SchnellnachrichtenErinnerung, Gemeinschaft und gelebte Geschichte in Bohl

Erinnerung, Gemeinschaft und gelebte Geschichte in Bohl

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Am 20. Mai fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum Gedenken an die Verschleppung und Vertreibung der Ungarndeutschen eine besonders bewegende Station in Bohl/Bóly statt. Zahlreiche Kinder, Jugendliche und auch Ältere kamen zusammen, um gemeinsam an ein dunkles Kapitel der Geschichte zu erinnern und zugleich ein Zeichen für Zusammenhalt und Menschlichkeit zu setzen.

Die Gedenkveranstaltung begann am Heimatmuseum von Bohl mit einer feierlichen Eröffnung. In den Ansprachen wurde betont, wie wichtig es sei, die Erinnerungen der Vorfahren lebendig zu halten und die Geschichten der Familien an die jüngeren Generationen weiterzugeben. Besonders berührend war die Ausstellung der Arbeiten der Schüler der Bohler Allgemeinbildenden Schule. Mit Zeichnungen, Texten und kreativen Werken setzten sich die Kinder intensiv mit dem Thema Heimat, Verlust und Hoffnung auseinander. Viele Besucher betrachteten die Werke mit großer Aufmerksamkeit und Rührung.

Im Anschluss setzte sich die Gedenkprozession vom Heimatmuseum zum Bahnhof in Bewegung. Die Teilnehmer trugen Bündel und Koffer, die symbolisch an das Schicksal jener Menschen erinnerten, die einst ihre Heimat verlassen mussten und nur wenige persönliche Gegenstände mitnehmen konnten. Besonders eindrucksvoll war, dass Menschen aller Generationen gemeinsam gingen. Kinder neben Großeltern, Familien neben Freunden, Stadtbewohner Seite an Seite. Dadurch wurde spürbar, dass Erinnerung keine Sache der Vergangenheit allein ist, sondern auch Verantwortung für die Gegenwart bedeutet.

Am Bahnhof angekommen fand eine weitere feierliche Gedenkzeremonie statt. Musik von Kindern der Kunstschule und besinnliche Worte schufen eine stille, emotionale Atmosphäre. Viele Teilnehmer dachten an die schweren Wege ihrer Vorfahren, an Abschied, Unsicherheit und Neubeginn. 

Anschließend führte der Weg gemeinsam zurück in die Stadt. Für die kleineren Kinder sowie die älteren Teilnehmer gab es eine besondere Möglichkeit: Sie durften auf einem alten Lastwagen mitfahren, der an die Fahrzeuge vergangener Zeiten erinnerte. 

Die Veranstaltung wurde gemeinsam von der Bohler Deutschen Selbstverwaltung und der Bohler Allgemeinbildenden Schule organisiert. Unterstützt wurden sie dabei vom Deutschen Kreis, deren Mitglieder mit großem Engagement zum Gelingen des Tages beitrugen.

Zum Abschluss wurden alle Gäste herzlich eingeladen, gemeinsam bei Erfrischungen und traditionellem Schmalzbrot zusammenzusitzen. In den Gesprächen, Erinnerungen und Begegnungen wurde deutlich, wie wichtig solche gemeinsamen Momente für die Gemeinschaft sind. 

Bianka Faluhelyi

Fotos: Tímea Prell und Bianka Faluhelyi

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