Hauptnachricht„Alte Lieder, Junger Schwung”

„Alte Lieder, Junger Schwung”

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Das Album der Dreidörfler Buam ist jetzt online!

Im Rahmen des Projekts „Ungarndeutsche Musik – Online“ konnten im Jahr 2025 neben den Wesprimer Buam auch die Dreidörfler Buam fünf Lieder aufnehmen und online veröffentlichen. Aus diesem Anlass führte Jugendreferent der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, Károly Radóczy, ein Gespräch mit Tamás Gyöngyösi, Mitglied des Ensembles.

KR: Kannst du uns etwas über die Anfänge eures Ensembles erzählen?
TGy: Im Jahr 2022 wurde ein Musikpädagoge aus Österreich, Márton Ilyés, der Leiter der Jugendsektion des Burgenländischen Blasmusikverbands ins Tanzcamp des Vereins Junger Haraster Schwaben nach Litowr eingeladen, der dort täglich mit den Teilnehmern deutschsprachige Lieder sang. Ich war damals noch kein Mitglied des Vereins, aber die anderen vier Jungs unseres Chors waren bereits dabei. Sie gehörten zu den Begeistertsten und sangen jeden Abend am lautesten mit.
Unserem Vereinsleiter Andreas Zwick kam daraufhin die Idee, zu einem späteren Zeitpunkt auch einen Akkordeonbegleiter einzuladen. Er wollte sehen, ob sich daraus vielleicht etwas Ernsthafteres entwickeln könnte. Einige Wochen später trat ich ebenfalls dem Verein bei, und bald darauf war auch Norbert Sax mit seinem Akkordeon dabei. Wir hatten ein wenig Angst, da er ein Profi ist und wir nur Anfänger sind. Wir hatten keinerlei musikalische Vorbildung und machen das Ganze einfach aus Spaß.
Zuerst hatten wir ein Repertoire von etwa drei Liedern. Hinter der Garage war dabei unser Lieblingsstück, das wurde später auch im Studio aufgenommen. Wir hatten einige Auftritte in Harast und Umgebung. Später kamen weitere Liedideen von Bandi Zwick, Norbi und auch von uns selbst hinzu. Diese haben wir gemeinsam einstudiert und anschließend in unser Repertoire aufgenommen.

KR: In wie vielen Stimmen singt ihr?
TGy: Aufgrund unserer fehlenden Kenntnisse war es bisher im Grunde genommen meist einstimmig, aber in letzter Zeit singen wir bereits zweistimmig oder versuchen es zumindest. Wir möchten uns in dieser Hinsicht auf jeden Fall weiterentwickeln.

KR: Und jetzt eine beliebte Frage: woher kommt euer Name?
TGy: Bandi hatte eine sehr gute Idee. Zuerst sagte er auf Ungarisch „3 falu férfikórusa“, weil wir aus Harast, Taks und Schorokschar kommen. Danach hat er noch weiter darüber nachgedacht und schließlich den Namen „Dreidörfler Buam“ vorgeschlagen. Den fanden wir alle sofort richtig toll.

RK: Okay, und wer sind die Mitglieder?

Foto: Gábor Tóth

TGy: Die Mitglieder sind (von links zu rechts auf dem Foto):

  • Andor Simon (Harast)
  • Balázs Gyöngyösi (Schorokschar)
  • Tamás Gyöngyösi (Schorokschar)
  • Dominik Beszterczán (Taks)
  • Martin Mannheim (Harast)

Norbert Sax ist unsere ständige Akkordeonbegleitung, der auch unser künstlerischer Leiter ist. Leiter des Chors ist Andreas Zwick.

KR: Lass uns die Lieder durchgehen – was ist die Geschichte hinter jedem einzelnen?

Lasset uns das Leben genießen
TGy: Es war vielleicht das vierte Lied, das wir gelernt haben. Es hat einen Text, der gut zu uns passt. Es wurde auch schon so vorgestellt, dass die Haraster Dorfmusik die Begleitung spielt und wir dazu singen. Es ist immer ein tolles Erlebnis.

Die Julla hat man gern
TGy: Im Gymnasium versuchte unsere Lehrerin uns verschiedene Teile des Gesangsunterrichtsmaterials beizubringen, aber wir sagten immer, dass wir lieber singen möchten, weil uns das mehr interessiert. Daraufhin brachte sie einige ungarndeutsche Lieder mit, und dieses war auch dabei. Es hat einen wirklich witzigen Text. Ich habe es zur Probe mitgenommen, und den anderen hat es ebenfalls sehr gut gefallen. Am Ende haben wir auch eine Beschleunigung eingebaut, was immer besonders viel Spaß macht.

Es war einmal ein junger Soldat
TGy: Wir hatten damals noch keinen Walzer in unserem Repertoire, wollten aber unbedingt auch Walzer singen. Dieses Lied hat Bandi für uns ausgewählt. Interessant ist außerdem, dass es sich dabei um eine Haraster Sammlung handelt. Von den sechs Strophen haben wir drei ausgewählt, die dennoch die Geschichte gut wiedergeben.

Mädel draußen ist so schön
TGy: Dies ist ein Soldatenmarsch, ich habe es noch von Norbi und seiner Familie gehört und wollte es unbedingt auch erlernen.

Eines Abends in der Dämmerstunde
TGy: Dieses Lied hatten wir auch im Gesangsunterricht, die anderen kannten es nicht, aber es hat auch einen lustigen Text, den jeder gern singt. Hier spielen wir mit dem Tempo, der Lautstärke und der Tonart, also es wurde auch ein bisschen spannender gemacht.

KR: Wie oft könnt ihr proben?
TGy: Wir proben im Grunde genommen immer freitags vor der Tanzprobe, Norbi kommt auch meistens dazu. Inzwischen studieren mehrere aus der Gruppe, daher ist es nicht mehr so fest, dass wir genau am Freitag proben können. Aber meistens schaffen wir es trotzdem, uns einmal pro Woche zu einem gemeinsamen Termin zu verabreden.

KR: Wo habt ihr Auftritte?
TGy: Wir traten meistens in der Umgebung von Budapest auf, aber wir waren auch schon in Willand, Bonnhard, Zomba, um einige Orte weiter entfernt zu nennen. Oft treten wir gemeinsam mit der Tanzgruppe auf, wenn sie tanzt, aber es gab auch schon viele eigene Auftritte. Im letzten Jahr hatten wir insgesamt 42 Auftritte,, einschließlich der Tanzauftritte.

KR: Also dann kann man euch für eine Veranstaltung gern einladen.
TGy: Ja, wir lieben diese Sache so sehr und bekommen überall so viel Liebe, dass wir uns bemühen, unser Leben so zu gestalten, möglichst vielen Einladungen gerecht werden zu können. Man kann uns über unsere Facebook-Seite, telefonisch, über Messenger oder auch persönlich bei jedem Mitglied kontaktieren. Wir sind da sehr flexibel.

KR: Und wie stehen die anderen in der Tanzgruppe zu diesem Ensemble?
TGy: Sie mögen es sehr. Wenn wir eigene Auftritte haben und es in der Nähe ist, kommen oft viele mit uns.

KR: Danke für das Gespräch, ich wünsche euch viel Glück!
TGy: Wir danken euch für die Möglichkeit.

Die Lieder können unter anderem hier angehört werden:

Die Aufnahmen und die Fotos wurden Ende 2025 im Rahmen des Jugendprojekts der LdU „Ungarndeutsche Musik – Online“ gemacht. Die LdU dankt dem Bundesministerium des Innern (BMI) für die Unterstützung.

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