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Maiandacht des St. Gerhards-Werks Ungarn
mit zwei Gastchören aus Waschludt
Das St. Gerhards-Werk Ungarn veranstaltet seine traditionelle Maiandacht mit einer deutschen Messe entweder auf einem Gnadenort auf dem Lande, oder es lädt einen Gastchor ein. So war es dieses Jahr, als der Verein den St.-Michael-Kirchenchor mit dem Kinderchor der Waschludter Paul Angermann Deutschen Nationalitätenschule unter der Leitung von Hajnalka Pfeifer-Takács gewählt hat.
Mit den Chormitgliedern und mit der landesweit bekannten und beliebten Chorleiterin hat das St. Gerhards-Werk schon früher einen engen Kontakt ausgebaut; sie haben im Jahre 2021 bei der Gerhardsmesse (an einem Pontifikalamt) in der Kirche „Zu den Wundmalen des hl. Franziskus” in Budapest mitgewirkt und ernteten bei den Wallfahrern mit den wunderschönen deutschen Kirchenliedern großen Beifall.
Die diesjährige Maiandacht und die deutsche Messe am 9. Mai zelebrierte Christian Göbel, Pfarrer der St. Elisabeth Gemeinde deutscher Sprache, und die Zeremonie bereicherten der St.-Michael-Chor und die 27 Schulkinder aus Waschludt.
Nach dem feierlichen Einzug der in Volkstracht gekleideten Kinder, Ministranten, des Vorstandes des St. Gerhards-Werks und des Pfarrers, begann die Maiandacht mit dem Lied „Ave Glöcklein läutet still”.
Neben der Schubert-Messe ertönten während der Messe bekannte und weniger bekannte Kirchenlieder wie „Tönend rief uns die Glocke”, „Ach Lieb’ verwund’ter Jesu”, „Großer Gott wir loben dich”, aber am besten gefielen den Messebesuchern die Lieder „Ave Maria – wenn ich ein Glöcklein wär” und „Schwarze Madonna”, denen sie mit Tränen in Augen zuhörten. Das Letztere ist ein stilles „Gebet”, eine Bitte um Schutz und Trost, besonders in Zeiten von Unsicherheit und innerer Unruhe.
Den Höhepunkt der Messe bildete trotzdem das Vaterunser, das die Schulkinder in Volkstracht vor dem Altar mit Orgelbegleitung vortrugen. Während des Gebets fiel einem ein: Das ist die Zukunft! Wenn wir keine Nationalitätenschulen hätten, könnten wir damit nicht rechnen, dass die kirchlichen Traditionen unter den Ungarndeutschen lebendig bleiben. In erster Linie ist es der Direktorin und Chorleiterin Hajnalka Pfeifer-Takács zu verdanken, dass die Gläubigen an diesem Tag ein so großartiges geistliches Erlebnis erleben konnten.
Erfreulicherweise waren auch Gymnasiasten aus der Tamási-Nationalitätenschule aus dem 12. Bezirk mit dabei. Für diejenigen, die das Abitur u. a. im Fach Volkskunde ablegen, ist es wichtig, die ungarndeutschen religiösen Traditionen zu kennen.
Das Fotografieren im Innenhof, die anschließende Agape im Gemeindesaal boten den Pilgern Möglichkeit, die Chormitglieder und Gäste aus verschiedenen Ortschaften (Wudigeß, Wudersch, Schaumar, Saar, Maan, Kerecsend, Kompolt, Waschludt, Tscholnok, Hidigut, Somor, Budapest) näher kennenzulernen. Die Gastchöre aus Waschludt und der Wudigeßer Frauenchor sorgten für gute Stimmung. Die Pilgerschar bekam ein richtiges Konzert zuerst vom Kinderchor, dann vom St.-Michael-Chor, aber am besten war es, als sie mit dem Wudigeßer Frauenchor zusammen sangen.


Neben den schönen alten Marienliedern hörten wir aber auch noch deutsche Volkslieder in Mundart, und das war ein unvergessliches Konzerterlebnis. Eine besondere Freude bereitete den Gläubigen der Augenblick, als die Enkelkinder mit den Großeltern zusammen zu singen begannen. Drei Generationen zusammen!
Im Namen des Vorstandes des St. Gerhards-Werks Ungarn bedanken wir uns bei Pfarrer Christian Göbel, Chroleiterin Hajnalka Pfeifer-Takács und allen Chormitgliedern, Schulkindern und Pilgern für die schöne Festmesse an diesem angenehmen Maisamstag, im Monat der Gottesmutter. Die Veranstaltung wurde vom Deutschen Schulverein der Komitate Pesth und Naurad gefördert.
Maria Herein Kőrös



