Schnellnachrichten„Gute Laune einfach überall“

„Gute Laune einfach überall“

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Kennt ihr das deutsche Lied Gute Laune? Der Refrain lautet so: „Wir haben oben gute Laune, unten gute Laune, vorne gute Laune, hinten gute Laune, rechts gute Laune, links gute Laune – gute Laune einfach überall!“ Genau so könnte ich die Waldschule der Tolnauer Grundschulkinder beschreiben. 

Im Schildgebirge liegt das niedliche Dorf Tolnau/Vértestolna, wo es eine ganz-ganz kleine Schule mit nur 13 SchülerInnen in der Unterstufe gibt. Die Kinder haben eine feste Lehrerin, „Csilla néni”, und einige Fachlehrerinnen für einzelne Fächer. Als Tanzlehrerin durfte ich die Kinder in die dreitägige Waldschule nach Sammet/Szomód begleiten. 

Schon der Beginn am Mittwoch, dem 17. Juni, verlief außergewöhnlich: Wir trafen uns erst um 9 Uhr in der Schule, und danach ging es mit zwei Kleinbussen endlich los! Die Fahrt dauerte nur eine halbe Stunde, doch den Kindern kam sie wegen ihrer Vorfreude viel länger vor. Am Zaun unserer Unterkunft wartete bereits der Gastgeber, „Józsi bácsi”, zusammen mit dem zuckersüßen weißen Hund Pihe auf uns. 

Die Gruppe wurde schnell aufgeteilt. Die Buben und die Mädchen bekamen getrennte Häuser. Die Kinder waren überglücklich, denn in den Zimmern gab es zahlreiche Stockbetten, sodass sich jeder den besten Schlafplatz aussuchen konnte. Nach der Erklärung der Hausregeln und des Programms für die kommenden Tage genossen wir das leckere Mittagessen. Anschließend waren die Mädchen mit dem Spülen der Teller und Gläser an der Reihe.

Am Nachmittag stand eine große Herausforderung vor uns: Wir sollten in das Dorf Sammet spazieren, das ungefähr 2,5 Kilometer von unserem Camp entfernt lag. In der Hitze war das keine leichte Aufgabe, aber mit kaltem Spritzwasser und tollen Gesprächen wurde der Spaziergang trotzdem richtig gemütlich.

Im Dorf wartete „Gábor bácsi” auf uns, der uns seine Tiere zeigte. Er hat außerordentlich viele kleine Freunde in seinem Garten: Von Chinchillas und Meerschweinchen über Enten, Ziegen und Häschen bis hin zu Ponys, Rehen und Hirschen durften wir alle mit getrocknetem Brot, frischem Salat und Heu füttern.

Nach gründlichem Händewaschen ging es schnell weiter in die Konditorei, wo wir uns mit leckerem Eis erfrischten. Beim letzten Kügelchen dachten wir allerdings schon etwas ängstlich daran, dass der lange Rückweg noch vor uns lag.

Doch ans Schlafen war nach dem ausgedehnten Spaziergang noch lange nicht zu denken: Auf uns wartete eine gemütliche Kinderdisco unter freiem Himmel. Später, als es bereits dunkel geworden war, hatte „Csilla néni” noch eine überraschende Idee: Die Kinder mussten aus den Häusern kommen und lesen. Dafür bekam jedes Kind ein funkelndes Büchlein und einen leuchtenden Zauberkugelschreiber – alles in allem eine ganz besondere Abendstimmung.

Am Vormittag des zweiten Tages erlebten wir eine Waffenvorführung. Wir durften uns alles aus nächster Nähe anschauen und sogar in die Hand nehmen. Beim Bogenschießen konnte sich jeder ausprobieren, und viele trafen erstaunlich gut. Wer die meisten Pfeile ins Ziel schoss, durfte am Ende sogar eine kleine, aber echte Kanone abfeuern! Das war ganz schön laut, aber definitiv eines der Highlights des Camps.

Den restlichen Tag verbrachten wir mit Tanzen, Spielen und Erholung. Jedes Zimmer gestaltete eine eigene Flagge, die später beim Geländespiel Zahlenkampf zum Einsatz kam. Am Abend bewunderten wir eine Mineralienbörse, bei der die Kinder ihr Taschengeld mit großer Begeisterung ausgaben. Stolz zeigten sie anschließend ihre glänzenden Schätze und erzählten einander, welcher Stein wohl der schönste sei. 

Das Camp verging wie im Flug, und am letzten Vormittag wartete nur noch eine große Herausforderung auf uns: Zusammenpacken und Ordnung machen. Das dauerte allerdings deutlich länger als gedacht – aber bei 13 Kindern ist das wohl ganz normal.

Für mich waren diese drei Tage wieder ein Beweis dafür, dass die schönsten Erinnerungen oft nicht bei großen Attraktionen entstehen, sondern beim gemeinsamen Lachen, Spielen und Zusammensein. Und wenn mich jemand fragt, wie die Waldschule in Sammet war, fällt mir sofort wieder der Liedtext ein: „Oben gute Laune, unten gute Laune, vorne gute Laune, hinten gute Laune, rechts gute Laune, links gute Laune – gute Laune einfach überall!“

Dorottya Váradi-Bach

Fotos: Dorottya Váradi-Bach, József Velencei

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