NachrichtenDer Raum als dritter Pädagoge

Der Raum als dritter Pädagoge

Möchten Sie über ähnliche Themen erfahren?
Drücken auch Sie einen Like auf die –> Zentrum Facebook-Seite

Zur Bedeutung des Raums in der frühkindlichen Erziehung

In der Fortbildung des Ungarndeutschen Pädagogischen und Methodischen Zentrums (UMZ)  im Oktober 2023 ging es um eine neue Sicht auf den Raum und seine Möglichkeiten. Im Fokus stand, wie non-formale Lernmöglichkeiten mit neuen Raumkonzepten, die einen Aufforderungscharakter besitzen – auch ohne gezielte Angebote -, entstehen können. 

Schon in der Vorstellungsrunde lenkte die Referentin Dr. Ilona Bachmann das Gespräch auf solche Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten, die Kinder selbstständig tagsüber benutzen können. Inwiefern wirken diese Räume anregend? Was lernen da die Kinder?

Kindergartenpädagoginnen und Lehrerinnen reflektierten darüber, dass die räumlichen Möglichkeiten in den eigenen Einrichtungen nicht immer ideal sind, dass nicht immer genug Zeit und Raum für Freispiel zur Verfügung stehen. Außenbereiche, wo man Kinder während der Bewegung zum Sprechen bringen kann, werden für die Sprachvermittlung nicht optimal ausgenutzt. Kinder brauchen Platz, Raum, Zeit, Spielzeuge und Kameraden zum Spielen. Oder kann man auch ohne Spielzeug spielen?

Die Referentin gab Impulse, wie Räume in der Elementar- und Primarpädagogik eingerichtet werden könnten, wie reformpädagogische Raumgestaltung dafür plädiert, den Raum als „dritte pädagogische Fachkraft“ zu sehen. Es wurden erste Ansätze für neue Ideen für den Raum angesprochen.

Räume sollen maximale Spiel-, Bewegungs- und Lernmöglichkeiten bieten.

Raum, Spiel und Sprache. Was benötigen wir dazu, die Raumgestaltung kindgerecht und unterstützend zu planen? Welche Möglichkeiten gibt es in den eigenen Einrichtungen?

Kleine Filmausschnitte motivierten die Teilnehmer dazu, einige Ideen der Raumgestaltung in die eigene Praxis mitzunehmen und umzusetzen. Die räumliche Gestaltung soll die Sinneserfahrung und das Spiel auf die bestmögliche Art und Weise anregen.

In Gruppenarbeit untersuchten die Teilnehmer, wie sie das moderne Raumkonzept von Schilling in ihre Einrichtung umsetzen könnten, oder was „die vorbereitete Lernumgebung“ bei Maria Montessori bedeutet. 

Nach dem Beispiel einer Züricher Waldkinderkrippe machten sich die Pädagogen Gedanken darüber, dass der Raum nicht nur die Innenräume beinhaltet, sondern auch der Spielhof und die Natur den Raum erweitern und verschiedene Sprachanlässe auch in der Zweitsprache anbieten.

Durch konkrete Beispiele schilderten die Gruppen, wie man Raumerfahrung mit einfachen Spielformen erweitern kann.

Die Teilnehmerinnen kamen auch darüber ins Gespräch, welche wesentlichen Elemente die Reggio-Pädagogik für die Raumgestaltung hat (z. B. bodentiefe Fenster), und welchen Nutzen diese im Alltag haben könnten. 

In der modernen frühkindlichen Pädagogik sind folgende Fragen momentan sehr aktuell: Was bedeutetLernen mit allen Sinnen, mit Engagement, mit Freude durch die Selbstbestimmung des Kindes? Welche Bedeutung hat der Raum, die Raumgestaltung beim intrinsischen Lernen? 

Was bedeutet eine zeitgerechte, am Kind orientierte und unterstützende pädagogische Begleitung der Kinder von heute? Darüber tauschten sich die Teilnehmerinnen intensiv aus.

In der Rolle der pädagogischen Fachkräfte gibt es auch Veränderungen, u. a. wie man von den „klassischen Angeboten“ zu den „speziellen Angeboten“ für einzelne Kinder kommen kann, währenddessen die Gruppe durch motivierende Raumelemente spielt. Diese Art von kindlichem Spiel ist frei und fördert die Entwicklung ganzheitlich, in diesem Prozess können bestmöglich entwicklungspsychologische Aspekte berücksichtigt werden.

Es steht noch ein langer Weg vor uns. Man sollte nicht nur die von der Reformpädagogik geprägten neuen Aspekte der kindgerechten Raumgestaltungen kennenlernen, sondern auch ein Wechsel der Sichtweise in der Aufgabe der pädagogischen Fachkräfte soll Schritt für Schritt (zum Vorteil unserer Kinder) durchgeführt werden. 

Der erste Schritt ist getan, jeder Teilnehmer ging mit dem Gedanken im Hinterkopf nach Hause: Was passt in meiner Einrichtung nicht, was würde ich gerne ändern? Wie kann ich „inspirierende Räume“, einladende Ecken und Nischen anlegen? Was ist notwendig zum Verwirklichen?

Die Fortbildung wurde mit der Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus vom Ungarndeutschen Pädagogischen und Methodischen Zentrum durchgeführt.                                                                                                                                                                                                                                                                      

KGM

Stabiler Betrieb und starke Bildungsergebnisse

Neben der Bilanz der vergangenen Monate standen bei der jüngsten Sitzung der Vollversammlung der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen auch die Aufgaben der kommenden Jahre im Mittelpunkt.

teszt

teszt

35 Jahre Freundschaft: Tarian und Staufenberg feierten Jubiläum

Mit einem Fest der Freundschaft und Begegnung haben Tarian und Staufenberg das 35-jährige Bestehen ihrer Städtepartnerschaft gefeiert.

Kirmes in Brennberg und in Großnaarad

Im Rahmen des LdU-Projekts „Rund um das Jahr, rund um das Land” reiste eine Delegation aus Großnaarad im August 2026 für zwei Tage nach Brennberg, um die traditionelle Veranstaltung der Aufstellung des Kirchweihbaumes kennenzulernen.

Schlepp Ferenc: Agostyán község története 1733-2004-ig

Ein Buch für alle, die sich für Orts- und Familiengeschichte oder eben für die Vergangenheit von Augustin und Umgebung interessieren.

Georg Mertin: Die Hemdvermesser

Eine Familiengeschichte, die sich über drei Generationen erstreckt und deren Handlung von der ungarischen Gemeinde Perwall über ein kleines Dorf in Hessen und die Räume einer Universitätsstadt bis nach Paris führt.

Gábor Kerekes: Der steinige Weg. Studien, Porträts und Interpretationen zur modernen ungarndeutschen Literatur

Ein fundierter Überblick über die Entwicklung, die Themenvielfalt und die wichtigsten Vertreter der modernen ungarndeutschen Literatur.