Möchten Sie über ähnliche Themen erfahren?
Drücken auch Sie einen Like auf die –> Zentrum Facebook-Seite
Erfreulicherweise werden vor Ostern und am Karfreitag in immer mehr ungarndeutschen Ortschaften deutsche Kreuzwegandachten abgehalten. Der Zeitraum vor Ostern ist die Zeit des Fastens, der Erneuerung und der Buße. Am Kalvarienberg hat man das Gefühl, als ob man sich sowohl seelisch als auch physisch über den Alltag erheben könnte. Man kann an das Wesen, an den Sinn des menschlichen Lebens denken. Die Ruhe der Kreuzwegandacht brauchen wir in unserer Zeit voll mit Spannungen ganz besonders.
Der traditionelle deutschsprachige Kreuzweg des St. Gerhards-Werks Ungarn und der Werischwarer Gläubigen fand am 13. März auf dem Kalvarienberg in Werischwar unter der Leitung von Christian Göbel, dem Pfarrer der St. Elisabeth Katholischen Gemeinde deutscher Sprache, statt.
Es war nicht das erste Mal, dass wir mit Christian Göbel den Stationen des Leidenwegs Jesu folgten, so war es auch 2017, bevor wir von ihm Abschied nahmen, weil er zu seiner deutschsprachigen Gemeinde nach New York zurückfahren musste.
Die ca. 25 bis 30 Gläubigen aus verschiedenen Ortschaften, aber vor allem aus Budapest und Werischwar versammelten sich im Sonnenschein um 16:30 Uhr am Fuße des Kalvarienberges und gingen von dort singend und betend von Station zu Station.
Es ist immer schön, alte Bekannte begrüßen zu können, einige Teilnehmer kennen wir nur vom Sehen, mit anderen haben wir einen engen Kontakt. Der älteste in der Gruppe war Matthias Manherz, der mit seiner Schwester jedes Jahr an dem Kreuzweg teilnimmt, heuer war auch sein Sohn, Zoltán Manherz, mit dabei. Für den 90-jährigen Mann bereitete der steile Kalvarienberg keine Schwierigkeiten, er erreichte mit uns die Kalvarienkapelle und die drei Kreuze oben problemlos. Nach dem „Vaterunser” das wir oben gemeinsam beteten, und als wir schon bergab kamen, erzählte er, dass er vor einigen Tagen mit seiner Frau auf dem Kalvarienberg die Stationen gereinigt, Staub gewischt und die überflüssigen Astchen abgeschnitten habe. Es ist schön, wenn die Gläubigen den Kreuzweg als ihren eigenen betrachten.
Anschließend gab es in der Kirche eine deutschsprachige Messe zelebriert von Christian Göbel. Die Werischwarer sangen die deutschen Fastenlieder sehr schön, an der Orgel spielte der bekannte Kantor aus SanktIwan bei Ofen, Franz Neubrandt.
Nach der Messe gab es eine Agape am Kirchplatz, wo der Pfarrer Möglichkeit hatte, die Werischwarer Gläubigen näher kennenzulernen, und wir, Messebesucher, konnten miteinander Gespräche führen. Geminsame Themen gab es viele: Der voriges Jahr verstorbene Wudigeßer Pfarrer Kristóf Filo diente in seiner Jugendzeit in Werischwar, er wurde von den Gläubigen dort sehr verehrt und geliebt. Jakob Geiger (Jaki bácsi) aus Wudigeß, Onkel meiner Schwägerin, war als Kaplan in Werischwar tätig, spielte mit Prälat Franz Walper bei der Gründung des St. Gerhards-Werks eine wichtige Rolle und wurde auch in Werischwar begraben.
Im Namen des St. Gerhards-Werk Ungarn sagen wir Pfarrer Christian Göbel und den Werischwarer Gläubigen ein Dankeschön fürs sprituelle Erlebnis, dessen wir an diesem Freitag in Werischwar teilhaftig werden durften.
Maria Herein Kőrös




