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Reise in die Urheimat

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Aus dem Anlass, dass Hajosch dieses Jahr das 300-jährige Jubiläum der Ansiedlung feiert, hat die Deutsche Nationalitätenselbstverwaltung der Stadt im Komitat Batsch-Kleinkumanien eine Reise in die Urheimat organisiert.

Am 19. September in der Früh machten wir uns auf den Weg: 25 Schulkinder aus der 7. Klasse der Hajoscher Sankt Emmerich Grundschule und 2 Begleitpersonen (ich und Dr. József Schindler) Unterwegs suchten wir das Grab der seligen Gisella, der Mutter des Namensgebers unserer Schule, im Kloster Niedernburg in Passau auf. Zu ihrer Ehre legten wir einen Kranz nieder. Passau ist auch als die Dreisflüssestadt bekannt, wo der Inn, der Ilz und die Donau zusammenfließen. Wir besichtigten diesen Zusammenfluss der Flüsse ebenfalls.

Am Abend desselben Tages kamen wir in Ulm an. Unterkunft hatten wir auf dem Kuhberg, in der Geschwister-Scholl-Jugendherberge. Den nächsten Tag verbrachten wir in der Stadt. Auf dem Programm standen ein Besuch des Donauschwäbischen Zentralmuseums, ein Spaziergang am Donauufer, wo vor 300 Jahren unsere Ahnen in die Ulmer Schachtel eingestiegen waren, und einer zum Auswanderungsdenkmal, die Besichtigung des Ulmer Münsters sowie ein Spaziergang im Fischerviertel.

Am 21.September wurden wir in Offingen in der Bussenhalle Werner Binder, dem Bürgermeister der Gemeinde Uttenweiler und Gerhard Hinz, dem Bürgermeister von Unlingen, freundlich empfangen. Die Kinder trugen ihnen das Theaterstück „Von einem der auswandern wollte” in Deutsch und auch in Hajoscher Mundart vor. Erfreulicherweise konnte auch Bussenpfarrer Albert Menrad an diesem Besuch teilnehmen. Seine jahrelange Treue zu Hajosch mit einer Urkunde und einem Preis bedankt. Da die Gemeinden Uttenweiler und Unlingen zur Errichtung des Vertreibungsdenkmal in Hajosch eine großzügige Summe spendiert hatten, erhielten auch Bürgermeister Hinz Binder je eine Urkunde und ein Preis von uns. Danach zeigte uns Schwester Maritta den  Bussenberg und die Bussenkirche. Der Bussen ist ein 767 Meter hoher Berg und wird als heiliger Berg Oberschwabens erwähnt. Von hier aus bietet sich ein hervorragender Ausblick bis zu den Alpen. Warum diese Kirche so wichtig für uns ist? Als unsere Ahnen diese Gegend, also die Dörfer rund um den Bussen vor 300 Jahren verlassen hatten, war unter ihnen eine Frau namens Anna Maria Hall gewesen. Sie hatte die Statue der Muttergottes von Bussen eingepackt und nach Hajosch gebracht. Seitdem beschützt sie alle Hajoscher. Am Nachmittag waren wir im Anna Maria Halls Geburtshaus in Dietelhofen von ihren Nachfahren zum Kaffee und Kuchen herzlich eingeladen. Danach folgte der interessante Besuch der Molkerei im Dettlinghof.

Am darauffolgenden Tag fuhren wir nach Merseburg und überquerten mit der Fähre den Bodensee. Wir verbrachten einen schönen Tag auf dem Blumeninsel Mainau, wo die Blumen in Motiven dargestellt werden. Wir fühlten uns im herrlich duftenden Blumengarten, in dem verschiedene Blumen zu bewundern sind, sehr wohl. Neben der Pflanzenvielfalt gibt es hier noch ein Schmetterlingshaus mit schönen bunten Faltern. Von Langeweile gab es also keine Spur!

Auf der Heimfahrt besuchten wir das Salzbergwerk in Hallein bei Salzburg. Hier liegt das Salz seit Millionen Jahren tief im Inneren des Dürrnbergs verborgen. Mit einer Reise in die Tiefe entdeckten wir diese geheimnisvolle Welt. Mit einem kleinen Zug auf glatt polierten Riesenrutschen ging es von einer Etage in die andere, bis 200 Meter unter der Erde. Wir standen mit dem einem Fuß in Österreich, mit dem anderen in Deutschland, da Staatsgrenzen auch unter der Erde existieren. Mit dem Floß glitten wir auch noch über einen unterirdischen Salzsee. Das war ein richtiger Erlebnis im Berg!

Diese Reise in die Urheimat war ein unvergessliches Erlebnis für die Kinder und uns im Jubiläumsjahr der Ansiedlung von Hajosch.

Die Initiative wurde finanziell durch die Regierung von Ungarn und die Hajoscher Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung unterstützt. Des Weiteren trugen die Hajoscher Sankt Emmerich Grundschule und die Eltern der SchülerInnen zur Verwirklichung der Reise bei.

Dr. Erika Schindler-Geiger,
Dr
. József Schindler,
Abgeordnete der Hajoscher Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung

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