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Emmerich, Emi, vielleicht für alle bekannter als Imre Madách. Der Autor der dramatischen Dichtung „Az ember tragédiája“ (Die Tragödie des Menschen), die kurz nach dem Erscheinen in deutsche Sprache übersetzt wurde und im 20. Jahrhundert weitere deutsche Übertragungen erfuhr, ist vor zweihundert Jahren geboren.
Dies war Anlass der Gesprächsrunde im Haus der Ungarndeutschen. Auf Ungarisch, aber mit vielen Faziten, Zurechtrücken des literarischen Schulwissens sowie Familiengeschichten, Literatur- und Theatererlebnissen. Neben Sándor Petőfi, übrigens im selben Jahr geboren, hätte es noch Imre Madách in die Weltliteratur geschafft, wie Literatur- und Theaterwissenschaftlerin Dr. Ildikó Sirató erklärte. Sie wies darauf hin, dass Madách oft als Autor mit einem Werk vermerkt würde, was bei dieser vielseitigen Persönlichkeit überhaupt nicht stimme, seine Poesie und weitere dramatische Werke seien ebenfalls bedeutend für seine literarische Laufbahn gewesen.
Madách wurde auch von Ákos Matzon, dem Ehrenvorsitzenden der Künstlersektion des Verbandes Ungarndeutscher Autoren und Künstler sowie Munkácsy-Preisträger, dessen Vorfahre Madách war, heraufbeschworen, es sei eine Gegebenheit, dass er zu Madáchs Nachkommen gehöre, dafür müsse man sich weder schämen noch sich damit brüsten.
Theaterregisseur András Frigyesi sprach über Madáchs Lieben, er schrieb für das Theater in Erlau ein Stück über Madáchs Leben und Lieben. Es sei die Verantwortung der Theatermacher, Madách neu zu interpretieren und seine Dramen zu spielen.
Doch wer war eigentlich Emmerich Madách? Ein vielseitig gebildeter Gelehrter, ein mit nur 41 an der angeborenen Herzkrankheit gestorbener junger Mann, Jurist, Anwalt, Parlamentsabgeordneter, Mitglied der Akademie der Wissenschaften. Autor, Angehöriger des ungarländischen Mitteladels, Familienvater. Er hatte Waffen auf seinem Gut versteckt, wofür er auch inhaftiert wurde, lange nach dem Ende des Freiheitskampfes. Zeitungsleser, vielsprachig, wissenschaftlich interessiert.
Spannende Einblicke bot das Gespräch in eine Zeit vor etwa zweihundert Jahren, als die Welt noch ganz anders funktioniert hat, wie Ildikó Sirató betonte, statt den seichten Legenden und Irrtümern sei die Wirklichkeit viel spannender und komplexer gewesen.
Csesztve, Alsósztregova und Pesth. Schauplätze des Lebens von Emmerich Madách, in dessen Familie – wie ja damals überall – die Vielsprachigkeit selbstverständlich war. Das heute zweigeteilte Komitat Naurad spielte die Hauptrolle. Zeitschriften und Zeitungen aus Leipzig und Frankfurt gehörten zur täglichen Lektüre, Madách war wissenschaftlich belesen und schwärmte auch für die europäische Poesie der Zeit.
Ein inhaltsreicher, bedeutungsvoller Abend im Budapester HdU, bei der Madáchs Persönlichkeit, seine Laufbahn sowie seine Bedeutung für uns nach zweihundert Jahren aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet wurden.
Empfehlenswert für das Gedenkjahr, Madáchs Werke in unseren Bücherregalen abzustauben. Das spannende Rundtischgespräch, das zusammen mit der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung Elisabethstadt organisiert wurde, können Sie auf dem YouTube-Kanal bzw. Facebook-Seite des Zentrums mit deutschen Untertiteln nachhören, falls Sie den Abend im HdU am 12. April verpasst hätten. Es lohnt sich, auch noch einmal in das Gespräch reinzuhören.
A. K.
Foto: Ludwig Grund/zentrum.hu
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Organisatoren:
Ungarndeutsches Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek
Deutsche Nationalitätenselbstverwaltung Elisabethstadt
Förderer der Veranstaltung:
Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen
Ministerpräsidium über den Bethlen-Gábor-Fondsverwalter (NKUL-KP-1-2023/3-000370)

Aktualisiert am 6. Dezember 2023





