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Dieser Satz steht am Anfang des Bandes Mesélő dallamok. Dalok és emlékek Dunaharasztiból / Märchenhafte Melodien. Lieder und Erinnerungen aus Harast und fasst dessen Zielsetzung treffend zusammen: das Bewahren der in Vergessenheit geratenen Melodien und Geschichten sowie deren Weitergabe an kommende Generationen.
Die im April 2025 vom Haraster Traditionspflegenden Deutschen Musikverein herausgegebene Sammlung ist das Ergebnis von beinahe eineinhalb Jahren Arbeit. Die Publikation enthält seit Jahrzehnten vergessene Volkslieder aus Harast, ergänzt durch Noten sowie QR-Codes, die zu Tonaufnahmen der Lieder führen. Dadurch wird sie nicht nur lesbar, sondern auch hörbar und bringt den Lesern die musikalischen Traditionen der örtlichen ungarndeutschen Gemeinschaft auf besondere Weise näher.
Der Band wurde auf Einladung des Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrums und Bibliothek (Zentrum) am 11. März in Budapest, im Rahmen der Reihe Zentrum-Programme im HdU im Haus der Ungarndeutschen präsentiert. In einer Gesprächsrunde, moderiert von Stefan Valentin, erläuterten die Herausgeberin des Bandes und Dirigentin des Blumenstrauss-Chores, Zsuzsanna Krausz-Hommer, der fachliche Lektor Viktor Pócsik sowie Andreas Zwick, der die Redaktion unterstützt hatte, den Hintergrund der Sammlung, die Entstehung des Buches und seine Bedeutung.




Auch über die Besonderheiten von in Balladenform verfassten Liedern wurde gesprochen. Lange Zeit herrschte die allgemeine Ansicht, dass in der Tradition der Ungarndeutschen nur wenige solche Stücke erhalten geblieben seien. Balladen zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine Geschichte erzählen und daher oft einen größeren Umfang haben. Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass viele dieser Lieder möglicherweise deshalb in Vergessenheit gerieten, weil sie mündlich überliefert wurden und daher im Laufe der Zeit zahlreiche Strophen und Varianten verloren gingen.
Eine weitere Besonderheit des Werks besteht darin, dass die Lieder im ursprünglichen Dialekt aufgezeichnet und nicht ins Hochdeutsche übertragen wurden. Diese Entscheidung ist für die Bewahrung der sprachlichen Traditionen besonders wichtig, stellte die Herausgeber jedoch auch vor Herausforderungen, da dialektale Ausdrücke häufig eine andere Bedeutung haben, als ihre standarddeutschen Variationen.
Bei der Vorstellung eines Liederbuches durfte natürlich auch die Musik nicht fehlen: Der Blumenstrauss-Chor ließ die in Harast gesammelten Melodien auf eindrucksvolle Weise wieder lebendig werden. Eins der gesungenen Stücke war eine bewegende Ballade, die die Geschichte eines reichen und eines armen Mutters erzählt.
Das Buch ist weit mehr als nur eine Liedersammlung. Es ist Teil unseres Kulturerbes, das eine Brücke zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bildet.
Anna Schulteisz
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Foto: Ludwig Grund
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Organisator:
Ungarndeutsches Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek
Förderer der Veranstaltung:
Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen
Ministerpräsidium über den Bethlen-Gábor-Fondsverwalter (NKUL-KP-1-2026/3-000224)




