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Das Treffen der deutschsprachigen Theatergruppen der Gymnasien, das heuer am 16. April an der Deutschen Bühne Ungarn in Seksard stattfand, blickt nun schon auf eine 30-jährige Geschichte zurück. Jährlich einmal kommen Jugendliche aus allen Teilen des Landes zusammen, um einander die Stücke – bekannte Klassiker oder eben selbst geschriebene – zu zeigen, die sie im Laufe des Schuljahres mithilfe ihrer Spielleiter eingeübt haben. Hinterher erhalten sie von Fachleuten konstruktive Feedbacks, wie sie in der Zukunft noch bessere Produktionen aufführen können. Dies alles machen sie selbstverständlich auf Deutsch.
Dieses unermüdliche Engagement lobten Angelika Erdélyi-Pfiszterer, Direktorin des Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrums und Bibliothek (Zentrum) und langjährige Hauptorganisatorin des Festivals, sowie Katalin Lotz, Intendantin der Gastgeberin, der Deutschen Bühne Ungarn, in ihren Grußworten.
Den Auftakt des Jubiläumstheatertreffens machte die JungeDBU, die Theatergruppe der Deutschen Bühne Ungarn mit dem Stück Die Spitzendetektive. Im Mittelpunkt stehen drei Kinder, die sich aus Langeweile dazu entschließen, ein Detektivbüro zu eröffnen. Schon bald müssen sie verschiedene, auf den ersten Blick voneinander unabhängige Fälle lösen: Eine gestohlene Uhr, verschwundene Ketchupflaschen oder sogar gefälschte Coladosen führen sie aber Schritt für Schritt zu einer größeren kriminellen Organisation.
Ein ganz anderes, literarisch inspiriertes Stück präsentierte die Gruppe Chick’n Roll aus dem Valeria-Koch-Bildungszentrum in Fünfkirchen . Der goldene Topf – eine moderne Interpretation der früheren Pflichtlektüre von E. T. A. Hoffmann – griff zentrale Themen wie Liebe, Fantasie und Realität auf. Die Geschichte rund um Anselmus und seine Liebe zu Serpentina wurde kreativ und humorvoll gestaltet. Die jungen Darsteller präsentierten das Stück spannend und verstanden es, das Publikum zu fesseln. Gleichzeitig gelang es ihnen auch, dieses klassische Werk, das viele kennen (sollten), auf zugängliche Weise näherzubringen.
Die Theatergruppe PaThalia des Friedrich-Schiller-Gymnasiums in Werischwar setzte sich im Stück Loslassen mit einem emotional intensiven Thema auseinander. Im Mittelpunkt stehen familiäre Konflikte und innere Kämpfe. Nach dem Tod der Großmutter und den Streitigkeiten der Eltern muss die Protagonistin nicht nur mit dem Verlust umgehen, sondern sich auch in einer neuen Schule zurechtfinden, wo sie mit Mobbing konfrontiert wird. Der am Ende des Stücks gesprochene Satz – „Oma, ich werde mutig bleiben!“ – hebte die zentrale Botschaft der Geschichte hervor und zeigte zugleich, dass unsere Lieben in unseren Herzen weiterleben.
Humorvoll und zugleich originell zeigte sich die Gruppe des Deutschen Nationalitätengymnasiums Budapest, die Kulturelle Offensive, mit ihrem Stück Opa!. Eine Hexenfamilie reist in den Urlaub nach Griechenland, erfährt dort vom Tod des Großvaters und besucht sein Grab auf dem Friedhof. Mithilfe von schwarzer Magie versuchen die Enkelkinder aber, ihren Großvater zurückzubringen. Dabei begegnen sie merkwürdige Figuren wie zwei Totengräbern oder Opas treuer Katze. Die Geschichte nimmt eine unerwartete Wendung, denn der Großvater erwacht im Körper eines Hotelbesitzers zum Leben.
Nach diesen vielfältigen Aufführungen gaben Angelika Erdélyi-Pfiszterer, Katalin Lotz und Schauspielerin Ildikó Frank den Gruppen eine konstruktive Rückmeldung und verteilten gemeinsam mit den Mitarbeitern des Zentrums die Geschenkpakete sowie Pokale anlässlich des 30. Gymnasialtheatertreffens.


Im weiteren Verlauf des Tages hatten die Schüler die Möglichkeit, eine Aufführung vom Ensemble der Deutschen Bühne Ungarn zu sehen: Das neue DBU-Stück Frankenstein, oder der moderne Proletheus war der spannende Abschluss des Programms und ermöglichte den Jugendlichen einen Einblick in die professionelle Theaterarbeit.
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Fotó: Ludwig Grund/Zentrum.hu

Förderer der Veranstaltung waren die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, das Bundesministerium des Innern (BMI) und das Goethe-Institut Budapest





