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Im Rahmen des Projekts Ungarndeutsche Musik – Online unterstützte das Bundesministerium des Innern (BMI) auf Vorschlag des Jugendausschusses der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) 2025 zwei junge Kammerchöre bei Tonaufnahmen. Als erstes erschien auf den meisten Online-Musikstreaming-Plattformen kürzlich das Album Bakonyer Herz. Darüber fragte LdU-Jugendreferent Károly Radóczy Ádám Weisz, Mitglied des Ensembles.
KR: Was sollte man über die Wesprimer Buam wissen?
ÁW: Das Ensemble wurde 2024 auf Initiative von unserer Lehrerin Éva Nagy-Peidl gegründet, aus den Männern des deutschen Nationalitäten-Kammerchors des László Lovassy Gymnasiums. Nach den Proben blieben wir oft noch zusammen und sangen weiter: Daraus entstand die Idee, dies auch auf der Bühne zu zeigen.
Zuerst überlegten wir, welche Lieder wir singen möchten – hauptsächlich Soldatenlieder und ungarndeutsche Volkslieder –, dann stellten wir ein Potpourri zusammen und traten anschließend bei mehreren Veranstaltungen in Wesprim auf. Einen Durchbruch bedeutete das Helikon-Festival, bei dem wir 2024 einen Sonderpreis der Jury erhielten. Wir durften bei der LdU-Gala in Fünfkirchen auftreten und nahmen 2025 am Gesangswettbewerb der Landesselbstverwaltung teil, wo wir in unserer Kategorie den 1. Platz belegten. Obwohl inzwischen vier von uns das Lovassy-Gymnasium verlassen haben, versuchen wir dennoch, das Projekt fortzuführen und bereiten uns mit Begeisterung auf unsere Auftritte vor.
KR: Wer sind die Mitglieder, und welche Rollen haben sie?
ÁW: Wir begannen mit sieben Mitgliedern, jetzt sind wir zu acht:
- Gábor Ábrahám, Tenor, Organisation (Sirtz)
- Zalán Jakab, Tenor (Sirtz)
- Márton Strenner, Bariton (Totwaschon)
- Mátyás Steiner-Utczás, Bariton (Totwaschon)
- Attila Békési, Bass (Wesprim)
- Barnabás Ádám, Bass (Waschludt)
- Martin József Vágner, Klarinette (Kisludt)
- Ádám Weisz, Akkordeon (Waschludt)
KR: Was hält diese Gruppe zusammen?
ÁW: Die Liebe zum Singen und zur ungarndeutschen Gemeinschaft. Viele von uns waren oder sind Klassenkameraden, und auch die Freundschaft zwischen den Mitgliedern ist sehr wichtig.
KR: Erhaltet ihr weiterhin fachliche Unterstützung?
ÁW: Ja, wir erhalten Unterstützung. Auch vor der Studioaufnahme haben wir mehrfach konsultiert, und sowohl Hajnalka Pfeifer-Takács als auch Éva Nagy-Peidl halfen uns bei der Liedauswahl. Frau Nagy-Peidl hörte uns vor der Aufnahme mehrmals an, gab Feedback – meist positiv, aber wir bekamen auch viele konstruktive Kritiken, wofür wir sehr dankbar sind, denn dadurch konnten wir uns stark verbessern. Wir freuen uns sehr darüber, dass wir weiterhin Unterstützung bekommen, obwohl einige von uns nicht mehr Schüler der Institution sind.
KR: Kommen wir zu den Liedern. Was sollte man über sie wissen?
Ich bin der Pua vom Aubachtal
ÁW: Dieses Lied ist in den meisten ungarndeutschen Regionen unter dem Titel Ich bin der Pua vom Donautal bekannt; nur in Waschludt trägt es diesen Titel, da die Waschludter aus der Gegend des Aubach stammen. Eine weitere Besonderheit ist, dass dieses Stück bei uns die Forschung in Richtung unserer Partnerstadt angestoßen hat, wodurch wir herausfinden konnten, woher unsere Vorfahren stammen (Wiesthal, Bayern). Deshalb war es uns wichtig, dieses Lied auf das Album aufzunehmen.
