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Sprachförderung mit Zukunft

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Die Fortbildung für ungarndeutsche Kindergärten
geht im Herbst in die zweite Runde

Die erste Phase der durch das Bundesministerium des Innern (BMI) finanziell unterstützten und vom Ungarndeutschen Pädagogischen und Methodischen Zentrum (UMZ) durchgeführten Fortbildung mit dem Titel „Qualitätsförderung der deutschsprachigen Erziehung in den Nationalitätenkindergärten“ ist Mitte Juni zu Ende gegangen.

Die seit 2022 gültige Bildungsstrategie der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) besagt: Wegen des seit Jahrzehnten andauernden und fortgeschrittenen Assimilationsprozesses haben Erziehungs- und Bildungseinrichtungen in der Tradierung von Sprache und Kultur sowie in der Bewusstmachung und Stärkung der individuellen und kollektiven Identität eine Schlüsselfunktion. Im Sinne der Konzeption des lebenslangen Lernens ist der Erhalt und der Ausbau eines durchgehenden und erreichbaren deutschsprachigen Bildungsangebots im vorschulischen und schulischen Bereich, in Hochschule und Universität, in der beruflichen Fort- und Weiterbildung sowie im Bereich der Erwachsenenbildung ein zentrales bildungspolitisches Ziel der ungarndeutschen Nationalität. Mit dem Recht auf Bildung in deutscher Sprache korrespondiert aber auch die Verpflichtung für die Angehörigen der deutschen Nationalität, es in allen Lebensphasen zu nutzen und aktiv zu gestalten.

Bildung in allen Lebensphasen genießt höchste Priorität.

Die Qualität der deutschsprachigen Erziehung in ungarndeutschen Kindergärten weiter zu verbessern – das ist das erklärte Ziel der Fortbildung „Qualitätsförderung der deutschsprachigen Erziehung in den Nationalitätenkindergärten – Stufe II“. Das Projekt, das bereits seit mehreren Jahren erfolgreich läuft, setzt auf praxisnahe Konzepte, moderne Methoden und gezielte Ausbildung von Multiplikatorinnen, um nachhaltige Veränderungen in der sprachpädagogischen Arbeit zu bewirken.

Im Fokus der Fortbildung steht das Modell „Eine Person – eine Sprache“, das die konsequente Anwendung der deutschen Sprache im Alltag der Kinder fördert. Dieses Prinzip basiert auf dem sogenannten „Sprachbad“ – einer einsprachigen Umgebung, in der Kinder intuitiv und spielerisch die Sprache aufnehmen. Die Methode hat sich in der Praxis bewährt und wird nun weiter verbreitet.

Die Fortbildung umfasst insgesamt 70 Unterrichtseinheiten, aufgeteilt in Online- und Präsenzphasen. Während die Online-Module vor allem theoretische Grundlagen wie Spracherwerb und Sprachvermittlung behandeln, liegt der Fokus der Präsenzveranstaltungen auf praktischen Übungen, Spielen, Liedern und kulturellen Elementen sowie Konfliktlösungsmethoden. Die 21 Teilnehmerinnen profitierten von einer intensiven Betreuung durch vier erfahrene Lehrkräfte, darunter Sprachpädagoginnen und Kindergartenexpertinnen.

Neu eingeführt ist die Ausbildung von Multiplikatorinnen. 9 Multiplikatorinnen übernehmen künftig eine regionale Rolle, um die Prinzipien und Strategien in die örtliche pädagogische Praxis einzubringen und ihre Kolleginnen zu unterstützen.

Alt bewährt sind die Hospitationen und Monitoring-Verfahren, die eine vertiefte Reflexion und Anwendung der erlernten Methoden ermöglichen. Eine der Expertinnen besucht 5 von den Kindergärten, woher die Teilnehmerinnen gekommen sind, und beobachtet die Umsetzung der Sprachstrategien, unterstützt die Kindergartenpädagoginnen mit fachlichen Ratschlägen und sie tauschen sich anschließend über ihre Erfahrungen aus. Diese praxisnahe Begleitung trägt maßgeblich zur langfristigen Qualitätssicherung bei.

Krisztina Lengl, Kindergartenpädagogin aus Mohatsch, berichtet begeistert: „Ich habe viele praktische Tipps erhalten, wie ich Kinder besser zur deutschen Sprache motivieren kann. Besonders gefallen hat mir die gute Organisation und die angenehme Atmosphäre während der Präsenztage in Budapest und Fünfkirchen.“

Auch Klára Katona vom Valeria-Koch-Kindergarten in Fünfkirchen hebt die Bedeutung der Fortbildung hervor: „Als Kindergartenpädagogin des Valeria-Koch-Kindergartens in Fünfkirchen hatte ich die Möglichkeit, an der Fortbildung »Eine Person – eine Sprache« teilzunehmen – eine Erfahrung, die mich beruflich und persönlich sehr bereichert hat. Als Mutter zweisprachig erzogener Kinder ist mir das Thema auch privat sehr wichtig. Die Fortbildung hat mir neue Impulse gegeben und meine Überzeugung gestärkt, wie wertvoll die zweisprachige Erziehung für die Zukunft unserer Kinder ist.“

Mit dem Fortbildungsmodell „Eine Person – eine Sprache“ wird ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung und Weiterentwicklung der deutschen Sprache in Ungarn geleistet – ein Projekt mit Vorbildcharakter.

Wir bedanken uns beim Bundesministerium des Innern (BMI) für die Unterstützung des Projektes!

Das UMZ-Team

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