HauptnachrichtWenn die Sonne den Regen küsst

Wenn die Sonne den Regen küsst

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Der Weißenburger Nationalitätentag
wurde in Pußtawam gefeiert

Mitte Juni war Pußtawam Gastgeber eines bunten Festes der Nationalitätengruppen: Hier wurde nämlich der diesjährige traditionelle deutsche Nationalitätentag des Komitats Weißenburg gefeiert.

Schüler aus Saar

Der Morgen begann fröhlich mit dem Einsatz der jüngsten Teilnehmer: Kinder aus Kindergärten, Schulen und Vereinen sorgten für eine herzliche Atmosphäre. Mit viel Freude und kindlichem Elan präsentierten sie Lieder, Tänze und Geschichten.

Auch die Eltern, Großeltern und Pädagogen schauten stolz auf die Kleinen. Sie waren tief berührt von den Darbietungen ihrer Kinder und Enkel, und spürten dabei die Bedeutung des gemeinsamen Feierns. Mit bewundernden Blicken und wohlwollendem Applaus zeigten sie ihre Wertschätzung für die engagierten Kinder. Viele von ihnen halfen den Kindern bei den Vorbereitungen und waren aktiv am bunten Treiben beteiligt. Gemeinsam stärkten sie so das Gefühl der Gemeinschaft und des interkulturellen Austauschs bei diesem besonderen Fest.

Kinder aus Edeck

Und dann kam er – der berühmte Pußtawamer Regenschauer! Aber nicht etwa, um die Stimmung zu trüben, sondern um die Parade noch bunter zu machen. Während die Erwachsenen in farbenprächtigen Trachten und Fahnen durch die Straßen zogen, prasselte der Regen auf die Dächer und das Publikum. Doch das hielt die Teilnehmer nicht davon ab, fröhlich weiterzulaufen und kräftig mitzuklatschen. Das Wetter mag uns einen Streich gespielt haben, doch die gute Laune blieb ungebrochen. Auch wenn man die Tracht ein paar Tage lang trocknen lassen muss.

Der Ehrenpreis, der heuer an Rita Forisek verliehen wurde, ist eine besondere Auszeichnung, mit der der Komitatsverband ihre langjährige engagierte Arbeit und ihren Beitrag zur Förderung der kulturellen Vielfalt würdigt. Frau Forisek hat sich durch ihre vielfältigen Initiativen und ihr Engagement für den interkulturellen Austausch in der Gemeinschaft hervorgetan. Der Preis wurde ihr in Anerkennung ihrer Verdienste überreicht und ist ein Symbol für die Wertschätzung ihrer Bemühungen, Brücken zwischen verschiedenen Altersgruppen zu bauen und das Verständnis sowie die Zusammenarbeit zu fördern. Ihre Würdigung ist am Ende des Berichts zu lesen.

Etwa 900 Personen traten insgesamt auf – von Musikkapellen über Tanzgruppen bis hin zu Volksliedkreisen, die die Vielfalt und das Miteinander zelebrierten. Die Veranstaltung, organisiert von der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung Pußtawam mit tatkräftiger Unterstützung des Regionalbüros der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, der Komitatsselbstverwaltung und des Verbandes der Deutschen Selbstverwaltungen im Komitat Fejér e. V., zeigte erneut: Tradition bewahren und dabei Spaß haben, das passt perfekt zusammen. Es wurde viel gelacht, nette Gespräche wurden geführt und neue Freundschaften geschlossen – vielleicht auch bei einem kalten Getränk oder einem Stück Kuchen des Kwitzelfestes, um den Regen zu vertreiben.

Mitglieder der Ungarndeutschen Tanzgruppe Pußtawam

Fazit: Der Nationalitätentag in Pußtawam war wieder ein voller Erfolg – trotz Regentropfen, dafür mit viel Herz und guter Laune. Ein Fest, das zeigt, wie bunt und lebendig unsere Gemeinschaft ist.