In einem Polenstädtchen
ÁW: Dieses Lied haben wir bereits zuvor oft gesungen, es war auch Teil unseres Programms für die Gala und den Gesangswettbewerb. Interessant ist hier vielleicht, dass ich im Liederbuch von Ferenc Roth aus Waschludt eine dritte Strophe gefunden habe, die ich sonst nirgends gesehen habe, weshalb wir diese als etwas Besonderes betrachteten.
Das Gewerbelied
ÁW: Dieses Stück stammt ursprünglich aus Marka und ist in der Volksliedsammlung von Éva Békefi-Szeitl zu finden. Es hat mehr als zehn Strophen, von denen jede ein Handwerk beschreibt; wir haben diejenigen ausgewählt, die wir am passendsten fanden. Außerdem haben wir ein eigenes Bläsersolo dazu komponiert, mit dem wir das Volkslied etwas neu interpretiert haben.
Ich bin an arme’ Pua
ÁW: Dieses Lied fanden wir im Liederbuch aus Urkut und nahmen es auf Empfehlung von Hajnalka Pfeifer-Takács in unser Repertoire auf. Es ist ein völlig neues Stück für uns, wir haben es noch nie live aufgeführt. Auch dazu erarbeiteten wir ein eigenes Bläsersolo. Mit dem Dialekt hatten wir hier etwas zu kämpfen – die Urkuter Mundart lag uns nicht ganz –, aber das Ergebnis ist letztlich unser eigenes geworden.
Mein besta’ Freund
ÁW: Dies ist ein typisches Trinklied aus Waschludt, aus der Sammlung von Ludwig Tóvári, der es von den Großeltern von Johann Tepper (Waschludter Johann’s Kapelle) gesammelt hat. Soweit wir wissen, wurde dieses Lied sonst nirgends im Land gesungen, nur in Waschludt. Auch hier versuchten wir es, uns einzubringen, und schrieben eine dritte Strophe.
KR: Erzähl uns ein wenig über die Umstände der Aufnahme!
ÁW: Wir wählten zunächst zehn-fünfzehn Lieder aus, die wir dann auf diese fünf reduzierten. Mit den Mitgliedern, die noch das Lovassy-Gymnasium besuchen, probte Éva Nagy-Peidl, während wir fünf, die Studenten in Budapest, uns bei Gábor Ábrahám im Eötvös-Collegium trafen und dort probten. Danach hatten wir eine längere Probe in Waschludt, bei der beide Lehrerinnen anwesend waren, und eine Woche später fand die Aufnahme in Budapest, in der Unitarischen Béla-Bartók-Kirche, unter der Leitung des Toningenieurs József Weisz statt.Auch er half uns sehr viel, gab Tipps, wie der Klang besser werden könnte, sodass die eigentliche Aufnahme schließlich in zwei-drei Stunden fertig war. Jede Stimme und jedes Instrument bekam ein eigenes Mikrofon: es wurde für den Gesang Raum-Mikrofone, für die Instrumente Richtmikrofone verwendet. Nach der Aufnahme folgte die Nachbearbeitung, die ebenfalls relativ schnell verlief.
KR: Gab es keine Streitigkeiten?
ÁW: Ich habe mir für das gesamte Album eine Art Kneipenatmosphäre vorgestellt, und es gab beispielsweise Diskussionen darüber, dass wir anfangs laut mitzählen wollten – als wären wir wirklich in einer Kneipe: eins-zwo-drei-vier – aber das wurde letztlich aus der endgültigen Version entfernt. Solche Dinge kann das Publikum dann nur live hören. Auch über den Albumtitel wurde etwas diskutiert, aber schließlich einigten wir uns auf Bakonyer Herz.
KR: Kann man euch für Auftritte buchen, wenn jemandem das Album gefällt?
ÁW: Aufgrund der bereits erwähnten Umstände ist es schwierig, alles zu organisieren, aber wir bemühen uns, alle Einladungen nachzukommen, und es ist immer ein tolles Erlebnis, wenn es klappt.
Die Lieder können unter anderem hier angehört werden:
Spotify >>>
YouTube >>>
Apple Music >>>
Die LdU und die Wesprimer Buam bedanken sich beim Bundesministerium des Innern (BMI) für die Unterstützung.


