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Als ich an der vorjährigen Klausurtagung der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) über die Ungarndeutschen in Balmazújváros gehört habe, wollte ich meinen Ohren nicht glauben. Wie, wieso kamen sie dorthin? Weit weg von den klassischen ungarndeutschen Siedlungsgebieten.
Die Möglichkeit das zu erfahren, bekamen wir durch die Ausschreibung des Bundesministeriums des Innern (BMI), das eben solche Erfahrungsreisen aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags fördert.
Die Teilfinanzierung war so nach einem erfolgreichen Bewerbungsverfahren bei der LdU gesichert, den Eigenanteil legten die Fekeder Deutsche Selbstverwaltung und natürlich die Reisenden selbst hinzu.
Nun musste man nur noch alles organisieren, wobei die dortige Mitarbeiterin des Hauses der Traditionen, Erika Takács, und LdU-Abgeordneter Ernő Pinczés maßgeblich geholfen haben.
Während des zweitägigen Erfahrungsaustausches besuchten wir vor allem ihr Zentrum in Németfalu (deutscher Stadtteil), wo das Akkordeonorchester und der Gemischtchor uns sogar mit einem kleinen Kulturprogramm überrascht hatten, danach sprachen wir über ihre Möglichkeiten ihr Ungarndeutschtum hier in der Tiefebene erhalten zu können.
Sie leben hier seit Jahrhunderten als eine Sprach- und Minderheiteninsel im ungarischen Umfeld, kamen mit dem Ulmer Schachtel als deutsche Calvinisten erst in die Batschka, die deutsch-katholische Bevölkerung hat sie zu den ungarischen Calvinisten nach Debrecen geschickt, dort wurden sie wieder nach Újváros weiterverwiesen, weil sie zwar calvinistisch, aber nicht ungarischsprachig waren.
So haben sie ihre deutsche Muttersprache seit Generationen aufgeben müssen, doch die Traditionen, die deutsche Kultur wollen sie mit voller Kraft pflegen.
Das schön hergerichtete Semsey-Schloß, die Werkstatt der berühmten Hutmacherfamilie „Mihalko”, die zur slowakischen Minderheit gehören, und das Bad der Stadt fehlten auch nicht vom Programm.
Am anderen Tag auf der Heimreise haben wir noch in der Batschka das berühmte Dorf Hartau/Harta mit den handbemalten Möbeln besucht, wo wir das Heimatmuseum und die Werkstatt der Möbelmalerin Maria Schneider besichtigten.
Diese Erfahrungsreise hat die Mitglieder der Fekeder Deutschen Selbstverwaltung, des Vereins und des Gemeinderates in ihrer weiteren Arbeit für unsere Volksgruppe gestärkt, dazu angespornt, dass wir unsere Muttersprache aktiver gebrauchen, unsere Kultur weiterhin erleben müssen, um dem Assimilierungsprozess entgegenzuwirken.
Zoltan Schmidt





