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Eröffnungsfeier nach der Sanierung
Als wir am 26. April 2026 um 15 Uhr in Wudigeß/Budakeszi vor dem Heimatmuseum ankamen, war die gesperrte Hauptstraße voll mit Menschen. Zahlreiche Wudigesser, unter ihnen Chormitglieder, Kollegen aus anderen Heimatmuseen, Schulkinder und eingeladene Gäste saßen nicht nur im Innenhof des Heimatmuseums, sondern auch an dekorierten Tischen auf der Straße.
Wir Wudigesser warteten schon seit Langem auf diesen Moment, weil unser Heimatmuseum nicht nur ein Ausstellungsraum ist, sondern auch ein Zentrum des Kulturlebens der Ungarndeutschen.
Bei den im Mai 2018 begonnenen Renovierungsarbeiten versuchte man den ursprünglichen, vor dem Ersten Weltkrieg typischen Charakter des Bauernhauses wiederherzustellen. Die genaue Bauzeit des Hauses (Haupstraße 127) ist nicht bekannt. In den letzten zwei Jahrhunderten funktionierte das Gebäude des heutigen Heimatmuseums u. a. als Stiefelmacher-Werkstatt, dann wohnten mehrere Familien darin. In den 70er Jahren kam das Gebäude in staatliches Eigentum, weil die Inhaber das Land verlassen haben.
Das Heimatmuseum wurde auf Initiative von Theresia Starcz-Nagy im Jahre 2000 ins Leben gerufen, später wurde auch der Wudigesser Ortshistorische Verein (2007) gegründet. Das Ziel war die Jugendlichen sowohl in die Traditionspflege als auch in die Forschungsarbeit einzubeziehen. Einerseits war es wichtig, das geistige und das gegenständliche Erbe unserer Ahnen zu bewahren, andererseits eine Bindung zu den Wurzeln auszubauen.
Die Vorsitzende des Verbandes der Heimatmuseen und Freilichtmuseen, Dr. Ibolya Bereczky, sprach in ihrer Eröffnungsrede über die Rolle der ca. 600 Heimatmuseen Ungarns, in denen man nicht nur dem Lebensweg des Menschen von der Wiege bis zum Tod folgen kann, sondern die Menschen bei verschiedenen Veranstaltungen zusammenkommen können und eine Gemeinschaft in der heutigen modernen Welt ihr Zuhause findet.
Moderator Jakab Bechtold, Mitglied des Wudigesser Ortshistorischen Vereins, zählte ausführlich auf, welche Renovierungsarbeiten an dem Gebäude verwirklicht wurden, wie und aus welcher Unterstützung das Haus erneuert wurde.
Denjenigen, die bei der Sanierung mit Spenden oder mit Rat und Tat behilflich waren, überreichten Museumpädagoge Anna Nádas, Leiterin der Sammlung, und die Vorsitzende des Wudigesser Ortshistorischen Vereins, Edit Molnár-Krizsán, je ein schönes Geschenk, ein Stück Lebkuchen mit dem Logo des Heimatmuseums, die in der Konditorei „Milimári Sütiműhely” angefertigt wurden.
Den Höhepunkt des stimmungsvollen Nachmittags bedeutete das kleine Konzert des landesweit bekannten Musikers, Liederkomponisten und Schriftstellers, László Kollár-Klemencz aus Hartian/Újhartyán. Später sorgten der Akkordeonspieler Attila Nagy und seine Freunde für gute Stimmung. Groß und Klein, Alt und Jung, viele Verwandte und Bekannte begrüßten einander nach der Eröffnungsfeier und plauderten noch lange bei Kuchen, Eis und Getränken.


Mir fielen die zahlreichen, ausgezeichneten Ereignisse und Erlebnisse ein, die wir hier noch mit meiner Mutter erleben konnten: Adventkranz-Anfertigung mit Kindern, Adventsfeste, das gemeinsame Singen („Kántálás)” mit der Gruppe vom Schwabenberg, Zimmedkropfe-Backen nach dem Rezept von Tante Luise, Wurst-Füllung, Ostermontag, Buchpräsentationen, „Nacht der Museen” mit Trachtenschau und vieles mehr. Das alles ist vor allem der Sammlungsleiterin Anna Nádas und ihrer Familie zu verdanken. Mit Freude und Dankbarkeit erinnern wir uns an alle Stunden, die wir im Heimatmuseum verbracht haben und hoffen, dass die ungarndeutsche Kultur in Wudigeß noch lange weiterlebt.
Maria Herein Kőrös




