NachrichtenSprachpraxis, wertvolle Erfahrungen und Offenheit ohne Grenzen

Sprachpraxis, wertvolle Erfahrungen und Offenheit ohne Grenzen

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Europa ist das Klassenzimmer
der SchülerInnen des Valeria-Koch-Bildungszentrums

Nur wenige Schulen können von sich behaupten, dass ihre SchülerInnen innerhalb eines einzigen Schuljahres von Rumänien über Polen und Deutschland bis nach England und Italien in so vielen unterschiedlichen Ländern und Kulturräumen Erfahrungen sammeln können. Für das Valeria-Koch-Bildungszentrum in Fünfkirchen ist dies jedoch keine Ausnahme, sondern das Ergebnis eines bewusst gelebten pädagogischen Konzepts. Als Flaggschiff der ungarndeutschen Bildung verfolgt die Schule das Ziel, dass ihre SchülerInnen nicht nur im Klassenzimmer Sprachen, Geschichte oder Geografie lernen, sondern Europas kulturelle Vielfalt, die Werte unterschiedlicher Gemeinschaften und die Bedeutung internationaler Beziehungen durch persönliche Erlebnisse erfahren.

Zum Ende des Schuljahres 2025/2026 konnten beziehungsweise können die SchülerInnen des Valeria-Koch-Bildungszentrums unter anderem nach Siebenbürgen, an den Gardasee, nach Oppeln, London und München reisen. Diese Fahrten dienen gleichermaßen der Sprachpraxis, dem Erwerb interkultureller Erfahrungen, der Persönlichkeitsentwicklung und der Stärkung einer offenen europäischen Haltung.

„Für junge Menschen ist es von großer Bedeutung, Europa durch eigene Erfahrungen kennenzulernen. Während einer Studienreise erwerben sie Wissen, werden selbstständiger, offener und selbstbewusster. Solche Erlebnisse prägen ihr Denken oft für viele Jahre“, betont Agnes Amrein-Pesti, Hauptdirektorin des Bildungszentrums.

Siebenbürgen: Geschichte, Kultur und Gemeinschaftserlebnisse

Unter den zahlreichen Möglichkeiten bleibt besonders die fünftägige Studienreise des 7. Jahrgangs nach Siebenbürgen in Erinnerung, die mit Unterstützung des Programms Határtalanul! („Grenzenlos!“) verwirklicht wurde. Die SchülerInnen bereisten die bedeutendsten historischen und kulturellen Orte Siebenbürgens – von Großwardein über Klausenburg und Thorenburg bis ins Szeklerland.

Eine Besonderheit der Reise bestand darin, dass die Jugendlichen selbst aktiv zum Gelingen beitrugen. Die Geschichte, geografischen Besonderheiten und kulturellen Sehenswürdigkeiten der einzelnen Stationen hatten sie bereits im Vorfeld vorbereitet und präsentierten diese ihren MitschülerInnen während der Fahrt. Die TeilnehmerInnen besuchten unter anderem Klausenburg, die Geburtsstadt von König Matthias, das Salzbergwerk von Thorenburg, Korund, Schomlenberg (Csíksomlyó), den Sankt-Anna-See, Kronstadt und die Burg Déva. Neben den historischen Sehenswürdigkeiten erhielten sie Einblicke in traditionelle Handwerksberufe, lernten die Herstellung von Käse und die Töpferkunst kennen und begegneten dem Alltag der ungarischen Gemeinschaft in Siebenbürgen.

Zu den eindrucksvollsten Erlebnissen gehörte der Besuch der Partnerschule in Kovászna. Bei gemeinsamen Sportprogrammen, Volkstanzveranstaltungen, Liedern, Spielen und Gesprächen konnten die Jugendlichen persönliche Kontakte zu ihren siebenbürgischen Altersgenossen knüpfen. Die Begegnungen machten ihnen so richtig bewusst, dass jenseits der Staatsgrenzen ungarische Gemeinschaften leben, die ähnliche Werte bewahren und vergleichbaren Herausforderungen begegnen.

Sprachen, Kulturen, Begegnungen

Als ungarndeutsche Bildungseinrichtung legt das Valeria-Koch-Bildungszentrum besonderen Wert auf die Förderung sprachlicher Kompetenzen und die Pflege internationaler Beziehungen. Während des Schüleraustauschs in Polen hatten 21 SchülerInnen der 7. Jahrgangsstufe die Gelegenheit, Gleichaltrige aus den Montessori-Schulen in Oppeln und Raschau kennenzulernen und gemeinsam am Unterricht teilzunehmen. Darüber hinaus konnten sie die Sehenswürdigkeiten von Oppeln, Breslau, Zabrze und Kattowitz entdecken sowie Einblicke in den Alltag der deutschen Minderheit in Schlesien gewinnen. Die Teilnehmenden der Studienreise nach London erhielten nicht nur vielfältige Möglichkeiten, ihre Englischkenntnisse in authentischen Situationen anzuwenden, sondern erkundeten auch zahlreiche Wahrzeichen der britischen Hauptstadt, darunter das Westminster-Viertel, den Tower of London, das British Museum und den Sky Garden. Gleichzeitig erlebten sie gemeinsam die kulturelle Vielfalt einer europäischen Metropole.

Ob eine London-Reise zur Vertiefung der Englischkenntnisse, ein München-Aufenthalt mit Schwerpunkt Deutsch, ein Schüleraustausch in Polen, eine Fahrradtour am Gardasee oder eine kulturelle Entdeckungsreise durch Siebenbürgen – all diese Möglichkeiten vermitteln dieselbe Botschaft: Für die Jugendlichen des Valeria-Koch-Bildungszentrums ist Europa eine erfahrbare Realität. Nach Ansicht der Schulleitung wird es auch künftig ein zentrales Ziel bleiben, möglichst vielen Jugendlichen die Teilnahme an ähnlichen Programmen zu ermöglichen. Denn solche Erfahrungen fördern offene, selbstbewusste und verantwortungsvolle europäische Bürger.

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