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In den ersten Ferientagen fand an der Bohler Allgemeinbildenden Schule und Kunstschule ein deutschsprachiges Nationalitätencamp statt. Eine Woche lang beschäftigten sich die Kinder mit den Traditionen, der Kultur und den Werten der Ungarndeutschen und erlebten dabei zahlreiche spannende Abenteuer.
Jeder Tag begann mit gemeinsamen Spielen, deutschen Kinderliedern, Volkstänzen und fröhlichen Gesprächsrunden. So entstand schnell eine herzliche Gemeinschaft, in der sich alle wohlfühlten.
Während der Woche konnten die Teilnehmer viele traditionelle Handwerksberufe kennenlernen und selbst ausprobieren. Mit großer Begeisterung dekorierten sie Lebkuchenformen, gestalteten Schmuckstücke, stickten traditionelle Muster und backten verschiedene Köstlichkeiten wie Pecheskipfel, Strudel und Hefekuchen. Dabei erhielten sie einen Einblick in die Bräuche und die Alltagskultur früherer Generationen.
Ein besonderes Erlebnis war der Besuch des Schwabenhauses in Bawaz/Babarc. Dort lernten die Kinder das Leben der Ungarndeutschen auf interaktive Weise kennen. Bei Volksspielen, handwerklichen Tätigkeiten und beim Brotbacken konnten sie Geschichte hautnah erleben.
Einer der Höhepunkte des Camps war der Ausflug nach Fünfkirchen/Pécs. Im Märchenwald im Mecsek-Gebirge erkundeten die Kinder einen interaktiven Lehrpfad und beschäftigten sich spielerisch mit deutschen Geschichten und Erzählungen. Teamgeist, Kreativität und Ausdauer waren anschließend bei den modernen Gruppenspielen gefragt. Die Fahrt mit der Kleinbahn und die gemeinsamen Erlebnisse sorgten für viele fröhliche Momente.
Auch der Besuch der Burg von Siklós hinterließ schöne Eindrücke. Die Kinder erfuhren viel Interessantes über das Mittelalter, nahmen an kreativen Workshops teil und erkundeten die historischen Räume der Burg.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Camps war die Beschäftigung mit unserer Heimat. Im Heimatmuseum konnten die Schüler zahlreiche Gegenstände aus dem Leben ihrer Vorfahren kennenlernen und mehr über die Geschichte und Traditionen der Region erfahren. Im Anschluss setzten sie sich mit dem Thema der Vertreibung auseinander. Gemeinsam packten sie symbolische Bündel und überlegten, welche wenigen persönlichen Gegenstände sie mitnehmen würden, wenn sie – so wie viele Ungarndeutsche damals – ihre Heimat verlassen müssten. Diese einfühlsame Aufgabe regte zum Nachdenken an und half den Kindern, sich in das Schicksal der Vertriebenen hineinzuversetzen und die Bedeutung von Heimat, Erinnerung und Zusammenhalt besser zu verstehen.
Besonders beliebt war die Keramikmalerei, bei der die Kinder alte Häuser der Ungarndeutschen auf Keramik verewigten.
Den feierlichen Abschluss bildete dann ein Besuch im Bohler Altersheim. Mit Tänzen, Liedern und Gedichten bereiteten die Kinder den Bewohnern eine große Freude.
Die Woche verging wie im Flug. Die Kinder sammelten viele neue Erfahrungen, knüpften Freundschaften und entdeckten die Kultur der Ungarndeutschen auf vielfältige und lebendige Weise. Mit vielen schönen Erinnerungen, selbst gestalteten Andenken und einem Lächeln im Gesicht verabschiedeten wir uns voneinander.






An dieser Stelle möchten wir unseren herzlichen Dank an alle Unterstützer aussprechen, die zum erfolgreichen Gelingen unseres Programms beigetragen haben. Unser besonderer Dank gilt der Bohler Allgemeinbildenden Schule und Kunstschule, der Bohler Deutschen Selbstverwaltung, der Stiftung für die Förderung der Grundschulbildung der Stadt Bohl sowie der Deutschen Selbstverwaltung des Komitats Branau für ihre Unterstützung.
Bianka Faluhelyi
Fotos: Dorottya Braun-Kirsch, Bianka Faluhelyi




