NachrichtenSchwäbisches Schlachtfest – Fest der Tradition, der Gemeinschaft und der Genüsse

Schwäbisches Schlachtfest – Fest der Tradition, der Gemeinschaft und der Genüsse

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Die zweite Folge von „Rund um das Jahr, rund um das Land” stellt die Tradition des schwäbischen Schlachtfestes als gemeinschaftliches Ereignis in Sende vor – unter Mitwirkung der Iklader Schwaben. Im Folgenden ist der Bericht von Mónika Galbavi, der Vorsitzenden der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung Iklad, zu lesen.

Auch in Iklad haben wir bereits mit dem Gedanken gespielt, das traditionelle Schlachten als Gemeinschaftserlebnis wieder aufleben zu lassen, daher sind wir der Einladung aus Sende sehr gerne gefolgt. Das schwäbische Schlachtfest gehört zu den bedeutendsten und facettenreichsten Wintertraditionen der ungarndeutschen Gemeinschaften. Es geht dabei nicht nur um die Verarbeitung des Fleisches, sondern um ein ganztägiges Gemeinschaftsereignis, das Familie, Verwandte und Nachbarn zusammenbringt. Heute werden auch Freunde und Bekannte einbezogen, sodass sich auch die traditionspflegende Gruppe der Iklader Deutschen aktiv an der Bewahrung dieses Brauchs beteiligen konnte. Traditionell ist das Schlachten an die kalten Monate gebunden, da die frostige Witterung das frische Fleisch haltbar macht und ideale Bedingungen für die Verarbeitung bietet.

Wie lebt dieser Brauch in Sende?

Es handelt sich dabei nicht nur um eine einfache Schlachtung. Früh am Morgen versammeln sich die Teilnehmer auf dem Hof des Kulturhauses, bilden Teams und treten miteinander in einen freundschaftlichen Wettbewerb. In diesem Jahr nahmen acht Teams mit jeweils sechs bis acht Personen teil. Nach dem Wiegen der Schweine folgt die Reinigung der Tiere – je nach Wahl –, anschließend beginnt die fachgerechte Verarbeitung. Die Frauen kochen Kaffee und bieten warme sowie wärmende Getränke an, während der Krumbara Plóc – ein mit Knoblauch gewürzter Kartoffelfladen – zubereitet wird.

Nach der Reinigung und Zerlegung des Schweins weiß jeder seine Aufgabe: Einige drehen das Fleisch durch den Wolf für die Wurst, andere bereiten die Grundlage für die Blut- und Leberwürste vor, während weitere Teilnehmer mit dem Auslassen der Grammeln beschäftigt sind. Die Schwaben legen besonderen Wert auf die richtige Würzung – die harmonische Abstimmung der Geschmack von Wurst und Blutwurst gilt als besonderer Stolz der Gemeinschaft. Was macht das schwäbische Schlachtfest besonders? Die Schlochta-Prí, eine spezielle Soße mit Kesselfleisch, die als regionale Spezialität gilt.

Die Bedeutung der Tradition liegt vor allem in ihrem gemeinschaftsbildenden Charakter: Junge Menschen können aktiv teilnehmen, praktische Kenntnisse erwerben und am Ende des Tages die „Früchte“ ihrer Arbeit genießen.

Die diesjährige Veranstaltung wurde bereits zum fünften Mal organisiert. Deutlich spürbar waren die eingespielte Zusammenarbeit, die Spannung, der Wettbewerbsgeist, aber ebenso die fachliche Kompetenz aller Beteiligten.

Am Nachmittag waren Blutwürste und Bratwürste fertig, Speck und Schinken fanden ihren vorgesehenen Platz. Die Rippchensuppe begeisterte die Iklader Gruppe besonders. Den Abschluss bildeten das traditionelle Schlachtfestessen sowie die Bewertung durch eine Jury, bei der Teamarbeit, Kooperation, Atmosphäre und die fertigen Produkte – Blutwurst, Bratwurst, Schinken und Speck – beurteilt wurden. Gegen Ende des Arbeitstages wurde das Akkordeon hervorgeholt, schwäbische Lieder ertönten, und die Veranstaltung klang in ausgezeichneter Stimmung aus.

So war das Schlachten auch früher: weniger Arbeit als vielmehr ein gemeinschaftliches Ereignis, das in guter Atmosphäre stattfand und die familiären Bindungen stärkte – heute stärkt es die schwäbische Gemeinschaft insgesamt sowie alle, die sich für sie interessieren.

Dieses Ereignis spielt bis heute eine wichtige Rolle bei der Bewahrung der ungarndeutschen Kultur. Die Weitergabe von Wissen unter den Generationen, die Freude an der gemeinsamen Arbeit und der Respekt vor den Traditionen tragen dazu bei, dass das schwäbische Schlachtfest nicht nur eine nostalgische Erinnerung bleibt, sondern ein lebendiges, gepflegtes und mit Stolz getragenes kulturelles Erbe ist.

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