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Die elfte Jugendkonferenz der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) fand vom 20. März bis zum 22. März 2026 in Ödenburg/Sopron statt, an der 36 Jugendliche aus verschiedenen Regionen des Landes teilnahmen. Die Mehrheit hatte bereits Erfahrung mit vergangenen Jugendkonferenzen, während andere zum ersten Mal mit dabei waren.
Da ich selbst auch Neuling war, war ich sehr gespannt darauf, was die Konferenz zu bieten hat. Ist es wirklich nur eine Konferenz oder steckt doch viel mehr dahinter?
Um die Antwort kurz zu machen: Die Jugendkonferenz trägt nicht nur dazu bei, dass man sich mehr in ungarndeutschen Angelegenheiten engagiert, sondern dient auch dazu, diese Identität zu stärken. Sowohl die Themen, die gemeinsam bearbeitet werden, als auch das Vernetzen mit Anderen in der Freizeit sind gute Gelegenheiten, den ungarndeutschen Wurzeln näherzukommen und diese auch im Alltag zu leben.
Im Laufe des Wochenendes befassten sich die Teilnehmer mit relevanten Themen, diesmal standen die [damals noch bevorstehenden] Parlamentswahlen im Mittelpunkt. Am ersten Abend wurde ausführlich darüber informiert, wie die Wahlen ablaufen und warum die Teilnahme wichtig ist. Neben sachlichen Informationen wurden auch zahlreiche persönliche Erfahrungen geteilt. Diese haben gezeigt, dass fast alle Teilnehmer regelmäßig Ungarndeutsche betreffende Anliegen in ihrem Alltag haben. Beim Gespräch über das Thema Wahlen kam eine zusammenhaltende Stimmung auf: Jede Meinung und Erfahrung wurde angehört und jedermann wurde in die Konversation eingebunden, um klarzumachen, dass alle davon betroffen sind.
Zum Abschluss des Tages kamen die Teilnehmer bei ungarndeutscher Musik zusammen und konnten dabei unverbindlich Gespräche führen. Das nähere Kennenlernen der Teilnehmer war eine ideale Abrundung des Tages. Als Neuling war es besonders interessant zu hören, was bereits erfahrenere Teilnehmer zu sagen hatten. Auch hier betraf das Gespräch hauptsächlich ungarndeutsche Themenbereiche: Von Tanzgruppen, Musikkapellen bis hin zu zweisprachiger Kindererziehung und vergangenen Jugendkonferenzen wurde über alles geredet.
Auch der zweite Tag war eine bunte Mischung aus konzentrierter Teamarbeit, interessanten Geschichten und lustigen Momenten. Am Vormittag wurden Gruppen gebildet, die jeweils eine Ausschreibung bearbeiteten. Die praktische Gestaltung der Aufgabe führte zu einer lebensnahen Aktivität, die auf die Bewerbung auf eine Ausschreibung vorbereitete. Diejenigen, die bereits viel mehr Erfahrung hatten als andere, halfen denjenigen, die mit dem Thema wenig bis gar nichts zu tun hatten, wodurch die Aktivität reibungslos und harmonisch verlief. Es war ein Erfolgsgefühl, mit anderen Teilnehmern etwas zu erarbeiten, was man auch im wahren Leben umsetzen kann.
Die Stadtführung am Nachmittag diente dazu, mehr über die Situation der Ungarndeutschen in der Stadt zu erfahren. Als Ergänzung gab es zum Abendessen Bohnensterz, ein typisches Ödenburger Gericht. Auch der zweite Abend wurde mit Gesprächen bei Musik und guter Laune abgeschlossen. Nun kannte man die anderen Teilnehmer schon besser und auch als Neuling fühlte man sich bereits in die Gemeinschaft eingebunden. Neben dem Gedankenaustausch über die Geschehnisse von tagsüber wurde auch viel getanzt und gesungen.
Insgesamt lässt sich sagen, dass dieses Wochenende viel mehr bedeutete als nur eine einfache Konferenz. Für erfahrenere Teilnehmer wurde sie bereits zur Routine und für Neue bedeutete sie die Erkenntnis, dass die ungarndeutschen Wurzeln nicht nur zu unserer Vergangenheit gehören, sondern auch in unserer Gegenwart präsent sind. Die Jugendkonferenz ist eine Möglichkeit, sich der ungarndeutschen Herkunft näher zu fühlen, und sie inspiriert uns dazu, dieses Identitätsgefühl nicht nur für besondere Events aufzubewahren, sondern es auch im Alltag mitzutragen.
Korina Hegyeshalmi
Über ihre Erlebnisse berichtet Aliz Munding im folgenden Beitrag >>>
Die Jugendkonferenz aus der Sicht der Ödenburger Jugendlichen >>>
Erlebnisbericht von Vinzenz Szűcs-Cilli auf sonntagsblatt.hu >>>




