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LdU-Jugendkonferenz –
wo ungarndeutsche Jugendliche aktuelle Themen
diskutieren und sich dabei vernetzen
Die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) hat die Tagung dieses Jahr zum 11. Mal organisiert, und zum ersten Mal habe auch ich daran teilgenommen. Die Themenschwerpunkte lagen auf die [damals noch bevorstehenden] Parlamentswahlen und die Bewerbungsmöglichkeiten für ungarndeutsche Organisationen. Mein Ziel war es, neue Bekanntschaften zu schließen, das kulturelle Leben in anderen Ortschaften besser kennenzulernen und Informationen zu sammeln, die mir bei meiner Arbeit helfen können.
Am 20. März 2026 reiste ich ganz aufgeregt nach Ödenburg/Sopron zu der dreitägigen Veranstaltung. Zuerst war ich nervös, weil ich allein aus meinem Heimatstadt Hajosch/Hajós kam und wusste, dass ich nicht viele Leute kennen werde. Wir versammelten uns im Rejpál-Haus, wo ich neben vielen Fremden auch einige bekannte Gesichter erkannte. Bei der Kennenlernrunde konnte ich feststellen, dass alle Teilnehmer sehr gut Deutsch sprechen, und ich freute mich schon darauf, dass ich mich mit ihnen später auch auf Deutsch unterhalten kann. Es war interessant zu hören, dass die meisten eher wegen der Gemeinschaftsbildung gekommen sind als wegen des spezifischen Workshops. Überraschend war für mich, dass die meisten Jugendlichen, die ebenfalls zum ersten Mal mit dabei waren, über Facebook von der Konferenz erfahren hatten und nicht von Freunden, so wie ich.
Nachdem wir uns einige informative Videos über die Wahlen und die Nationalitätenliste angesehen und darüber gesprochen hatten, kam der spaßige Teil: Im Gemeinschaftsraum kosteten wir Weine aus Ödenburg, dann kamen langsam die Akkordeons und Klarinetten zum Vorschein, und Musik füllte den Raum. Es war ein erhebendes Gefühl, bekannte Melodien zu hören, und es war erstaunlich, wie viele mitsangen. Der Abend war auch eine gute Gelegenheit, andere besser kennenzulernen, gemeinsam zu lachen und mit ihnen zu singen.
Lange schlafen mussten wir nicht… Am nächsten Tag ging das Programm mit dem Workshop zum Thema Bewerbungen weiter. Durch meine Arbeit hatte ich zwar schon etwas Erfahrung im Bewerbungsschreiben, aber dies war eine großartige Gelegenheit, mehr über das System zu erfahren. In Gruppen mussten wir ein fiktives Nationalitätencamp organisieren und dafür eine Bewerbung zusammenstellen. Zu meiner Freude plante unsere Gruppe das „Ulmer-Schachtel-Camp“ in Baje/Baja und Hajosch, sodass ich auch ein wenig über meinen Heimatort erzählen konnte. Neben lustigen Ideen wie einem Ulmer-Schachtel-Rutschpark oder Blaufärber-Badeanzügen konnten wir auch viel über den Aufbau von Bewerbungen lernen.
Nach dem langen Sitzen besichtigten wir am Nachmittag Ödenburg. Es ist faszinierend, dass in dieser schönen, ruhigen Stadt bereits seit dem 13. Jahrhundert Deutsche leben. Am Abend konnten wir auch eine lokale Spezialität, den sogenannten „Bohnensterz“, probieren, der ganz einfach aus Mehl, Schmalz und Bohnen zubereitet wird. Für unterhaltsame Musik sorgte eine lokale Kapelle, Tanz und Gesang beherrschten unseren letzten gemeinsamen Abend. Ich war überrascht, wie viele die Lieder kannten und mitsangen – ein echtes Gänsehauterlebnis! Auch auf dem Weg zum Hotel sangen einige noch fröhlich.
Am Sonntag war die Stimmung etwas familiärer, da viele bereits abgereist waren. Am Vormittag führten wir Situationsübungen zum Thema Wahlen durch, um zu üben, wie man jemanden davon überzeugen kann, sich zu registrieren. Am Ende evaluierten wir das Wochenende. Viele waren der Meinung, dass sie dank des Workshops viel Neues gelernt hatten und dass sie dieses Wissen auch zu Hause in den örtlichen Selbstverwaltungen anwenden können. Jemandem hatte zum Beispiel der analytische Teil des Wahlprozesses am besten gefallen. Alle sagten aber letzten Endes, dass sie nächstes Jahr sehr gerne wieder an der Jugendkonferenz teilnehmen würden.
Meine Erwartungen wurden auch erfüllt: Die Workshops halfen mir sehr, und ich fand jetzt viele neue Kontakte aus dem ganzen Land. Das Wochenende zeigte, dass viele ungarndeutsche Jugendliche danach streben, die ungarndeutsche Kultur und Traditionen zu bewahren, weil ihnen ihre Herkunft wichtig ist. Egal, aus welchem Teil Ungarns wir kommen, Ungarndeutschtum verbindet uns. Ich freue mich schon auf die Jugendkonferenz 2027!
Aliz Munding
Über ihre Erlebnisse berichtet Korina Hegyeshalmi im folgenden Beitrag >>>
Die Jugendkonferenz aus der Sicht der Ödenburger Jugendlichen >>>
Erlebnisbericht von Vinzenz Szűcs-Cilli auf sonntagsblatt.hu >>>