Der Tag wurde vom Ministerpräsidium durch den Fondsverwalter BGA gefördert (NKUL-KP-1-2026/3-000147)

Christina Pats

Für das Ungarndeutschtum im Komitat Weißenburg
Laudatio

Rita Forisek geb. Szatzker wurde in Moor in einer ungarndeutschen Familie geboren. Nach Abschluss ihrer Studien begann sie als Deutschlehrerin an der Miklós-Radnóti-Grundschule in ihrer Heimatstadt zu unterrichten. In ihrer Familie erlebte sie das Gefühl der Zugehörigkeit zur deutschen Minderheit.

Rita Forisek

Bereits als junge Pädagogin hielt sie es für wichtig, die Kultur, die Sprache, die Traditionen und die Lebenseinstellung der lokalen Deutschen zu leben und an die jüngere Generation weiterzugeben. In den 1980er Jahren sammelte sie Gegenstände und Fotos der deutschen Volksgruppe und veröffentlichte eine Broschüre über die Tracht der Moorer Deutschen. Diese Publikation ist bis heute eine Quelle für die Tracht der Tanzgruppen und Chöre.

Nach der Wende begann sie 1990 als Direktorin die Arbeit an der katholischen Grundschule Szent Erzsébet, die neben der religiösen Erziehung auch die deutsche Minderheitenerziehung übernahm. Für ihre Leitungstätigkeit wurde sie 1996 mit dem Ehrenzeichen Szent Gellért der Diözese ausgezeichnet.

Von 1998 bis 2002 half sie als Abgeordnete der Moorer Deutschen Minderheitenselbstverwaltung bei der Wiederbelebung der Traditionen der Moorer Deutschen. Mit ihrer Arbeit unterstützte sie die Kindergärten und Schulen bei der Stärkung und Bewahrung der Identität.

Auch nach dem Ausscheiden aus dem Lehrerberuf setzte sie die Vermittlung der deutschen Nationalitätenkultur innerhalb des Moorer Deutschen Tanzvereins Edelweiss fort. Sie ist Gründungsmitglied des Vereins und unter ihrer Leitung erhielt die Kindergruppe die Qualifikation Gold.

Innerhalb des Vereins ist sie Initiatorin des Projekts „Auf den Spuren der Moorer schwäbischen Traditionen“. Bei diesem Programm erleben Jung und Alt die traditionellen Feste, lernen die Hausarbeiten einschließlich der verwendeten Werkzeuge und Arbeitsschritte unserer Vorfahren kennen.

Seit Beginn ist sie aktiv an der Organisation des Edelweiss-Sommercamps beteiligt. Die teilnehmenden Kinder haben bisher Themen wie Weinlese, Martinstag, Hochzeit und Moorer Tracht behandelt. Unter ihrer Leitung lernen die Kinder Tänze, Lieder und Darbietungen in der Moorer Tracht.

Sie war aktiv an der Gestaltung des Moorer ungarndeutschen Lehrpfads beteiligt. Sie hat die Werte der Baukultur, die charakteristischen Häuser und Keller des Ortes aufgearbeitet.

Neben ihrer Arbeit im Verein teilt sie bei den Treffen des städtischen Kreises „Wir reden schwäbisch…“ ihre Kenntnisse über die Moorer Deutschen, zeigt alte Handwerksberufe wie Seilmacher, Korbflechter und Hochzeitsköchin. Um die noch lebendige Kultur zu präsentieren, sendet sie Fotos zum Blickpunkt-Wettbewerb des Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrums und Bibliothek ein, wo zwei ihrer Bilder in den Tischkalender fürs Jahr 2024 gewählt wurden.

Sie wurde 2019 vom Moorer Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung mit der Ehrennadel für das Moorer Ungarndeutschtum ausgezeichnet.

Sie sucht stets nach Wegen und Möglichkeiten, die deutsche Nationalitätenkultur im 21. Jahrhundert weiterzugeben. Das gelebte deutsche Nationalitätenbewusstsein und ihre Wertvermittlung an junge Menschen sind vorbildlich in Moor und im Komitat Weißenburg.

Rita Forisek geb. Szatzker arbeitet seit Jahrzehnten dafür, dass sich die deutsche Nationalität im Komitat Weißenburg weiterentwickelt, so wurden ihre Bemühungen von der ungarndeutschen Gemeinschaft anerkannt und sie mit dem Preis „Für das Ungarndeutschtum im Komitat Weißenburg” ausgezeichnet.

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