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Durch das Projekt „Rund um das Jahr, rund um das Land“ der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) waren die Mitglieder des Vereins der Maaner Schwaben in Schambek/Zsámbék bei der Tanzgruppe Lochberg zu Besuch, um als Gast diesen alten Brauch zu erleben.
Am Ostersonntagmorgen durften wir an einem wunderbaren Erlebnis teilhaben: Auf Einladung der Schambeker Tanzgruppe Lochberg pilgerten die Mitglieder des Vereins der Maaner Schwaben mit ihnen auf den Kalvarienberg, um dort gemeinsam diese besondere Ostertradition zu erleben.
Trotz des frühen Aufstehens und der Anreise freuten wir uns sehr auf das Ereignis, da wir bisher noch keine Gelegenheit hatten, an so etwas teilzunehmen. Wir waren aber auf den atemberaubenden Anblick nicht vorbereitet, der uns erwartete, als die Sonne hinter den Ofener Hügeln hervorkam und die Kreuze auf dem Kalvarienberg in orange-goldene Farben tauchten.
In Schambek wird die Tradition des „Gangs um Ostertau“ bereits seit mehr als drei Jahrhunderten gepflegt. Es ist wichtig zu wissen, dass dieser Brauch vor 314 Jahren von den Vorfahren, die sich hier niedergelassen haben, aus süddeutschen Gebieten mitgebracht worden ist. Nach dieser Tradition haben die Ahnen mit dem Tau, der den Osternsegen trägt, ein Kreuz gezeichnet und den auferstandenen Jesus Christus auf dem Kalvarienberg mit einem Gebet begrüßt.
Nach der Vertreibung im Jahre 1946 wurde die Tradition nicht mehr gepflegt. Doch 2002 wurde sie auf Initiative der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung und von Mária Bognár-Donovitz wiederbelebt, und seitdem führt die Tanzgruppe Lochberg sie jedes Jahr auf.
Sandra Fuchs, die Leiterin der Kulturgruppe, erzählt über den Ablauf der alten Tradition und ihre volkskundlich-religiöse Bedeutung im folgenden Video.
Am frühen Morgen am Ostersonntag näherten sich die Menschen in völliger Stille dem Kalvarienberg. Während dieser stillen Wallfahrt durfte man sie nicht ansprechen, und auch sie sprachen nicht miteinander, da sonst der Segen, der auf sie wartete, seine Wirkung verloren hätte. Unterwegs beteten sie still für sich.
Man glaubte, dass der frisch gefallene Tau, der den Leib Christi berührt, im kommenden Jahr vor Krankheiten und Unglück bewahrt. Nach den Gebeten strichen die Gläubigen mit den Fingern über das vom Tau feuchten Gras, die sie beim Kreuzzeichen an ihr Gesicht führten.
2026 gedachten wir auch der Vertreibung der Ungarndeutschen aus Schambek, denn am 5. April 1946 war der erste Zug mit ihnen in Richtung Deutschland abgefahren. Wir beteten für ihre verstorbenen Angehörigen und unsere Lieben. Das gemeinsame Gebet war bewegend und erhebend, besonders als das bekannte Lied „Leise sinkt der Abend nieder…“ erklang.
Die Gastgeber luden die Gläubigen zu einem gemeinsamen Frühstück ein, bei dessen Verzehr es zu gemütlichen Gesprächen kam.
Vielen Dank für die Einladung und auch dafür, dass wir diesen bewegenden Anlass miterleben durften.
Julianna Szabó
Video: Léna Fábián, Károly Radóczy
Gesprächspartner: Sandra Fuchs, Dorina Schneider (Schambek) bzw. Léna Fábián (Maan)
Förderer: Bundesministerium des Innern (BMI)

