen maßgeblich zur Stärkung der gemeinschaftlichen Identität und zur stabilen Funktionsfähigkeit des Institutionensystems beigetragen haben. Der gesonderte Bericht des Jugendausschusses hob insbesondere das Stipendienprogramm für angehende Pädagoginnen und Pädagogen sowie die Förderung der gesellschaftlichen Beteiligung junger Menschen hervor.
Aktive Periode und Zukunftsgestaltung
Der Bericht der Vorsitzenden und ihrer hauptamtlichen Stellvertreterin machte deutlich, dass in den vergangenen Monaten hohe offizielle Veranstaltungen fortgeführt, Jugend- und Medienprojekte umgesetzt sowie die Kommunikations- und Strategiekonzeption für die Wahlen vorbereitet wurden. Zudem konnten bedeutende institutionelle Investitionen abgeschlossen und die Zusammenarbeit mit den neu gewählten lokalen Selbstverwaltungen intensiviert werden.
„Die kommende Zeit steht zugleich im Zeichen der Sicherung der Stabilität und des Aufbaus der Zukunft“, erklärte Ibolya Hock-Englender. „Die Stärkung unserer Institutionen, die Ansprache unserer Jugend und die Bewahrung der Einheit unserer Gemeinschaft tragen dazu bei, dass die Ungarndeutschen langfristig stark und sichtbar bleiben.“





