HauptnachrichtDer Mythos vom „mitgebrachten Erbe“ – Fronleichnams-Blumenteppiche in Wudersch

Der Mythos vom „mitgebrachten Erbe“ – Fronleichnams-Blumenteppiche in Wudersch

Mittwoch, 22. April 2026 um 18 Uhr
im Haus der Ungarndeutschen (Budapest VI., Lendvay u. 22)

Die Historikerin und Otto-Heinek-Preisträgerin Dr. Viktória Muka nimmt Sie mit auf eine spannende Reise nach Wudersch/Budaörs und in das Ofner Bergland der 1920er und 1930er Jahre.

Im Mittelpunkt steht eine bei den Ungarndeutschen wohlbekannte Tradition: die Fronleichnams-Blumenteppiche in Wudersch. In ihrem Vortrag eröffnet Dr. Muka neue Perspektiven auf diese Praxis und hinterfragt verbreitete Vorstellungen über ihre Herkunft und Bedeutung für das lokale Kollektiv.

Ab der zweiten Hälfte der 1920er Jahre entwickelten sich die Blumenteppiche zu einer wahren touristischen Attraktion. Das wachsende Interesse von außen wirkte auf die Gemeinde zurück: Parallel zu den jährlich steigenden Besucherzahlen an Fronleichnam wurden die Blumenteppiche zunehmend Teil eines bewussten Selbstverständnisses der Wuderscher. In diesem Prozess entstand auch der bis heute wirkmächtige Mythos vom „mitgebrachten Erbe“.

Dr. Viktória Muka

Doch wie wurde eine lokale religiöse Praxis zu einem Symbol kollektiver Identität? Wann und warum entstand dieser Herkunftsmythos – und welche Ziele waren damit verbunden? Welche Rolle spielten dabei die identitätspolitischen Bestrebungen der „deutschen Bewegung“ in der Zwischenkriegszeit? Welche Bedeutung hatten die Blumenteppiche für die lokale Bevölkerung in der Zwischenkriegszeit und während des Zweiten Weltkriegs, und wie wurde die Tradition von den Vertriebenen in der „neuen Heimat“ weitergetragen?

Dr. Viktória Muka ist Universitätsoberassistentin am Lehrstuhl für Mitteleuropäische Geschichte an der Andrássy Universität Budapest sowie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Stiftungslehrstuhl für deutsche Geschichte und Kultur im südöstlichen Mitteleuropa an der Universität Fünfkirchen/Pécs. Im Rahmen des Vortrags präsentiert sie ausgewählte Aspekte ihrer 2025 an der Andrássy Universität Budapest verteidigten Dissertation.

Sprache der Veranstaltung: Deutsch

WICHTIG! Teilnahme ist kostenlos, aber wegen der begrenzten Zahl der Sitzplätze nur nach vorheriger Anmeldung spätestens bis zum 22. April um 9 Uhr unter: info@zentrum.hu
(Registration erfolgt nach Reihenfolge. Es genügt nicht, auf Facebook auf den Teilnahmeknopf zu klicken.)

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Organisator:
Ungarndeutsches Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek

Förderer der Veranstaltung:
Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen
Ministerpräsidium über den Bethlen-Gábor-Fondsverwalter (NKUL-KP-1-2026/3-000224)

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